Die Abwicklung kleiner Bezahlbeträge im E-Commerce ist besonders aufwendig, da der Transaktionsaufwand technisch unabhängig von der Höhe des Betrags ist, der bezahlt werden soll. Es müssen also weitgehend die gleichen Verfahren wie bei großen Beträgen angestoßen werden, denn Bargeld kann (noch) nicht so einfach durch Protokolle übertragen werden, wie etwa Bilder, Texte, Musik- oder Videodateien. Wir beleuchten die verschiedenen Verfahren im Micropayment und zeigen die Unterschiede auf.
Die Hilfssysteme haben sich in ihrer Struktur in den letzten Jahren kaum geändert. Umso mehr ist es wichtig, die bestehenden Verfahren zu kennen, um für individuelle Anwendungen das jeweils passende System zu implementieren.
Alle hier vorgestellten Systeme sind kontenbasiert, das heißt sie greifen, wenn auch auf verschiedene Art, auf ein virtuelles Nutzerkonto zu. Dieses kann entweder personalisiert sein, zum Beispiel in Form einer Kreditkarte oder eines offiziellen Girokontos, von dem Lastschriften abgebucht werden, oder aber anonym laufen, wie es bei Prepaid-Systemen der Fall ist. Die erste Gruppe kann, die zweite Gruppe muss auf Vorauszahlungsbasis ablaufen.
Für die Einbindung in Shopsysteme ist es wirtschaftlich vor allem wichtig, die Kundengruppe und ihre Vorstellungen zu kennen. Es gibt also kein gutes oder schlechtes Micropayment, sondern immer nur Verfahren, die sich für bestimmte Produkt-Markt-Kombinationen mehr oder weniger eignen.
Lastschrift und Kreditkarte
Zur klassischen Gruppe der E-Commerce-Zahlverfahren, auch im Micropayment, gehören noch immer Lastschrift- und Kreditkartenzahlung. Technisch müssen dabei Authentifizierung (Wer?), Autorisierung 1 („will“ bezahlen) und Autorisierung 2 („kann“ bezahlen) abgebildet werden. Da es beim Micropayment um kleine Beträge geht, ist es besonders schädlich, wenn Rückbelastungen entstehen. Dann übersteigen die Zusatzgebühren die ursprünglichen Beträge der Zahlungstransaktion bei weitem.
Technisch unterscheidet sich die Implementierung eines Lastschriftzahlungsverfahrens von der des komplexeren Kreditkartenzahlungsverfahrens unter anderem dadurch, dass sie selbst programmiert werden kann. Zur Risikominimierung vorab lassen sich Dienste wie creditpass.de ankoppeln. Eine über XML ansprechbare Plattform liefert dann Daten fast aller Auskunfteien und Auskunftsarten im Bereich der Bonitäts- und Wirtschaftsprüfung, ohne dass alle Schnittstellen einzeln eingebunden, betrieben und laufend angepasst werden müssen.
Kreditkartenzahlungen wiederum sind, auch aufgrund der in den letzten Jahren gestiegenen Zahl an Missbrauchsfällen, durch Standards der Payment Card Industry (PCI) geschützt. Hier ist es absolut ratsam, die Abwicklung nicht selbst zu programmieren, sondern Komplett-Systeme eines Dienstleisters (z. B. Concardis, Heidelpay, Ogone, PayOS, Payone, Saferpay, Wirecard etc.) zu integrieren, zumal viele der Anbieter auch optionale Bonitätsprüfungen anbieten.



















Immer wieder interessant, wie (in diesem Fall Ihr Autor) Herr Wolff die Telekom Payment-Palette - auch bei Kongreßvorträgen - ausblendet; und dies als BDOA-Vorsitzender.
Nicht unbedingt eine Recherche-Arbeit mit dem Ziel höherer Markt-Transparenz.
Schade, dass der Heftnutzer bei dem Magazinpreis nur einen eingeschränkten Blick auf die verfügbare Zahlungspalette erhält.
