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Zur Kasse, bitte! Bezahlmethoden in Online-Shops

    Zur Kasse, bitte! Bezahlmethoden in Online-Shops
Bezahlmethoden in Online-Shops. (Bild: © Dron - Fotolia.com)

Vor der Eröffnung eines Online-Shops gilt es vieles zu bedenken. Einer der wichtigsten Punkte ist die Frage, wie zukünftig Kunden im eigenen Online-Shop bezahlen sollen.

Die Auswahl der richtigen Bezahlverfahren stellt Online-Händler vor eine Herausforderung: Sie selbst wollen einen möglichst hohen Umsatz erwirtschaften und möglichst wenig Geld für die Abwicklung der Zahlungen ausgeben. Kunden wiederum möchten eine für sie möglichst bequeme Bezahlart, die gleichzeitig das größtmögliche Maß an Sicherheit bietet. Für Online-Händler ist dies eine Gratwanderung, zumal die Abbruchrate beim Kaufvorgang rapide ansteigen kann, wenn beim Checkout nicht die gewünschte Zahlungsart angeboten wird. Beschränkt sich der Shop-Betreiber auf Vorkasse und Kreditkarte, ist das für ihn selbst zwar sehr sicher. Viele Kunden werden aber den prall gefüllten Warenkorb einfach schließen und den Kauf beim Checkout abbrechen.

Payment auslagern?

Online-Händler können Zahlungen entweder selbst oder mit Hilfe ihrer Hausbank entgegen nehmen, einen externen Zahlungsabwickler (Acquirer) hinzuziehen oder das Thema an einen Payment-Service-Provider (PSP) auslagern. Die erste Möglichkeit lässt im Prinzip ausschließlich Vorkasse- und Lastschriftzahlungen zu. Wird ein Acquirer hinzugenommen, gibt es einen externen Vertragspartner, der beispielsweise Kreditkartenzahlung ermöglicht. Dieser ist dann zum Beispiel von Visa oder Mastercard lizenziert und darf Transaktionen in deren Netzwerken durchführen. Online-Händler können den kompletten Prozess des Zahlungsverkehrs aber auch an einen PSP abgeben. Dies sind technische Dienstleister, die eine Anbindung an den Online-Shop des Händlers vornehmen, verschiedene Zahlarten unter einem Dach bündeln und um bestimmte Dienstleistungen erweitern. Akzeptanzverträge mit Acquirern entfallen dadurch zwar nicht, jedoch bieten viele PSPs die Vermittlung dieser Verträge als bürokratische Entlastung mit an.

Zusatzleistungen eines PSP

Die Realität zeigt, dass es mit Abwicklung der Zahlung unter Umständen noch nicht getan ist. Der Geldeingang kann ausbleiben oder bereits getätigte Abbuchungen wieder zurückgebucht werden. Für diesen Fall bieten viele PSP zusätzliche Dienstleistungen an.

Risikomanagement

Beim Risikomanagement (Fraud-Protection) geht es darum, das Risiko eines Zahlungsausfalls zu verringern und einen möglichen Betrug zu vermeiden. Dafür werden Bonitätsprüfungen durchgeführt oder Schlecht-Zahler-Listen abgeglichen, um den potenziellen Kunden einschätzen zu können und anschließend zu entscheiden, welche Zahlungsarten diesem Kunden zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig kommen unterstützend technische Verfahren zum Einsatz, mit denen dem Kunden von vornherein nur solche Bezahlarten angezeigt werden, die er auch wirklich nutzen kann.

Online-Händlern, die die Bezahlart Rechnungskauf anbieten, bietet das Unternehmen Klarna Risikomanagement in Verbindung mit Factoring.
Online-Händlern, die die Bezahlart Rechnungskauf anbieten, bietet das Unternehmen Klarna Risikomanagement in Verbindung mit Factoring.

Forderungsmanagement

Im Forderungsmanagement geht es nicht nur um unwillige Zahler. Online-Händler sollten vor Augen haben, dass Menschen das Bezahlen auch einfach mal vergessen. Deshalb sollte ein nötiges Forderungsmanagement erst mit einer höflichen Zahlungserinnerung im Namen des Händlers erfolgen, bevor ein Inkassodienst beauftragt wird. In der Regel wird das Mahnverfahren bis zur gerichtlichen Beitreibung durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt ist in der Regel auch die Beauftragung eines Anwalts notwendig.

Factoring

Der Schaden durch den kompletten Ausfall einer Zahlung kann zusätzlich durch einen Forderungsverkauf vermieden werden – eine Dienstleistung, die im Allgemeinen für die Zahlungsverfahren Rechnung und Lastschrift in Anspruch genommen wird. Dabei wird die Forderung, die der Shopbetreiber an seinen Kunden stellt, gegen eine Gebühr an die Factoring-Gesellschaft verkauft. Dies geschieht entweder bereits zum Zeitpunkt der Rechnungslegung, oder aber im Falle eines tatsächlich auftretenden Zahlungsausfalls. Bei Zahlungsanbietern, die sich auf eine Rechnungsabwicklung spezialisiert haben, ist es meist üblich, dass die Rechnung direkt vom Zahlungsanbieter an den Kunden gestellt wird. Auf jeden Fall ist das Forderungsmanagement ab dem Moment des Forderungsverkaufs nicht mehr die Angelegenheit des Händlers.

