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CMS-Check: Ein Blick in die Zukunft von WordPress, TYPO3, Joomla und Drupal

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Aus dem
t3n Magazin Nr. 30

12/2012 - 02/2013

CMS-Check: Ein Blick in die Zukunft von WordPress, TYPO3, Joomla und Drupal

Joomla

Der Leitsatz der noch ofenwarmen, neuen Joomla-Version 3.0 lautet „Ready for Mobile“. ist damit das erste große Open-Source-CMS, das man standardmäßig im Frontend und im administrativen Bereich mit und Tablets nutzen kann. In den letzten sechs Monaten hat die Joomla-Community die komplette Benutzerschnittstelle von Joomla überarbeitet und im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit und die Abläufe optimiert.

Das sind oft kleinere Änderungen, die aber letztlich die tägliche Arbeit sehr erleichtern. Zudem setzt Joomla nun voll auf Bootstrap, ein HTML/JavaScript-Framework, das beim Web Development unterstützt. Die komplette Administrationsoberfläche sowie eines der Frontend-Templates sind mit Bootstrap erstellt. Damit lässt sich Joomla quasi automatisch mit Smartphones und Tablets nutzen und auch das Buzzword der letzten sechs Monate findet sich in Joomla 3 wieder: Responsive Design.

Joomla 3 ist für die Darstellung und Nutzung auf Smartphones und Tablets optimiert.

Insgesamt hat Joomla in den letzten zwei Jahren große Schritte gemacht: Es hat nun ein ausgewachsenes ACL-System und unterstützt neben MySQL auch MS SQL sowie PostgreSQL. Außerdem kann man Aktualisierungen per One-Click durchführen und ein auf Barrierefreiheit optimiertes Template nutzen. Mit der Joomla-Plattform kann man Joomla darüber hinaus auch als Web-Anwendungs-Framework verwenden.

Auch die Joomla-Community entwickelt sich schnell: Sie bietet mehr als 10.000 Erweiterungen – allein für Joomla 3 waren es nach nur zwei Wochen über 400. Dabei liefert Joomla 3 den Entwicklern solcher Erweiterungen Vorteile. Neben der Einführung von Bootstrap enthält Joomla 3 nun nämlich auch eine Joomla User Interface Library (JUI). Damit können Entwickler ihre Erweiterungen viel einfacher an das Look-and-feel von Joomla anpassen und Benutzerschnittstellen bauen, die dem üblichen Workflow folgen. Das wiederum vereinfacht es den Nutzern, mit den Erweiterungen schnell und einfach zurechtzukommen.

Je nach Erweiterung ist sicherlich noch eine Erläuterung notwendig. Aber die gleich aussehenden Bedienelemente vereinfachen die Einarbeitung. Editiert ein Template-Designer das Look-and-feel einer Joomla-Anwendung, ändern sich die Erweiterungen dann außerdem konsistent zum Gesamtsystem. Entwickler müssen und sollten daher in der Zukunft keine eigenen CSS-Regeln integrieren, um die Benutzerschnittstelle zu gestalten.

Darüber hinaus nutzt Joomla 3 als JavaScript-Bibliothek jetzt auch jQuery. Der Umstieg von Mootools ist aber noch nicht komplett abgeschlossen, so dass man derzeit teilweise beide Bibliotheken findet. Hier gibt es noch etwas Optimierungsbedarf.

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Joomla wurde vor einiger Zeit auf einen neuen Release-Zyklus umgestellt und erscheint nun alle sechs Monate in einer neuen Version.

Update & Joomlas Zukunft

Die Version 3.0 ist eher noch etwas für die Early Adopters und diejenigen, die mit Joomla neu starten. Es gibt zwar schon einige Erweiterungen, die für die neue Version zur Verfügung stehen. Aber das Angebot ist bei Weitem nicht so umfangreich wie das für Joomla 2.5. Die gute Nachricht ist, dass die Version 2.5 noch mindestens bis Ende 2013 unterstützt wird und das Update auf 3.x unproblematisch sein wird. Wer also eine neue Website erstellen möchte und dazu alle Erweiterungen bereits für Version 3.0 findet, sollte umsteigen. Wenn das nicht gilt, kann man problemlos vorerst bei Version 2.5 bleiben.

