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CMS-Check: Ein Blick in die Zukunft von WordPress, TYPO3, Joomla und Drupal

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Aus dem
t3n Magazin Nr. 30

12/2012 - 02/2013

CMS-Check: Ein Blick in die Zukunft von WordPress, TYPO3, Joomla und Drupal

WordPress

Eine WordPress-Philosophie lautet „Decisions not options“ (Entscheidungen, nicht Möglichkeiten). Mit Version 3.5, die noch vor Weihnachten erscheinen soll, wird sie beibehalten: Um den Frust bei Nutzern gering zu halten, sollen sie so wenig wie möglich entscheiden müssen. Im Backend werden Optionen deshalb weiterhin abgebaut. 3.5 erhält zwar eine wesentlich erweiterte XML-RPC-Schnittstelle, die automatisch aktiv ist. Diese lässt sich aber nicht über die Oberfläche deaktivieren. Ebenso ist es mit der einfachen Content-Einbettung via URL (oEmbed), der Editor-Größe, der Charset-Definition (Unicode ist Standard) und dem Upload-Pfad.

Optik & Tablets

Version 3.5 wird moderner, frischer und an die aktuellen Trends angepasst sein: weg von runden Buttons, hin zu kleinen Rundungen. Dazu kommt, dass die Administrationsoberfläche nun für die Anzeige auf Retina-Displays „HiDPI ready“ ist. Das Vorschaubild im Backend wird damit also nun gegebenenfalls Retina-ready geladen. Zudem kann man mit einem Klick alle Favoriten-Plugins vom offiziellen Repo installieren. Auch gibt es nun die Shortcuts „Skip to“. Texte für Screen-Reader werden weiter integriert.

Im Theme-Umfeld verfolgt die neue Version die Twenty*-Linie weiter. Das neue Standard-Theme Twenty Twelve lässt sich auch auf Tablets und nutzen. Mit Hilfe von Responsive Design mit Mobile-first-Ansatz und Retina-Support soll WordPress 3.5 auf allen Clients gut aussehen. Um in Sachen Code Vorreiter zu sein, soll dieser sauber dokumentiert sein und zum Nachmachen sowie zur Nutzung als Basis für eigene Themes einladen. Kleine Feinheiten, wie Templates für unterschiedliche Ausgabe-Designs, sollen auch vorhanden sein. Die Anpassung für den Anwender erfolgt künftig ausschließlich live über das Customizing im Frontend. Auch die Widget-Unterstützung wird weiter ausgebaut. Anwender mit wenig Coding-Erfahrung werden also ihre Freude haben.

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WordPress 3.5 bringt vereinfacht unter anderem die Anpassung von Themes direkt im Frontend des CMS.

Neues für Entwickler

Auch Entwickler bekommen mit WordPress 3.5 neue Möglichkeiten. Sie können dann zum Beispiel eigene Informationen im Welcome-Screen hinterlassen – er wurde übrigens komplett überarbeitet, informiert den Nutzer nach dem Updaten aber weiterhin über die wichtigsten Neuerungen. Die lieb gewonnenen Custom Post Types werden weiterentwickelt und bekommen künftig eine vollkommene UI-Unterstützung für Attachments. Vollen Support gibt es auch für Meta-Boxen, Taxonomien, Slug-Veränderungen und das Bearbeiten von Bildern im Editor. Außerdem werden die Query mit neuen Möglichkeiten bestückt und diverse Lösungen stabilisiert. Die jQuery-Bibliothek ist weiterhin das Herzstück der JavaScript-Lösungen. Viele zusätzliche Plugins sind nun im Core integriert, wobei andere Bibliotheken entfallen, um die nötigen Ressourcen freizugeben.

Dazu kommt, dass die Multi-Site-Variante, die seit Version 3.0 verschmolzen wurde, weiter ausgebaut und optimiert wird. So soll zum Beispiel das Springen zwischen den Blogs besser werden. Mit der kommenden Version werden auch die Verwaltung von Anhängen komplett überarbeitet, der Upload einfacher sowie übersichtlicher und die Galerie-Funktionen umfangreicher – beispielsweise kann man dann mehrere Galerien in verschiedenen Formaten in einem Artikel verwenden. Links werden mit WordPress 3.5 nicht mehr da sein. Sie waren zwar ein wichtiger Teil von Blogs, sind aber bei der Entwicklung von WordPress nicht mehr so wichtig. Wer möchte, kann die Funktion einfach per Plugin nachrüsten, im Core von WordPress sind die Funktionen weiterhin enthalten.

