Die zweite Art der VoIP-Telefone wird mit reiner Software abgebildet – Ihr PC wird zum Telefon. Sie müssen lediglich die Software installieren und ein Headset in den entsprechenden Anschluss Ihrer Soundkarte stecken. Doch auch hier gilt: Die Qualität der Headsets ist sehr unterschiedlich aber für das gute Telefonieren essentiell! Wunder sollte man gerade von einem billigen zehn Euro-Headset nicht erwarten, da meistens die Mikrofone von minderer Qualität sind. Vorteil der Software-Telefone ist, dass man sehr leicht Anwendungen, wie zum Beispiel eine Kundendatenbank, mit den Telefonen verbinden kann. Am einfachsten lässt sich dies mit Cut-and-Paste, im besten Fall mit einer Softwareschnittstelle, die bei vielen Applikationen bereits mitgeliefert wird, realisieren. Ein weiterer Vorteil liegt in der Mobilität. Man kann ausgerüstet mit einem Laptop und einem Headset überall genauso telefonieren, als wenn man im Büro sitzen würde.
Wer möchte, der kann aber auch ein Hardware-Telefon vom PC aus fernsteuern. Dies geht entweder über eine spezielle Schnittstelle oder über einfache URL-Requestes auf dem Asterisk-Server. So kann man selbst von einer Webanwendung aus ein Telefonat initieren. So lassen sich übrigens auch Rückrufbuttons für Kunden auf Webseiten realisieren.
VoIP-Cient-Software gibt es von verschiedenen Anbietern und in allen Preislagen. Empfehlenswert ist das kostenlose SJPhone von SJ Labs [2]. Es funktioniert auf allen gängigen Betriebssystemen und kann sogar auf Pocket- PCs und PDAs installiert werden. Lediglich die Oberfläche ist etwas gewöhnungsbedürftig.
| Um eine Idee über die Möglichkeiten von Asterisk zu geben, hier eine unvollständige Liste: |
| ACD (Automatic Call Distribution) |
| Ein Anruf wird an mehrere Teilnehmer weitergeleitet. Es klingeln mehrere Telefone. |
| Queues |
| Mehrere Anrufer können in so genannte Queues – Sammelwarteschleifen – gepackt und Stück für Stück von einem Team von Agents abgearbeitet werden. Eine klassische Callcenterfunktionalität. |
| Voicemail |
| Beliebig viele Voicemailboxen für einzelne Teilnehmer oder Gruppen. |
| IVR (Interactive Voice Response) |
| Automatische Sprachmenüs sind leicht zu programmieren. |
| Text2Speech |
| Webseiten oder sonstige Informationen werden automatisch „vorgelesen“. Hierzu muss nur eine Text2Speech Engine, wie das freie Programm „Festival“, installiert werden. |
| Least-Cost-Routing |
| Wer über das normale Telefonnetz heraustelefoniert, der hat die Option, mit dieser Funktion enorme Einsparungen zu erzielen. Bei http://www.telefon-sparbuch.de erhält man fertige Skripte für Asterisk. |
| Zeitschaltungen |
| Beliebig komplexe Zeitschaltungen sind per Skript programmierbar. So bekommen zum Beispiel Anrufer an Feiertagen eine andere Ansage als nachts oder tagsüber. |
| Fernsteuern |
| Die Steuerung der Anlage von beliebigen Programmiersprachen ist möglich. |
| Mehrsprachigkeit |
| Die Sprachprompts (z. B. für die Voicemailbox) können in mehreren Sprachen abgelegt werden. |
| Abrechnungssystem |
| Jedes Telefonat wird auf Wunsch protokolliert und ermöglicht eine manuelle oder automatische Analyse mit Abrechnungssystemen. |
| Calling-Card-Funktion |
| Falls nicht jeder Mitarbeiter beliebig raus telefonieren darf, kann man Calling-Cards mit Guthaben anbieten. |
| Konferenzschaltung |
| Telefonkonferenzen mit beliebig vielen Teilnehmern sind kein Problem. |
| Aufzeichnen |
| Gespräche, auch Konferenzen, lassen sich auf Wunsch aufnehmen, zum Beispiel als MP3 speichern und erleichtern so das Protokollieren. |
| Fax |
| Mit einer kleinen Erweiterung ist eine Asterisk-Anlage auch als Fax (incoming and outgoing) verwendbar. |
Bevor man allerdings mit den Vorzügen der VoIP-Telefonie Bekanntschaft machen kann, muss man den Asterisk erst einmal konfigurieren. Die Komplexität und Unübersichtlichkeit der Konfiguration ist sicherlich der größte Nachteil der Software. Der Anfänger muss dabei eine extrem hohe Hürde bis zum ersten Erfolg nehmen. Linux-Veteranen fühlen sich dabei schnell an die ersten Gehversuche mit sendmail erinnert. Es gibt zwar Software-Lösungen, die mit einfachen Eingabemasken – meist auf einer Web-GUIs – dieses Manko beseitigen wollen, in der Praxis kommt man aber um ein manuelles Eingreifen selten herum, wenn man sich nicht nur mit den „08/15-Features“ begnügen will. Wer unabhängig davon einen schnellen Einstieg sucht, dürfte mit Komplettlösungen wie Asterisk@Home [3] gut bedient sein. Dabei wird ein Linux mit der fertigen Asterisk-Installation auf einem PC installiert. In dieser Installation enhalten ist außerdem ein Webserver mit einer Applikation zur Konfiguration des Systems. Man muss also nur noch die IP-Adresse dieses Rechners im Browserfenster seines Lieblingsbrowsers eingeben und kann direkt anfangen.






Eine Antwort
von Adrian 07.09.2010 (11:26Uhr) 1.
habe mir selber grad eine Virtuelle Telefonanlage installieren lassen.Bin sehr zufrieden ist absolut ausfallsicher, billiger und schneller als die alte und wir konnten sie genau nach unseren Wünschen anpassen.