Wie die Zukunft eines Open-Source-Projekts aussieht, lässt sich grundsätzlich schwer vorhersagen. Relativ sicher ist jedoch, dass es im März 2014 die nächste Joomla-Version geben wird. Vor einiger Zeit hat Joomla auf einen „Time Based Release Cycle“ umgestellt und bringt nun alle sechs Monate ein neues Release raus. Dabei gibt es zwei Typen: Short-Term-Releases (STR) und Long-Term Releases (LTR). Ein STR (x.0, x.1) wird noch einen Monat nach dem nächsten Release unterstützt, ein LTR (x.5) noch mindestens 18 Monaten nach dem nächsten LTR. Updates lassen sich unkompliziert per One-Click erledigen, wobei man wählen kann, ob man nur bei einem LTR oder auch schon bei einem STR updaten möchte.

Fazit

Um die Zukunft von Joomla muss man sich keine Sorgen machen. Als erstes Content Management System, das quasi sofort nach dem Auspacken „mobile ready“ ist, ist Joomla gut für die Post-PC-Ära gerüstet. Bei einem Marktanteil von drei Prozent der „Top Million Websites“ [3] finden sich zudem genügend Beispiele für erfolgreiche Joomla-Websites. Da rund 70 Prozent der „Top Million Websites“ aktuell gar kein CMS nutzen, sind , und keine Konkurrenten. Sie sind vielmehr gute Sparringspartner, die viel voneinander lernen können und jeweils genug Raum für die Ausweitung des eigenen Marktanteils haben.

Der Autor
dms 89f326a024c52a4102d50f5b6b5ff4d8 Robert Deutz ist freiberuflicher Softwareentwickler und im Leadership-Team von Joomla. Er erstellt Lösungen zur Unternehmenskommunikation auf Basis von PHP und Joomla.

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13 Antworten
  1. von DD am 07.12.2012 (18:49Uhr)

    Was soll diese Überschrift? Es steht nur was zu Dupal!! Sorry, das ist Mist!

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  2. von frank.specht am 07.12.2012 (19:07Uhr)

    Hi DD,

    schätze, Du hast die Buttons zu den weiteren Beiträgen am Artikelende übersehen.

    Gruß Frank

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  3. von Stephan Luckow am 07.12.2012 (19:48Uhr)

    Danke für den Artikel, der in die Zeit passt. Wer sich für einen direkten Vergleich von Open-Source-CMSse interessiert, merkt sich die CeBIT 2013 vor. Aktuell 10 Open-Source-CMSse planen einen Gemeinschaftsstand auf der CeBIT. Supporte dein CMS. http://www.cms-garden.org

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  4. von Alexander Sibert am 07.12.2012 (19:56Uhr)

    Ich habe so ziemlich alle gängigen Content-Management-Systeme an Kunden getestet. Wordpress ist einfach zu bedienen. Man läuft hier natürlich Gefahr, mit diversen Drittanbieter Plugins viele offene Sicherheitslücken zu präsentieren und viele Plugins sind von der Programmierung her nicht gerade fabelhaft. Ich persönlich würde Wordpress nur für reine Blogs verwenden.

    Drupal gehört zu den Enterprise CMS Systemen schlechthin und bietet schon vom Core heraus hohe Sicherheits-Standards, was die wichtigsten Module auch beibehalten. Drupal hat eine aktive weltweite Community, sehr viele brauchbare Module und das Ökosystem und Modulentwicklungsablauf sind vorbildlich. Man hat Maintainers, automatisierte Tests, Bugtracker, Issue Tracker, offene Roadmap, Dokumentationen, Statistiken und dev, alpha, rc, beta, stable Releases Unterteilung. Die Module ergänzen sich zudem einander. Man wird selten erleben, dass man doppelte Module und Funktionen vorfindet, wie es zum Beispiel bei Wordpress der Fall ist. Des Weiteren wird bei Drupal zwischen normalen und Sicherheits-Updates unterschieden. Wenn man es richtig macht, ist Drupal schon jetzt in Version 7 einfach zu bedienen. Für Blöcke wie individuelle News braucht man keine PHP Kenntnisse mehr, sondern macht dies einfach mit Views. Negative Seiten, aber es hat sich deutlich gebessert, sind verfügbare Templates für Drupal. Viele Wordpress Themes gibt es jetzt auch für Drupal. Außerdem ist die Entwicklung von Templates, mittlerweile dank Community, Forum und Dokumentationen einfach, sofern man es verstanden hat. Ich finde es sogar einfach als bei Wordpress. Zudem ist Drupal, sofern man es richtig bau, einfach zu bedienen. Ferner gibt es jetzt auch Drupal Commerce für eCommerce Lösungen. Gerade das Spark, Drupal Commerce und Symfony werden Drupal nochmal richtig stärken.