Umstrittene Entwicklungen

Manche Entwicklungen sind umstritten. Gerade das letzte Beispiel ist einer der Punkte, um die schon oft gestritten wurde. Viele halten den Core für zu groß, unsortiert und mit zu vielen Altlasten beladen. Auch der Leitsatz „Decisions not options“ und die damit reduzierten Optionen mag nicht jeder. Doch Endnutzer profitieren davon. Solche Diskussionen sind aber dennoch wichtig. Denn dass sich WordPress etabliert hat, liegt nicht nur am System, sondern auch an der aktiven Community.

Doch WordPress ist etabliert, bei den Kunden beliebt und aus Sicht der Entwickler schnell erlernt und anpassbar. Das System der Hooks sorgt für eine einfache und kontrollierbare Integration individueller Lösungen und Anpassungen – auch ohne Optionen in der Oberfläche. Der Ausbau der Hooks wird deshalb weiter forciert, um die lange Liste an Wünschen zu erfüllen. Wichtig ist die Veränderung, die Entwicklung. Und diesen Pfad wird WordPress auch mit der neuen Version nicht verlassen. Uns werden sicher noch diverse Projekte am Rande für und mit WordPress beglücken und so für den Ausbau des Systems sorgen.

Der Autor
dms c0e8106876ce9e986cf5f2a0db50e251 Frank Bültge ist Dipl.-Ing. (FH) für Feinwerktechnik, tätig als Softwarearchitekt im Bereich SAP und NonSAP-Applikationen bei der Carl Zeiss AG. Er ist freiberuflicher Web-Entwickler mit Fokus WordPress im Team der Inpsyde GmbH und Buchautor. Privat schreibt er unter bueltge.de.

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Links und Literatur

Softlink 3213
  1. 1 http://sparkdrupal.com
    Drupal-Autorenfunktion Spark
  2. 2 http://drupal.org/community-initiatives/drupal-core
    Übersicht der Drupal-Initiativen
  3. 3 http://w3techs.com/technologies/overview/content_management/all
    CMS-Nutzung der „Top Million Websites“
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13 Antworten
  1. von DD am 07.12.2012 (18:49 Uhr)

    Was soll diese Überschrift? Es steht nur was zu Dupal!! Sorry, das ist Mist!

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  2. von frank.specht am 07.12.2012 (19:07 Uhr)

    Hi DD,

    schätze, Du hast die Buttons zu den weiteren Beiträgen am Artikelende übersehen.

    Gruß Frank

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  3. von Stephan Luckow am 07.12.2012 (19:48 Uhr)

    Danke für den Artikel, der in die Zeit passt. Wer sich für einen direkten Vergleich von Open-Source-CMSse interessiert, merkt sich die CeBIT 2013 vor. Aktuell 10 Open-Source-CMSse planen einen Gemeinschaftsstand auf der CeBIT. Supporte dein CMS. http://www.cms-garden.org

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  4. von Alexander Sibert am 07.12.2012 (19:56 Uhr)

    Ich habe so ziemlich alle gängigen Content-Management-Systeme an Kunden getestet. Wordpress ist einfach zu bedienen. Man läuft hier natürlich Gefahr, mit diversen Drittanbieter Plugins viele offene Sicherheitslücken zu präsentieren und viele Plugins sind von der Programmierung her nicht gerade fabelhaft. Ich persönlich würde Wordpress nur für reine Blogs verwenden.

    Drupal gehört zu den Enterprise CMS Systemen schlechthin und bietet schon vom Core heraus hohe Sicherheits-Standards, was die wichtigsten Module auch beibehalten. Drupal hat eine aktive weltweite Community, sehr viele brauchbare Module und das Ökosystem und Modulentwicklungsablauf sind vorbildlich. Man hat Maintainers, automatisierte Tests, Bugtracker, Issue Tracker, offene Roadmap, Dokumentationen, Statistiken und dev, alpha, rc, beta, stable Releases Unterteilung. Die Module ergänzen sich zudem einander. Man wird selten erleben, dass man doppelte Module und Funktionen vorfindet, wie es zum Beispiel bei Wordpress der Fall ist. Des Weiteren wird bei Drupal zwischen normalen und Sicherheits-Updates unterschieden. Wenn man es richtig macht, ist Drupal schon jetzt in Version 7 einfach zu bedienen. Für Blöcke wie individuelle News braucht man keine PHP Kenntnisse mehr, sondern macht dies einfach mit Views. Negative Seiten, aber es hat sich deutlich gebessert, sind verfügbare Templates für Drupal. Viele Wordpress Themes gibt es jetzt auch für Drupal. Außerdem ist die Entwicklung von Templates, mittlerweile dank Community, Forum und Dokumentationen einfach, sofern man es verstanden hat. Ich finde es sogar einfach als bei Wordpress. Zudem ist Drupal, sofern man es richtig bau, einfach zu bedienen. Ferner gibt es jetzt auch Drupal Commerce für eCommerce Lösungen. Gerade das Spark, Drupal Commerce und Symfony werden Drupal nochmal richtig stärken.

