Das semantische Web ist eine Mammutaufgabe, die allerdings derart wichtig erscheint, dass sie Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung ist. Unter dem Projektnamen Quaero (lateinisch für „ich suche“, „ich frage“, „ich forsche“) wird gemeinsam mit französischen Experten an multimodalen Internetdiensten gearbeitet, die statt der schlüsselwortbasierten Suchmaschinen dialogische Frage-Antwort-Systeme bereitstellen [2]. Konkrete Antworten auf konkrete Fragen – eine schöne Vorstellung für den Internetalltag. Doch vermutlich wird es noch eine Weile dauern, bis es so weit ist.
Web 3.0
Zusammen mit dem „sozialen Netz“ könnte das semantische Web das Web 3.0 bilden. Es würde die Vorzüge der einfachen Benutzung und der niedrigeren Einstiegshürden mit den Vorteilen aus der Arbeit mit semantischen Zusammenhängen zusammenführen. Neben der konkreten Suchabfrage wären zum Beispiel auch Anfragen nach dem Wetter denkbar, wobei der Dienst automatisch den Ort der Abfrage erkennt und die passende Vorhersage liefert. So würde das mühselige Navigieren durch globale Wetterdienste entfallen. Die Technik würde den Sinn hinter einer unbedarften Anfrage erkennen, weil sie in der Lage ist, die Informationen eigenständig mit anderen Informationen zu einem sinnvollen Ganzen zu kombinieren.
Würde das Ziel erreicht, bräuchte ein Nutzer im idealen Fall keine Gedanken mehr an die Maschinenlogik zu verschwenden. Er würde sich nicht mit dem Problem einer klaren Anweisung für einen Rechenapparat herumschlagen, wie es Programmierer tagtäglich tun. Das Web 3.0 wäre klar getrennt in Dienstentwickler auf der einen Seite und Dienstnutzer auf der anderen Seite. Zwar wird in Zusammenhang mit dem Web 2.0 gerne davon gesprochen, dass sich die Grenzen zwischen Anwender und Anbieter verwischen, allerdings wäre ein intuitiv zu bedienendes Web die ideale Spielwiese für den Benutzer und bloßen Internetkonsumenten. Dementsprechend stellen die sich abzeichnenden kommerziellen Interessen die These von der „sozialen“ Entwicklung des Webs wenigstens in Frage. Gerade in Anbetracht der jüngsten Vergangenheit, in der zum Beispiel Google das Unternehmen YouTube für über 1,6 Milliarden US-Dollar erworben hat, drängt sich der Verdacht auf, dass sich das Web in Version 3 allmählich anschicken könnte, das Fernsehen zu beerben. Schließlich ist derzeit das Fernsehen das Medium, das am meisten Konsumenten regelmäßig an sich bindet.
Business Web
Wo Konsum ist, da ist das Business nicht weit, denn das eine kann ohne das andere nicht leben und das Geschäft mit dem Internet boomt. Tatsächlich wird derzeit sehr viel Geld bewegt, mit dem sich die Großen der Branche für den Wettbewerb neu positionieren. Google ist auf Einkaufstour, genauso wie Yahoo, das sich ebenfalls einen Videoblog gegönnt hat. Ebay hat schon vor etwa einem Jahr Skype gekauft und zusammen mit dem ebenfalls erworbenen Bezahlsystem PayPal zeichnen sich auch hier die Umrisse eines künftigen Multimediariesen ab.




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