Beim Einarbeiten in GTD helfen nicht nur die Lektüre des Buchs „Getting Things Done“ – wer akzeptabel Englisch kann, sollte das Original lesen, statt sich mit der passagenweise rätselhaften deutschen Übersetzung „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ abzumühen – und seines Nachfolgerbuchs „Ready for Anything“, das mehr oder minder eine Sammlung von Newslettern ist. Inzwischen haben sich eine Reihe von Weblogs dem Thema GTD verschrieben. Auf 42folders.com und LifeHacker.com, im deutschen Sprachraum unter anderem auf ImGriff.com [2] kann man täglich nachlesen, welche Software man noch ausprobieren sollte oder welches Papierspielzeug man noch basteln könnte, anstatt zu arbeiten. Eine Ablenkung, die längst den Namen „Productivity Porn“ verpasst bekommen hat. Man tut allerdings besser daran, sich seine eigene GTD-Lösung zu basteln und die Produktivitätspornographie links liegen zu lassen. Oder zumindest auf die „vielleicht irgendwann“-Liste zu verbannen.
Fazit
David Allen geht im Laufe des Buchs immer wieder darauf ein, dass man die Werkzeuge, mit denen man arbeitet, „mögen“ muss, um sie gern und konsequent einzusetzen. Nur, wenn das „verlässliche System“ konsequent und lückenlos ist, wird man es auch nutzen. Wenn nicht, schlagen die Wogen aus zu vielen Aufgaben und Stress schon bald wieder über dem Kopf zusammen.
Obwohl GTD am besten wirkt, wenn man es möglichst umfassend einsetzt, lässt sich auch von kleinen Änderungen an Arbeitsabläufen profitieren – etwa, indem man beim Verfassen von Tasks gleich eine konkrete Handlungsanweisung notiert oder Aufgaben, die zwei Minuten oder weniger erfordern, sofort erledigt. Da GTD nicht nur eine Sammlung von Werkzeugen ist, sondern eher eine neue Denkweise oder, wie der englische Untertitel andeutet, eine Kunst, erlernt man es am besten, indem man sich die Techniken Stück für Stück aneignet. Wer das Buch später ein zweites Mal liest, sieht schnell, woran es noch hapert. Manchen hilft es,das Projekt „stressfreie Effizienz“ in der Gruppe anzugehen, andere kommen besser mit einem Kurs oder Coaching zurecht.





2 Antworten
von Andreas Wegner 05.01.2010 (19:11Uhr) 1.
Interessante und entspannt geschriebene Zusammenfassung des GTD-Konzepts. Ich würde allen des Englischen Mächtigen jedoch mittlerweile das neue Buch "Making it all work" von David Allen empfehlen, da es die Erfahrungen der letzten 10 Jahre und des GTD-Hypes verarbeitet und die Anwendung der Methode auch konsequent anhand eines Beispiels beschrieben (jemand erbt ein Geschäft von der Erbtante und muß sich in diesem Zusammenhang komplett neu orientieren) und die einzelnen Aspekte auf sehr eingängige Weise veranschaulicht.
von OliverG 11.01.2010 (09:24Uhr) 2.
Hi,
Ich hab den 'neuen' allen auch gelesen, finde ihn am Anfang etwas umständlich, ansonsten allerdings prima. Insgesamt ist der Text halt deutlich 'länglicher' als GTD.
Ob er GANZ ohne GTD-Lektüre funktioniert, ist schwer zu sagen. Ich kenn keinen, der nur MIAW gelesen hat ;)