    Mit TYPO3 habe ich nicht sehr viel am Hut gehabt. Oft hört man, dass Kunden die Komplexität des Backends bemängeln, was dann aufwendige Schulungen mit sich bringt. Auch ist TYPO3 eher in Deutschland/EU bekannt und sehr selten in den USA beispielsweise vorzufinden. Die Performance von TYPO3 und Ausbaufähigkeit sollen aber exzellent sein, sofern man das Wissen dazu hat.

    Joomla kann man nur für kleine Homepages empfehlen. Ich finde das System zu statisch aufgebaut. Ich habe mit Joomla mal vor Jahren gearbeitet, aber danach nie mehr angefasst.

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  5. von david.karich am 08.12.2012 (00:02 Uhr)

    Warum kaufe ich mir eigentlich noch das Print-Magazin, wenn keine zwei Wochen nach Erscheinung die Artikel schon kostenlos online veröffentlicht werden?

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  6. von Benjamin_Wagener am 08.12.2012 (00:56 Uhr)

    @david.karich: Um vielleicht mit zu gewährleisten, dass diese Artikel auch weiterhin geschrieben werden?

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  7. von Benjamin_Wagener am 08.12.2012 (01:38 Uhr)

    Ich fände es toll, wenn man bei diesem Vergleich auch mal weniger verbreitete CMS-Lösungen berücksichtigen würde, welche bei einigen Profis aber doch sehr beliebt sind, wie z.B. ModX oder ProcessWire.

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  8. von Thorsten Klöhn am 09.12.2012 (07:44 Uhr)

    Ich finde die Artikel sehr gut schrieben.

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  9. von Micha am 10.12.2012 (10:16 Uhr)

    Meiner Meinung nach fehlt im Artikel eindeutig CONTAO als aufstrebendes CMS!

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  10. von Luca Caracciolo am 10.12.2012 (11:22 Uhr)

    @David Karich: Besonders bei Artikeln mit hohem Aktualitätsbezug veröffentlichen wir diese auch recht zeitnah online – macht einfach Sinn, weil sie in ein paar Monaten veraltet sind. Dies betrifft aber nur eine geringe Anzahl der Print-Artikel - der Magazinkauf lohnt also nach wie vor. ;)

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  11. von Marcus Graf am 10.12.2012 (14:41 Uhr)

    Muss sagen, dass ich nach wie vor ein großer Fan von Wordpress bin. Typo3 ist viel zu komplex für Kunden, Drupal ist nicht schlecht, aber kann mit der Community von Wordpress nicht mithalten. Joomla kann ich persönlich nicht leiden, ist aber geschmackssache.

    Gerade Wordpress ist super erweiterbar, biete viele Anpassungsmöglichkeiten. Den meisten Kunden reicht Wordpress für ihre Seiten völlig. Es gibt wenige Seiten die wirklich so komplex werden, dass sich dort Typo3 oder Drupal rentiert.

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  12. von Benjamin_Wagener am 10.12.2012 (14:45 Uhr)

    @Marcus Graf: Bei vielen würde aber auch so ein unkompliziertes CMS wie ProcessWire reichen, welches noch einfacher als Wordpress ist. Wenn Bloggen nicht das Kernziel ist, dann ist ProcessWire definitiv ein Blick wert.

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  13. von hexabinaer am 21.02.2013 (11:13 Uhr)

    Es wurde oben schon erwähnt, aber da es offenbar ein großes Interesse am Vergleichen gibt, möchte ich nochmal auf das Projekt CMS-Garden hinweisen, das auf der CeBIT (5.-9. März 2013) einen 90-Quadratmeter-Messestand "bespielen" wird:

    CMS-Garden ist ein Non-Profit-Projekt, bei dem 13 Open-Source-CMS das gemeinsame Interesse verfolgen, Open Source einem breiten Publikum als vielfältige Alternative zu proprietärer Software vorzustellen. Dem direkten Vergleich (der ausdrücklich willkommen ist) stellen sich Drupal, Joomla!, TYPO3, Contao, Plone, WordPress, REDAXO, django CMS, OpenCMS, Scientific CMS, Papaya, Contenido, und Magnolia. MODX wird bei künftigen Aktionen auch dabei sein.

    Am Messestand stehen viele ehrenamtliche Berater/innen bereit (viele davon Entwickler, alle Anwender), Eure Fragen zu beantworten und Vorteile/Nachteile für individuelle Projekte zu bewerten.

    http://www.cebit.de/produkt/cms-garden/364109/Y215047#productDescription

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