Auswahlkriterien für Shopbetreiber

Wichtige Fragen für die Auswahl eines PSP sind:

  • Ist eine Schnittstelle zum vorhandenen Shopsystem vorhanden oder ist diese auf Wunsch schnell und bezahlbar realisierbar?
  • Unterstützt der Anbieter die bevorzugten Zahlungsweisen der Zielgruppe?
  • Soll der Zahlungsanbieter möglichst nicht in Erscheinung treten und der Kunde den Eindruck gewinnen, dass „direkt beim Händler“ bezahlt wird? Dann sollten Shop-Betreiber nach einer White-Label-Lösung Ausschau halten.
  • Kann das Risikomanagement individuell angepasst werden, zum Beispiel wenn die Anzahl der Kaufabbrüche nach Einführung eines Risikomanagements ansteigt? Schließlich bringt es nichts, wenn 30 Prozent der Kunden abspringen, weil plötzlich nur noch Vorkasse und Kreditkarte als Zahlungsmethode zur Verfügung stehen.
  • Wie steht es mit einmaligen Implementierungskosten, den monatlichen Kosten und den Transaktionsgebühren? Bei Kreditkarten ist auch die Frage nach dem Disagio, also der Service-Gebühr des Kartenherausgebers, entscheidend.
  • Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit in Anbetracht der Warenkorbhöhe aus? Bei einer Marge von 2,5 Prozent verbietet sich ein Disagio von 3,5 Prozent quasi von selbst.

Die gängigsten Zahlungsmethoden

Die verfügbaren Zahlungsmethoden lassen sich in mehrere Kategorien einteilen: Zahlungen, die vor der Lieferung getätigt werden (Vorkasse-Zahlungen), Zahlungen, die erst nach Erhalt der Lieferung getätigt werden und die Zahlung bei der Lieferung. Für den Versandhandel steht für Letzteres nur die Zahlungsart Nachnahme zur Verfügung, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung verloren hat. In den nachfolgenden Abschnitten werden die einzelnen Zahlungsmethoden zusammen mit den prozentualen Nutzerzahlen des zurückliegenden Jahres erläutert.

Vorkasse als Vorabüberweisung

Vorkasse wird fälschlicherweise häufig als eine Zahlungsmethode angesehen, die für Händler kostenlos ist. Tatsächlich entstehen Personal-Kosten und Zeitaufwand für die Zuordnung der Zahlungen, für die Nachforschung bei nicht zuzuordnenden Zahlungen sowie für diverse Nebenkosten wie Telefongebühren und ähnliches. Vorkasse als einzige Zahlungsart ist ein Umsatz-Killer; laut einer aktuellen Studie von ibi Research würden knapp neun von zehn potenziellen Kunden den Kauf direkt abbrechen, wenn lediglich Vorkasse angeboten wird [1]. Die Zahlung per Vorkasse kann zu Beginn der Handelstätigkeit von Händlern mit geringem Volumen eingesetzt werden – unter der Voraussetzung, dass weitere Zahlungsmethoden folgen. Das Zahlungsverfahren Vorkasse wurde im letzten Jahr noch von 34 Prozent der Kunden genutzt.

Das Online-Bezahlsystem PayPal ermöglicht es auch kleinen Online-Shop-Betreibern, die Zahlung per Lastschrift oder Kreditkarte anzubieten.
Das Online-Bezahlsystem PayPal ermöglicht es auch kleinen Online-Shop-Betreibern, die Zahlung per Lastschrift oder Kreditkarte anzubieten.

Nachnahme

Nachnahme ist das Urgestein des Versandhandels. Die Zahlungsmethode ist jedoch für Verkäufer und Kunden gleichermaßen teuer und unattraktiv. Dem Kunden bietet die Nachnahme durch die fehlende Möglichkeit, die Ware vor dem Bezahlen in Augenschein zu nehmen, keinerlei Sicherheit: Ein betrügerischer Verkäufer kann auch Backsteine in einem Karton packen. Dementsprechend wurde das Verfahren 2012 um zwei Drittel weniger in Anspruch genommen als noch im Jahr 2008. Nur fünf Prozent der Kunden haben diese Bezahlart 2012 noch genutzt, und dies vorwiegend für teure Produkte. Shopbetreiber mit hochpreisigen Produkten können die Nachnahme anbieten, sollten sicherheitsbedürftigen Kunden aber auch den Kauf auf Rechnung offerieren.

Links und Literatur

  1. Studie „Erfolgsfaktor Payment“
  2. Barzahlen

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1 Reaktionen
Stefan
Stefan

Gute Übersicht, Danke Jochen! Wichtiger als die Bezahlung ist jedoch die Bestellung selbst. So reicht es für manche (kleinere) Unternehmen im ersten Schritt auch, wenn es ein einfaches Bestellformular gibt, die Bestellung per E-Mail eintrudelt und eine Rechnung per Post oder E-Mail geschickt wird. Sobald man aber wirklich online bezahlen kann, sollten (wie im Artikel beschrieben) möglichst viele/die beliebtesten Bezahlmethoden angeboten werden und auch der Bestellprozess selbst optimiert wird. Gerne helfen wir bei der Integration von Payment-Systemen in Websites oder Onlineshops: http://www.acid21.com/Onlineshop-Agentur/

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