Gerne können Sie über uns weitere Infos zu dem MicroPayment/PrePaid-Verfahren von T-Pay erhalten und ggf. online ergänzen.
Schönen Wochen-Start!
Axel Hübner
Deutsche Telekom AG
Products & Innovation
Es ist ja prinzipiell richtig, dass bei kleinen Beträgen der Aufwand für die Abwicklung nicht geringer ist. Richtig ist aber auch, dass die Gebühren grundsätzlich zu hoch sind.
Im Zeitalter moderner Technik ist eine Gebühr pro Transaktion von maximal 1 Cent durchaus gewinnbringend realisierbar. Das wäre dann die Basis für völlig neue Geschäftsmodelle wie Paid Content.
Das Wunschdenken der Verleger im Internet Einnahmen durch Paid Content zu erzielen sind zum Scheitern verurteilt solange es kein Micropayment System gibt, welches sich mit weniger als 1 Cent bzw. weniger wie 5% des Rechnungsbetrags bei Kleinstbeträgen begnügt.
Ein abschreckendes Beispiel ist iTunes. Ein Mindestpreis von 1 Dollar unterbindet effektiv den Verkauf einzelner Texte an die Leser. 30 Prozent der Einnahme an Apple ist auch eine Unverschämtheit, da Apple keinen entsprechenden Mehrwert liefert.
Verleger und Journalistenverbände müssen wohl selbst ein Payment System entwickeln, damit funktionierende Geschäftsmodelle im Web möglich werden.
Ja, Sie haben Recht. Die T-Pay verfügt wirklich über ein breites und kompetentes Spektrum verschiedener Bezahlverfahren.
Zu: #2 Klaus Minhardt
Ihren Ärger über hohe Kosten kann ich verstehen. Wenn es privatwirtschaftlich günstiger ginge, gäbe es das nach 15 Jahren eCommerce auch schon. Es passt aber aufgrund der von mir genannten notwendigen Prozesse nicht. Gerade deshalb könnte das Thema "Digitales Bargeld", herausgegeben durch die EZB, eine gute Alternative sein.
Zu: #3 T. Brandt
Ich kann Ihnen nicht helfen, wenn Sie nur eigenes vorhandenes Schubladenwissen 1:1 im Artikel wiederfinden möchten. Da haben gute t3n-Artikel mehr zu bieten. Es geht um Systematik, um Denken statt um Aneinanderreihen. Die pauschale Verunglimpfung zur Qualität meines Inhaltes verstehe ich auch nicht: Im Text werden "Giropay" und "Sofortüberweisung" von mir doch als "Alternative Bezahlverfahren" und als "Neue Anbieter" bezeichnet?! Und die Tabelle kann nur einen groben Überblick nach max. drei Kategorien geben, die hier auch passen. Ebenso geht es im Artikel um MicroPayment und nicht um Payment allgemein wie von Ihnen geschrieben. Siehe nochmals Überschrift und gesamter Inhalt.
passend hierzu reagiert die micropayment GmbH auf aktuelle Anfragen aus der Verlagswelt und stellt ein neues Zahlungssystem vor.
Die Medienlandschaft befindet sich im Umbruch. Besonders deutlich ist dies im Bereich der Verlage zu spüren, in dem immer mehr Inhalte klassischer Printmedien, insbesondere solche, die eine jüngere Klientel ansprechen, auch über elektronische Vertriebskanäle angeboten werden. Als erster Full Service Payment Service Provider (PSP) reagiert die micropayment GmbH auf diesen Trend und bietet mit “HandyPay” ein Zahlungssystem an, das die Zahlung per SMS-Verfahren auch für Abonnements ermöglicht.
Weitere Informationen unter http://micro-payment.blogspot.com/
[...] Bilder, Texte, Musik- oder Videodateien…” Dipl.-Kfm. Manfred K. Wolff beleuchtet im t3n Magazin die Möglichkeiten und Risiken im [...]