Ein weiterer Vorteil der Technik liegt darin, dass die Portlets auch dann in proprietären Portalen wie Sharepoint eingebunden werden könnten, wenn diese keine Portletstandards unterstützen oder nicht in Java umgesetzt sind. Eine minimale Portletlogik zum Laden der Alfresco-WebScripts könnte leicht in andere Programmiersprachen wie PHP oder .NET übertragen werden. Das Rendern der Portlets im Browser durch JavaScript-Bibliotheken, DHTML und JSON erfolgt schließlich unabhängig von der serverseitig verwendeten Programmiersprache.
Der Wermutstropfen an der Portalintegration von Alfresco ist derzeit, dass sie sich noch in der Entwicklung befindet. In der seit Ende Juli 2007 verfügbaren Alfresco-Community-Version 2.1 ist zwar schon die Technologie der Web Scripts angelegt, doch die entsprechenden Portlets fehlen noch. Sie sollen aber bis Mitte September, zeitgleich mit der neuen Enterprise-Version 2.1 folgen und sind dann auch in der Community-Version nutzbar. Wer die wenigen Tage bis zum Release nicht abwarten kann und schon vorher testen oder eigene Portlets entwickeln möchte, kann sich den Sourcecode selbst kompilieren oder sich eine fertige Version der Nightly Builds herunterladen [2].
Fazit
Mit den neuen Ansätzen zur Portalintegration bestätigt Alfresco den Trend, dass Open Source der Innovationstreiber für Unternehmenssoftware und damit auch für Enterprise Content Management ist. Durch den Ansatz der offenen Schnittstellen ist es sogar möglich, die Lasten von Portalservern zu reduzieren und damit Kosten zu ersparen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Innovation nicht nur von Unternehmen wie Liferay und Alfresco getrieben wird, sondern dass auch andere Unternehmen Weiterentwicklungen in Form von neuen Portlets und Portierungen an die Community zurückgeben, sodass die Umsetzung neuartiger Portalvisionen mit vertretbarem Aufwand möglich wird. Doch in Anbetracht der lebhaften Open-Source-Community und der wachsenden Notwendigkeit für offene Unternehmensapplikationen gibt es kaum Alternativen zu Portalen mit offenen Schnittstellen.


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