    Mit TYPO3 habe ich nicht sehr viel am Hut gehabt. Oft hört man, dass Kunden die Komplexität des Backends bemängeln, was dann aufwendige Schulungen mit sich bringt. Auch ist TYPO3 eher in Deutschland/EU bekannt und sehr selten in den USA beispielsweise vorzufinden. Die Performance von TYPO3 und Ausbaufähigkeit sollen aber exzellent sein, sofern man das Wissen dazu hat.

    Joomla kann man nur für kleine Homepages empfehlen. Ich finde das System zu statisch aufgebaut. Ich habe mit Joomla mal vor Jahren gearbeitet, aber danach nie mehr angefasst.

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  5. von david.karich am 08.12.2012 (00:02Uhr)

    Warum kaufe ich mir eigentlich noch das Print-Magazin, wenn keine zwei Wochen nach Erscheinung die Artikel schon kostenlos online veröffentlicht werden?

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  6. von Benjamin_Wagener am 08.12.2012 (00:56Uhr)

    @david.karich: Um vielleicht mit zu gewährleisten, dass diese Artikel auch weiterhin geschrieben werden?

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  7. von Benjamin_Wagener am 08.12.2012 (01:38Uhr)

    Ich fände es toll, wenn man bei diesem Vergleich auch mal weniger verbreitete CMS-Lösungen berücksichtigen würde, welche bei einigen Profis aber doch sehr beliebt sind, wie z.B. ModX oder ProcessWire.

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  8. von Thorsten Klöhn am 09.12.2012 (07:44Uhr)

    Ich finde die Artikel sehr gut schrieben.

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  9. von Micha am 10.12.2012 (10:16Uhr)

    Meiner Meinung nach fehlt im Artikel eindeutig CONTAO als aufstrebendes CMS!

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  10. von Luca Caracciolo am 10.12.2012 (11:22Uhr)

    @David Karich: Besonders bei Artikeln mit hohem Aktualitätsbezug veröffentlichen wir diese auch recht zeitnah online – macht einfach Sinn, weil sie in ein paar Monaten veraltet sind. Dies betrifft aber nur eine geringe Anzahl der Print-Artikel - der Magazinkauf lohnt also nach wie vor. ;)

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  11. von Marcus Graf am 10.12.2012 (14:41Uhr)

    Muss sagen, dass ich nach wie vor ein großer Fan von Wordpress bin. Typo3 ist viel zu komplex für Kunden, Drupal ist nicht schlecht, aber kann mit der Community von Wordpress nicht mithalten. Joomla kann ich persönlich nicht leiden, ist aber geschmackssache.

    Gerade Wordpress ist super erweiterbar, biete viele Anpassungsmöglichkeiten. Den meisten Kunden reicht Wordpress für ihre Seiten völlig. Es gibt wenige Seiten die wirklich so komplex werden, dass sich dort Typo3 oder Drupal rentiert.

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  12. von Benjamin_Wagener am 10.12.2012 (14:45Uhr)

    @Marcus Graf: Bei vielen würde aber auch so ein unkompliziertes CMS wie ProcessWire reichen, welches noch einfacher als Wordpress ist. Wenn Bloggen nicht das Kernziel ist, dann ist ProcessWire definitiv ein Blick wert.

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  13. von hexabinaer am 21.02.2013 (11:13Uhr)

    Es wurde oben schon erwähnt, aber da es offenbar ein großes Interesse am Vergleichen gibt, möchte ich nochmal auf das Projekt CMS-Garden hinweisen, das auf der CeBIT (5.-9. März 2013) einen 90-Quadratmeter-Messestand "bespielen" wird:

    CMS-Garden ist ein Non-Profit-Projekt, bei dem 13 Open-Source-CMS das gemeinsame Interesse verfolgen, Open Source einem breiten Publikum als vielfältige Alternative zu proprietärer Software vorzustellen. Dem direkten Vergleich (der ausdrücklich willkommen ist) stellen sich Drupal, Joomla!, TYPO3, Contao, Plone, WordPress, REDAXO, django CMS, OpenCMS, Scientific CMS, Papaya, Contenido, und Magnolia. MODX wird bei künftigen Aktionen auch dabei sein.

    Am Messestand stehen viele ehrenamtliche Berater/innen bereit (viele davon Entwickler, alle Anwender), Eure Fragen zu beantworten und Vorteile/Nachteile für individuelle Projekte zu bewerten.

    http://www.cebit.de/produkt/cms-garden/364109/Y215047#productDescription

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