von Jan Tißler, 02.12.2008

Blogosphäre – Zwischen Web-2.0-Unlust und sozialem Engagement: Deutschlands schlafmützige Internetnutzer

Aus dem
t3n Magazin Nr. 14

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Während WordPress und andere somit weiter wachsen, schlagen manche die Gegenrichtung ein. Habari [6] beispielsweise ist ein Blogsystem, das sich ganz auf seine Kernfunktionalität beschränkt. Gut möglich, dass WordPress über kurz oder lang eine entsprechende Lücke im Markt hinterlässt, so lang es nicht eine abgespeckte Variante gibt.

Aber es geht noch kleiner: Um maximal 140 Zeichen geht es Ende Januar in Hamburg. Cem Basman hat die Microblogging Conference ins Leben gerufen, Karten können vorbestellt werden [7]. Unter Microblogging werden Dienste wie Twitter zusammengefasst, in denen es um die Verbreitung von Kurznachrichten geht. Über reines Alltagsgeplänkel sind sie inzwischen hinaus. Es gibt sie für den Business-Einsatz, per Link lassen sich zudem andere Medieninhalte wie Fotos, Videos oder Musik verbreiten und mit Laconica gibt es ein interessantes Open-Source-Projekt [8].

Nur: Was nützen diese vielen schönen Tools, wenn sie keiner nutzt? Oder wenn es niemanden gibt, der sich alle diese Inhalte ansieht? In Deutschland scheint das besonders schwierig zu sein. Das jedenfalls will man bei Forrester herausgefunden haben. Satte 53 Prozent der Deutschen nutzen keine der Möglichkeiten des „Mitmachweb“. Blogs, Podcasts, Foren, selbst Bewertungsportale interessieren sie nicht. Ganz anders die Südkoreaner: Bei ihnen ist fast die komplette Bevölkerung im Internet aktiv. Und hier sind die Frauen die intensiveren Internetnutzer als die Männer [9].

Dazu passt die Idee, die hinter dem Projekt „Blogpatenschaften“ [10] steht: Es will Profis und Laien in Sachen Bloggen zusammenbringen. Auf diese Weise sollen vor allem sozial engagierte Projekte den Sprung ins Web 2.0 schaffen. Wer sich als Blogpate einträgt, stellt sein eigenes Blog für Gastbeiträge zur Verfügung oder hilft anderen bei Einrichtung und Betrieb eines eigenen Weblogs. Hier wird das Internet wirklich „social“.

Außerdem gab es natürlich wieder eine neue Folge der Soap: „Journalisten und Blogger – eine Geschichte voller Missverständnisse“. Diesmal war es die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung – Blogger wurden darin mit Hundeflöhen verglichen. Sehr nett. Aber diese ganze Diskussion ist inzwischen so langweilig geworden, dass wir über diese neueste Episode an dieser Stelle einfach den Mantel des Schweigens decken.

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2 Antworten

  1. von Jan Christe 02.03.2009 (10:26Uhr) 1.

    Ich bin vor allem auf die erste finale Version von BuddyPress gespannt. Mal sehen, wie viele WorPress-basierte Social Networks das Jahr 2009 hervorbringen wird.

  2. von Martin Brüggemann 02.03.2009 (10:50Uhr) 2.

    Finde Buddypress "technisch" noch nicht richtig rund -> für den Produktiveinsatz sollte man sich wohl noch etwas gedulden.

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