von Ralph Steyer,
online veröffentlicht am 29.02.2008
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YUI: Interaktive Web-Applikationen leicht gemacht: Arbeitserleichterung mit dem Yahoo User Interface

Aus dem
t3n Magazin Nr. 11

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Nicht zuletzt durch Web 2.0 werden interaktive Webseiten zum Standard. Die clientseitigen Kerntechnologien für die Benutzeroberflächen solcher interaktiver Web-Applikationen sind aber neben (X)HTML seit Jahren unverändert JavaScript und CSS, denn nur diese Techniken stehen flächendeckend auf fast allen Clientplattformen zur Verfügung. Ajax hat diesem Gespann aus lange etablierten Clienttechniken den letzten Schliff gegeben, um auch im Web Desktop-ähnliche Applikationen realisieren zu können.

Doch nicht jeder Webentwickler möchte komplexere Strukturen einer interaktiven Web-GUI jedesmal von Hand erstellen. Deshalb kommen gerade bei aufwendigeren Internet-Auftritten Web-Toolkits und -Frameworks immer mehr in Mode. Mit dem „Yahoo User Interface“ hat eine populäre JavaScript- und CSS-Bibliothek für webbasierte Benutzerschnittstellen als Open Source [1] veröffentlicht – YUI Version 2.4.0 ist Anfang Dezember 2007 erschienen. Mit den darüber verfügbaren Komponenten/Widgets lassen sich insbesondere Web-Applikationen mit ereignisgesteuerter Interaktion unter Verwendung von AJAX auf komfortable Weise entwickeln.

Nicht wenige Entwickler aus den Programmierwelten .NET, Java oder C/C++ schauen etwas verächtlich auf die scheinbar sehr einfachen Technologien HTML, JavaScript oder Stylesheets herab. In der Tat können sich weder der Umfang noch die Komplexität dieser klassischen clientseitigen Webtechnologien mit Programmiertechniken aus dem Desktop- beziehungsweise Netzwerk- oder Großrechnerumfeld messen.

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Das Zusammenspiel dieser – einzeln gesehen – sehr einfachen Web-Technologien im Client kann äußerst diffizil sein, was nicht zuletzt ein Resultat der Browserkriege des letzten Jahrtausends ist. Zudem erzwingt die sehr eingeschränkte Leistungsfähigkeit von JavaScript oft eine komplizierte Programmierung von Strukturen, die in leistungsfähigeren (insbesondere objektorientierten) Programmiertechniken auf dem Silbertablett serviert werden. So gesehen kann sich die Programmierung einer interaktiven Benutzeroberfläche für das Web heutzutage durchaus mit der Komplexität der Erstellung einer GUI für eine Desktop-Applikation messen.

Toolkits und Frameworks an die Front

Aus diesem Grund werden Toolkits und Frameworks zur Erstellung von Web-Oberflächen immer populärer. Die Vorteile bestehen im Wesentlichen darin, dass immer wiederkehrende Strukturen wie Schaltflächen, Menüs oder auch Animationen und Slideshows in Form von Komponenten verfügbar gemacht werden können, die in den meisten relevanten Browsern funktionieren. Ebenso lassen sich Webseiten zuverlässig strukturieren. Besonders die Unterstützung über verschiedene Plattformen hinweg – nicht nur der konkrete Browser samt Browserversion, sondern auch das Betriebssystem und die Bildschirmauflösung – rechtfertigt bereits den Einsatz solcher Toolkits oder Frameworks. Aber auch Abläufe der Oberflächenlogik wie die Überprüfung von Formulareingaben auf der Clientseite lassen sich durch standardisierte Schablonen vereinfachen.

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