Aber Web 3.0 ist mehr als bloßer Kommerz. Die sinnvolle Verknüpfung unterschiedlicher Dienste wird ganz neue Geschäftsmodelle eröffnen, von denen auch kleinere Unternehmen profitieren können. Die Geschäftsmodelle werden sich dabei nicht immer in so großem Maßstab abspielen wie etwa bei Amazon: Das Unternehmen prüft, ob es sein ausgedehntes Vertriebsnetz anderen Anbietern zur Verfügung stellen kann. So würde der Versand über Amazon abgewickelt, selbst wenn ein Internetkunde bei einem anderen Anbieter bestellen würde. Schon jetzt stellt Amazon ungenutzte Serverkapazitäten sowie Rechenleistung gegen Bezahlung zur Verfügung.
Mit Verlässlichkeit und Einfachheit bietet sich das Web 3.0 den Unternehmen für den weltweiten Einsatz an, wobei die weltweite Vernetzung nicht mehr nur ein Privileg der großen Unternehmen sein wird. Auch mittelständische Unternehmen werden sich mit globalen Partnern vernetzen und dafür wird es wichtig sein, die Benutzung der Dienste einfacher zu gestalten. Nicht jedes Unternehmen ist bereit oder in der Lage, eine Vielzahl eigener IT-Spezialisten zu unterhalten.
Bedeutung für die IT-Branche
Für künftige Webanwendungen, ob kommerziell oder für das individuelle Entertainment, wird es wichtig sein, einfache Lösungen bereitzustellen, die darüber hinaus flexibel zu kombinieren sind. Das Stichwort lautet „serviceorientierte Architekturen“, kurz SOA, was zunächst einmal für nichts anderes als ein Umdenken in der IT-Branche steht [3]. Semantische Technologien und die sinnvolle und einfache Verknüpfbarkeit von unterschiedlichen Diensten soll zum Beispiel gewährleisten, dass sich Geschäftsleute in der ihnen gewohnten Terminologie bewegen können. Ihre Energien wären nicht an Gedanken gebunden, wie ein bestimmter Zusammenhang einer Maschine verständlich zu machen ist. So wäre Web 3.0 für die allermeisten Nutzer ein bloßes Werkzeug, die Weiterentwicklung würde den Spezialisten überlassen.
Die semantische Suchmaschine KartOO analysiert die indexierten Dokumente automatisch und stellt Verknüpfungen her.
Dem Wunsch nach Einfachheit stehen Applikationsentwickler gegenüber, die das Service-Element viel stärker in ihre Arbeit integrieren müssen. Zwar bleibt sicherlich weiterhin genügend Platz, die Grenzen des technisch Machbaren auszuloten, aber gegenüber den technischen Vorzügen einer Applikation werden zunehmend betriebswirtschaftliche Ziele in die Überlegungen einbezogen. Da es für große und kleine Unternehmen zunehmend wichtig ist, extrem anpassungsfähig zu sein, werden auch die webbasierten Unternehmensapplikationen immer flexibler sein müssen. Spezielle Anforderungen bedürfen demnach einer speziellen Lösung, die allerdings keineswegs abgeschottet sein sollte. Sogar Microsoft, das für seine geschlossenen Lösungen bekannt ist, scheint die veränderten Anforderungen zu realisieren. So wird die Vielzahl von individuellen Lösungen vermutlich von einer Vielzahl unterschiedlicher Anbieter geliefert werden, die dem Kunden die Anpassungsarbeit als Dienstleistung verkaufen – so wie es im Bereich Open Source schon üblich ist.




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