von Christian Korte, 03.06.2008

Von Türöffnern, hübschen Bräuten und leeren Kassen: Alternative Vergütungsmodelle unter der Lupe

Aus dem
t3n Magazin Nr. 12

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Geschäftsanteile statt Barem

In solchen Konstellationen ist mehr als Vorsicht geboten, denn – das sollte man sich immer nüchtern vor Augen halten – renditestarke Webunternehmungen stellen eher die Ausnahme dar. Darüber hinaus werden Unternehmen für Investoren schnell uninteressant, wenn ein zu großer Teil des Unternehmens anteilig an die Mitarbeiter abgetreten wird. Dazu eine Beispielrechnung: Der Initiator will regelmäßig mehr als 50 Prozent der Anteile an seiner Gesellschaft halten, um den Unternehmenskurs maßgeblich mitbestimmen zu können. Die Programmierer bekommen etwa 15 Prozent der verbleibenden Anteile, weil sie zeitnah eine Vielzahl von Stunden investiert haben, und ein Koordinator, der zugleich Textarbeiten erledigt hat und über Verhandlungsgeschick verfügt, erhält etwa weitere 7 Prozent. Damit verbleiben rechnerisch schnell nur noch wenige Prozent Verhandlungsmasse für weitergehende Aktivitäten und Sicherheiten für Gelder Dritter.

Der Umstand, dass zu viele Menschen bei zukünftigen Entscheidungen mitreden werden, ist mehr als augenfällig für jeden Interessenten. Investoren sind allerdings nicht an Restanteilen interessiert, sondern wollen Handlungsoptionen: „Die Braut muss hübsch sein“ formulierte es ein Mandant einmal salopp. Persönliche Konflikte unter den beteiligten Akteuren sind damit vorprogrammiert, denn selbst wenn Anteile eingeräumt werden sollen – sind drei Prozent angemessen oder vier oder gar sieben oder mehr?

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