Fazit
Wer zum Jahrtausendwechsel, also vor nunmehr knapp zehn Jahren, in den Tiefschlaf verfallen und erst jetzt wieder aufgewacht wäre, würde sich über die Entwicklung im Bereich Micropayment wohl enttäuscht zeigen. Offen gestanden ist in der Zeit wenig passiert. So stand es kürzlich auch beim letzten Workshop für Zahlungssysteme EZM an der Uni Karlsruhe unwidersprochen im Raum: Die Payment-Branche hat im Bereich Micropayment in den vergangenen Jahren wenig erreicht.
Fast alle Pläne einheitlicher allgegenwärtiger Großsysteme sind gescheitert. Die zahlreichen Verfahren sind für den Händler im Vergleich zum Münzaustausch am Point of Sale oft zu teuer: einerseits wegen des technischen Aufwands, andererseits, weil ihre Verbreitung die kritische Mindestmasse nicht erreichen kann.
Aus Sicht des Autors ist es im Ausblick deshalb unverzichtbar, dass der Herausgeber des Bargelds, die Europäische Zentralbank EZB, statt gepresstem Metall und bedrucktem Papier endlich auch einmal elektronische Token emittiert. Ansonsten entsteht ein Marktversagen, weil sich ganze Branchen kaum entwickeln, die auf vernünftige Verbreitung und Akzeptanz ebenso angewiesen sind wie auf Gebühren, die bei Micropayments am Ende nicht im zweistelligen Prozent-Bereich liegen.
In den Bereichen Gaming und Pornografie boomen Micropayment-Angebote noch immer. Wenn Micropayment jedoch flächendeckend akzeptiert werden will, muss es auch für solide Angebote aus dem Handel mit kostenintensivem eigenen Einsatz bei geringen Margen offen werden. Echtes elektronisches Bargeld der EZB, verteilt wie klassisches Bargeld durch die Geschäftsbanken, könnte diesen Mangel in Zukunft beheben.
Anbieter-Übersicht
| Lastschrift und Kreditkarte | |
| Concardis | http://www.concardis.com/ |
| Heidelpay | http://www.heidelpay.de/ |
| Ogone | http://www.ogone.com/ |
| PayOS | http://www.payos.de/ |
| Payone | http://www.payone.de/ |
| Saferpay | http://pos-ecommerce.six-card-solutions.com/de/offers/e-payment |
| WireCard | http://www.wirecard.de/ |
| Prepaid-Kreditkarte | |
| WireCard | http://www.wirecard.de/ |
| Landesbank Berlin | https://service.lbb.de/portal/whitelabel/index.php?pid=3 |
| Klassisches Micropayment | |
| ClickandBuy | http://www.clickandbuy.com/ |
| PayPal | http://www.paypal.de/ |
| Paysafecard | http://www.paysafecard.com/ |
| Giropay | http://www.giropay.de/ |
| Sofortüberweisung.de | https://www.payment-network.com/ |


















Immer wieder interessant, wie (in diesem Fall Ihr Autor) Herr Wolff die Telekom Payment-Palette - auch bei Kongreßvorträgen - ausblendet; und dies als BDOA-Vorsitzender.
Nicht unbedingt eine Recherche-Arbeit mit dem Ziel höherer Markt-Transparenz.
Schade, dass der Heftnutzer bei dem Magazinpreis nur einen eingeschränkten Blick auf die verfügbare Zahlungspalette erhält.
Gerne können Sie über uns weitere Infos zu dem MicroPayment/PrePaid-Verfahren von T-Pay erhalten und ggf. online ergänzen.
Schönen Wochen-Start!
Axel Hübner
Deutsche Telekom AG
Products & Innovation
Es ist ja prinzipiell richtig, dass bei kleinen Beträgen der Aufwand für die Abwicklung nicht geringer ist. Richtig ist aber auch, dass die Gebühren grundsätzlich zu hoch sind.
Im Zeitalter moderner Technik ist eine Gebühr pro Transaktion von maximal 1 Cent durchaus gewinnbringend realisierbar. Das wäre dann die Basis für völlig neue Geschäftsmodelle wie Paid Content.
Das Wunschdenken der Verleger im Internet Einnahmen durch Paid Content zu erzielen sind zum Scheitern verurteilt solange es kein Micropayment System gibt, welches sich mit weniger als 1 Cent bzw. weniger wie 5% des Rechnungsbetrags bei Kleinstbeträgen begnügt.
Ein abschreckendes Beispiel ist iTunes. Ein Mindestpreis von 1 Dollar unterbindet effektiv den Verkauf einzelner Texte an die Leser. 30 Prozent der Einnahme an Apple ist auch eine Unverschämtheit, da Apple keinen entsprechenden Mehrwert liefert.
Verleger und Journalistenverbände müssen wohl selbst ein Payment System entwickeln, damit funktionierende Geschäftsmodelle im Web möglich werden.
Ja, Sie haben Recht. Die T-Pay verfügt wirklich über ein breites und kompetentes Spektrum verschiedener Bezahlverfahren.
Zu: #2 Klaus Minhardt
Ihren Ärger über hohe Kosten kann ich verstehen. Wenn es privatwirtschaftlich günstiger ginge, gäbe es das nach 15 Jahren eCommerce auch schon. Es passt aber aufgrund der von mir genannten notwendigen Prozesse nicht. Gerade deshalb könnte das Thema "Digitales Bargeld", herausgegeben durch die EZB, eine gute Alternative sein.
Zu: #3 T. Brandt
Ich kann Ihnen nicht helfen, wenn Sie nur eigenes vorhandenes Schubladenwissen 1:1 im Artikel wiederfinden möchten. Da haben gute t3n-Artikel mehr zu bieten. Es geht um Systematik, um Denken statt um Aneinanderreihen. Die pauschale Verunglimpfung zur Qualität meines Inhaltes verstehe ich auch nicht: Im Text werden "Giropay" und "Sofortüberweisung" von mir doch als "Alternative Bezahlverfahren" und als "Neue Anbieter" bezeichnet?! Und die Tabelle kann nur einen groben Überblick nach max. drei Kategorien geben, die hier auch passen. Ebenso geht es im Artikel um MicroPayment und nicht um Payment allgemein wie von Ihnen geschrieben. Siehe nochmals Überschrift und gesamter Inhalt.
passend hierzu reagiert die micropayment GmbH auf aktuelle Anfragen aus der Verlagswelt und stellt ein neues Zahlungssystem vor.
Die Medienlandschaft befindet sich im Umbruch. Besonders deutlich ist dies im Bereich der Verlage zu spüren, in dem immer mehr Inhalte klassischer Printmedien, insbesondere solche, die eine jüngere Klientel ansprechen, auch über elektronische Vertriebskanäle angeboten werden. Als erster Full Service Payment Service Provider (PSP) reagiert die micropayment GmbH auf diesen Trend und bietet mit “HandyPay” ein Zahlungssystem an, das die Zahlung per SMS-Verfahren auch für Abonnements ermöglicht.
Weitere Informationen unter http://micro-payment.blogspot.com/
[...] Bilder, Texte, Musik- oder Videodateien…” Dipl.-Kfm. Manfred K. Wolff beleuchtet im t3n Magazin die Möglichkeiten und Risiken im [...]