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E-Commerce: Worauf es bei der Wahl des Payment-Providers ankommt

Aus dem
t3n Magazin Nr. 28

06/2012 - 08/2012

Der Internethandel boomt weiter und immer mehr neue und etablierte Händler steigen auf den E-Commerce-Zug auf. Allerdings haben viele Kunden noch Vorbehalte, was die Sicherheit während des Online-Einkaufs angeht. Mit dem Anbieten der richtigen Bezahlmöglichkeit und unter Berücksichtigung einiger Regeln können Shopbetreiber viele Bedenken ihrer potenziellen Kunden zerstreuen.

E-Commerce: Worauf es bei der Wahl des Payment-Providers ankommt

Erstmals überholen im Online-Shopping die Vielbesteller die Gelegenheitsbesteller. Die Gruppe der Online-Käufer mit fünf Bestellungen und mehr pro Jahr wächst eindeutig und stetig. Dieses und weitere Ergebnisse der ACTA-Studie 2011, die das Allenbach Institut Ende 2011 veröffentlicht hat, bestätigen das starke Wachstum des Online-Handels.

Trotz der rasanten positiven Entwicklung des Onlinehandels in Deutschland haben einige Anwender noch Bedenken, ob der Einkauf im Internet wirklich sicher ist [1]. Dies bestätigt eine Studie der Fachgruppe des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. aus dem Dezember 2011 zum Thema „aktuelle E-Payment Trends“ [2]. Hier führen die Verbraucher Sicherheitsbedenken als Hauptgrund gegen Online-Shopping ins Feld, wohingegen Onlinehändler fehlende Technologie als Hürde für reibungsloses sehen. Shopbetreiber müssen demnach auch beim Thema Bezahlung nicht nur ihre eigene Position in Erwägung ziehen, sondern sich auch in die Rolle potenzieller Kunden versetzen.

Viele Händler konzentrieren sich auf die Shop-Gestaltung, Produktbeschreibungen, Online-Marketing oder die Analyse der Konkurrenz. Auf die Prioritätenliste gehört allerdings auch unbedingt das Thema Zahlungsabwicklung. Beispielsweise zeigen Untersuchungen des Forschungsinstitut ibi research, dass Webshops, die ausschließlich die Zahlung per Vorkasse anbieten, das Nachsehen haben. Bei einem derartigen Shop brechen 79 Prozent der Kunden den Kauf ab und suchen nach einem anderen Anbieter. Dieses Beispiel unterstreicht die Relevanz des Themas E-Payment.

E-Payment als Faktor für Conversions

Viele Shopbetreiber unterschätzen die Bedeutung und Komplexität der Auswahl geeigneter Zahlungsverfahren. Einerseits gilt es, funktionale Anforderungen wie die Abdeckung des erforderlichen Betragsbereichs sowie die Möglichkeit zur Abrechnung wiederkehrender Leistungen oder Abonnements zu erfüllen. Andererseits sollte die Zahlung aber auch kostengünstig und sicher sein. Die Abstimmung der Interessen erweist sich regelmäßig als problematisch. Die folgende Checkliste aus dem E-Commerce-Leitfaden gibt einen Überblick über wesentliche Auswahlkriterien, die Shopbetreiber beachten sollten.

Folgende Kriterien sollte man laut dem E-Commerce-Leitfaden [3] bei der Auswahl von Zahlungsverfahren beachten:

Kriterium Fragestellung die bei der Bewertung beantwortet werden sollte
Verbreitung / Akzeptanz durch Kunden Welcher Anteil der Kunden / Zielgruppe des Unternehmens kann das Verfahren ohne Weiteres nutzen?
Schutz vor Zahlungsausfällen und Zahlungsverzögerungen Wie hoch ist das Risiko von Zahlungsausfällen und inwiefern kann man sich davor schützen? Wann erfolgt der Zahlungseingang?
Kosten Welche einmaligen und wiederkehrenden Kosten fallen an?
Unterstützung durchgängiger Prozesse Inwiefern können mithilfe des Zahlungsverfahrens durchgängige / automatisierte Prozesse gestaltet werden?
Anonymität Soll im Web-Shop auch die Möglichkeit bestehen, anonym zu bezahlen?
Betragsbereich Welche Beträge (von x Euro bis y Euro) sollen abgewickelt werden können?
Wiederkehrende Zahlungen Wird eine Unterstützung wiederkehrender Zahlungen benötigt (z. B. für Abonnements)?

Es zählt was in der Kasse landet

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Der Fluss von Zahlungsdaten bei der Zahlungsabwicklung über unterschiedliche Zahlungsverfahren. Quelle: ibi research E-Commerce-Leitfaden 2009.

Jedes Zahlungsverfahren bringt unterschiedlich hohe Kosten, mehr oder weniger Kundenakzeptanz und Unterschiede beim Zahlungsausfallschutz mit. Seitenbetreiber sollten sich daher zunächst auf die Frage konzentrieren, mit welchen Zahlungsarten man den Kundenkreis erweitern und die Abbruchquote während des Bestellvorgangs senken kann. Zahlungsausfallrisiko, Arbeitsaufwand und Zusatzkosten sollte man dabei jedoch vermeiden. Die „optimale Lösung“ für die virtuelle Kasse liegt demnach für jeden Shop oder jedes Online-Business in einer individuellen Zusammenstellung von Bezahlmöglichkeiten, die sich dauerhaft bewährt, kostendeckend ist und die man bei Bedarf anpassen kann.

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