Die wichtigste Neuerung steckt im Wort „social“
Wenngleich die angeführten Besonderheiten zu einer deutlich breiteren Anwendung führen, so stellen sie doch konzeptionell nur kleine Veränderungen im Vergleich zu alten CDW-Technologien dar. Das im Wesentlichen nicht nur evolutionäre, sondern revolutionäre Merkmal der Social Software liegt in der sozialen Dimension der Anwendungskonzepte. Denn klassische CDW-Technologien basieren im Wesentlichen auf dem Sender-Empfänger-Paradigma, so dass es wenige konkret abgestellte und ausgebildete „Autoren“ und „Beitragende“ gibt und eine Vielzahl von „Empfängern“ und „Nutzern“ der abgelegten Informationen und Dokumente. Social Software basiert hingegen auf dem Grundgedanken, dass jeder zugleich „Autor“ und „Nutzer“ der Informationseinheiten sein kann. Statt die Inputprozesse restriktiv und reglementiert zu gestalten, basieren die Social Software-Konzepte auf einem offenen und sich selbst reglementierenden Prozess.
Als Effekt werden eine verbesserte Akzeptanz und schließlich ein besserer Input für die im System zu findenden Informations- und Wissenseinheiten angestrebt. Das Ziel ist, eine breitere Informations- und Wissensbasis zu schaffen. Die hohe Akzeptanz und die transparente Teilnahme sorgen in der Folge für einen Selbstregulationsprozess, so dass falsche, irrelevante oder subjektiv beladene Informationen und Wissenseinheiten besser erkannt werden. Im Vergleich zu klassischen CDW-Technologien können damit Veränderungen in der Informations- und Wissensbasis schneller erfasst werden.
Anwendungsfelder von Social Software
Was sind nun die Anwendungsbereiche, für die der Einsatz von Social Software in Unternehmen einen Sinn macht? Kurz gesagt: Überall dort, wo Veränderungen der Informations- und Wissensbasis geschäftsrelevant oder gar geschäftskritisch sind, bieten die Ansätze der Social Software eindeutige Vorteile.
Für eine Systematisierung der Anwendungsbereiche ist es daher sinnvoll, zwischen zwei Dingen zu unterscheiden:
- dem „statischen Unternehmenswissen“: Informationen, Dokumente, Wissen rund um Organisationsstrukturen und Geschäftsvorfälle, definierte Arbeits- und Organisationsmethoden sowie Ressourcen- und Planungsdaten
- dem „dynamischen Unternehmenswissen“: dynamische Informationen, Dokumente, also das Wissen über Veränderungen der statischen Situationsbeschreibungen.
Setzt man dies in Relation zu einem einfachen Informations- und Wissenswertschöpfungsprozess, der von der Gewinnung über die Entwicklung bis zur Verteilung reicht, lassen sich Social-Software-Anwendungen wie folgt grundlegend systematisieren:







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