von Martin Koser, Björn Negelmann, 01.03.2009

Enterprise 2.0: Fakten und Tipps zum Einsatz von Social Software in Unternehmen

Aus dem
t3n Magazin Nr. 16

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Beispiel: Wiki

Wiki-Anwendungen haben ihren größten Anwendungsnutzen im Bereich der Dokumentation und Wissensentwicklung. Bekannte Anwendungsbeispiele aus dem europäischen Unternehmensumfeld sind die BTpedia (Unternehmens-Wiki der British Telecom) oder die Unternehmenswikis von Bosch Diesel Systems, Fraport AG oder Synaxon.

Am Beispiel der BTpedia lässt sich dabei gut verdeutlichen, was das Besondere im Vergleich zu klassischen Anwendungen ist: Im Wesentlichen sollen in der BTpedia Prozesse und Projekte dokumentiert werden. Daneben bieten ein Glossar und eine „Coworker Knowledge Base“ weitere Anwendungsfelder. Statt wie bisher durch ein dediziertes Prozess- beziehungsweise Projektdokumentationsteam können hier alle Mitarbeiter Ergänzungen zu den Projektabläufen festhalten und ergänzen. Dabei gilt die letzte Version der Prozessdefinition jeweils als Grundlage für neue Projekte. Prozessveränderungen können über die Kommentierungs- und Diskussionsmöglichkeiten von jedem eingebracht werden.

Im Vergleich zu klassischen Prozessdokumentationsvorgängen bedeuten der erweiterte Autorenkreis und der integrierte Rückkopplungsprozess eine wesentliche Beschleunigung in Bezug auf notwendige Prozessreviews und letztlich die angestrebte Prozessverbesserung.

Beispiel: Social Networks

Im Vergleich zu Wiki-Anwendungen wirken Social Networks auf einer anderen Ebene. Richtig eingesetzt, machen sie die Veränderungen bei den Kompetenzen der Mitarbeiter transparent. Als herausstehende Beispiele sind hierbei die BluePages von IBM wie auch das Social Network von Vodafone zu nennen.

Während die BluePages von IBM einen erweiterten Directory-Service darstellen, bei dem jeder jeden Mitarbeiter mit Schlagworten auszeichnen kann, basiert das Social Network von Vodafone auf einer Auswertung der Urheberschaft der Mitarbeiter an den Informationen, Dokumenten und dem Wissen in den unternehmensweiten Informationssystemen. Veränderungen in der Informations- und Wissensbasis werden damit für Mitarbeiter leichter erkennbar, wenn sie beispielsweise die Statusinformationen ihrer Vernetzungspartner verfolgen.

Beispiel: Blogging

Während Wiki- und Social-Network-Plattformen ihren Schwerpunkt in der Erfassung und Entwicklung der Veränderungen der Informations- und Wissensbasis haben, dienen die Weblog- und Microblogging-Systeme stärker zur Kommunikation und Weiterleitung der Inhalte.

Weblogs dienen dabei vor allem der Verbreitung von längeren und damit wieder stärker systematisierten und statischeren Gesamtzusammenhängen. Microblogging-Systeme mit der Beschränkung auf kurze Statusinformationen bieten im Vergleich dazu die Möglichkeit, auch weniger strukturierte und systematisierte Informationen festzuhalten und im Unternehmen transparent zu machen. So können zum Beispiel Veränderungen von Statusinformationen zu Kundenkontakten, die im Kundenservice erfasst und per Microblogging verbreitet werden, zu einer schnelleren Reaktion im Account-Management führen.

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