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Das sind die besten Finanz-Apps: Volle Kontrolle bei Geldanlage, Banking und Payment

    Das sind die besten Finanz-Apps: Volle Kontrolle bei Geldanlage, Banking und Payment

Grafik: Eduardo Higareda

Ein Schreckgespenst geht um in der Nation der Sparer – zumindest aus Sicht von Geldinstituten und Finanzberatern: Immer mehr Menschen emanzipieren sich von ihrer Bank oder ihrem Berater und setzen stattdessen auf mobile Helfer. Trading und Geld anlegen? Dafür gibt es eine App. Bezahlen und Geld verleihen? Dafür gibt es auch eine App. Überweisungen und Kontoverwaltung? Klappt per App. Und selbst das klassische Haushaltsbuch hat ausgedient.

Traditionelle Finanzdienstleister haben in den vergangenen Jahren zu behäbig auf den von Fintech-Startups initiierten Umschwung reagiert. Viele Geldinstitute und Dienstleister haben mittlerweile jedoch begriffen, dass der Fintech-Trend nicht mehr aufzuhalten ist und lancieren selbst entsprechende Angebote. So buhlen etliche mobile Anwendungen für die Bereiche Geldanlage und Trading sowie Payment und Budgetierung um die Nutzer. Auch wer seine Bankgeschäfte per App erledigen möchte, kann auf einen großen Fundus von Apps zurückgreifen – sowohl etablierte Banken als auch Fintechs konkurrieren um die Gunst des Anlegers.

Die Bank zum Mitnehmen

Mittlerweile ist es kein Problem mehr, seine Bankgeschäfte mit dem Smartphone zu erledigen. Von unterwegs eine Überweisung tätigen, schnell den Kontostand überprüfen – alles möglich und für so manchen Nutzer auch sehr praktisch. Das haben auch die Geldinstitute begriffen, und fast jede Bank oder Sparkasse bietet kostenlose Banking-Apps an. In der Regel lassen sich diese Anwendungen allerdings lediglich mit Konten nutzen, die auch bei eben dieser Bank angesiedelt sind. Dazu kommt noch, dass viele der „offiziellen“ Apps nur einen eingeschränkten Funktionsumfang bieten.

Will man lediglich den Kontostand checken und ab und zu eine Überweisung tätigen, kann man bedenkenlos zur App der eigenen Bank greifen. Sucht man allerdings eine Lösung für ein umfassendes Finanzmanagement, fährt man in der Regel mit Anwendungen von Drittherstellern besser – und davon gibt es eine ganze Menge. Manche Lösungen wie Outbank 2, Bank 4 und Quicken mobile synchronisieren die mobile App mit einer Desktop-Anwendung. Sie bieten häufig Funktionen, die über die Apps der Banken hinausgehen. So bietet Outbank 2 beispielsweise auch eine Verwaltung von PayPal-Konten sowie Kreditkarten und unterstützt QR-Codes sowie Foto-Überweisungen.

Auch einige Startups aus Deutschland wollen ein Stück des Kuchens. Finanzblick ermöglicht die kostenlose Verwaltung unterschiedlicher Konten – nach eigener Angabe von rund 4.000 Banken, Kreditkarten und PayPal. Einen etwas anderen Ansatz verfolgt number26. Das Startup aus Berlin bietet die Banking-App direkt mit einem Girokonto bei der Wirecard Bank und einer Mastercard – kostenlos. Number26 will „Europas modernstes Girokonto“ sein und den etablierten Banken das Geschäft madig machen.

Das soll unter anderem mit einer eingängigen Usability und großem Funktionsumfang gelingen. Das Onlinebanking bietet unter anderem eine automatische Kategorisierung der Buchungen sowie einfache Auswertungen. Hervorzuheben ist zudem die MoneyBeam-Funktion, die ein einfaches Versenden von Geld ermöglicht. Der Empfänger muss dazu kein Konto bei Number26 haben, sondern kann den Betrag nach Eingabe seiner Bankverbindung innerhalb von sieben Tagen abholen. Die Apps sind ähnlich übersichtlich wie das Webfrontend und haben Push-Benachrichtigungen bei ankommenden und abgehenden Buchungen an Board.

Number26 will etablierten Banken Konkurrenz machen und glänzt mit praktischen Funktionen wie der automatischen Kategorisierung von Buchungen.
Number26 will etablierten Banken Konkurrenz machen und glänzt mit praktischen Funktionen wie der automatischen Kategorisierung von Buchungen.

Egal für welche Art von mobilem Banking man sich entscheidet – die Sicherheit der eigenen Daten sollte man stets bedenken. So lässt sich etwa das sichere HBCI-Verfahren mit Chipkartenleser nicht mit dem Smartphone nutzen. Will man mTAN wirklich sicher verwenden, kommt man nicht umhin, zwei Smartphones einzusetzen: ein Endgerät für das mobile Banking und eines für den Empfang der SMS. Besserung verspricht das push-TAN-Verfahren, bei dem eine zweite App auf dem Endgerät bei einer Zahlung eine TAN anfordert.

Trading: Mobile Geldanlage und mehr

Bei den anhaltend niedrigen Zinsen zieht es mehr und mehr Sparer an die Aktienmärkte. Entsprechend setzt fast jeder Online-Broker mittlerweile auf eine mobile App, damit Kunden auch unterwegs ihr Depot einsehen können. Viele dieser Anwendungen erlauben mittlerweile auch das Führen einer Watchlist sowie den Handel mit unterschiedlichen Produkten wie Aktien, Fonds und Anleihen. Doch damit nicht genug: diverse Apps schicken sich an, vollwertiges Trading auf mobile Plattformen zu bringen – inklusive detaillierter Charts, komplexer Optionen, Cloud-Synchronisation und mehr. Selbst Trend-Anlagen wie Binäre Optionen lassen sich mobil handeln und haben die Veröffentlichung exklusiv auf diese Anlage spezialisierter Apps wie zum Beispiel Binary Signal bewirkt.

Immer mehr Trading-Apps sind für einen noch schnelleren Informationsfluss auch für Smartwatches erhältlich – hier zu sehen die Apple-Watch-Version der Trading-App Robinhood.
Immer mehr Trading-Apps sind für einen noch schnelleren Informationsfluss auch für Smartwatches erhältlich – hier zu sehen die Apple-Watch-Version der Trading-App Robinhood.

Die meisten Apps und Plattformen aus diesem Segment sind kostenlos, allerdings ist „kostenlos“ in diesem Zusammenhang mit Vorsicht zu genießen. Der Nutzer kann die Apps wie eTrade, Ameritrade, MyFidelity, TradeKing, tradeMonster und andere zwar kostenlos herunterladen und seine Investments einsehen, Wertpapiere vergleichen et cetera – geht es aber um das Platzieren von Orders, kostet das. Selbst günstige Broker verlangen in der Regel eine Gebühr für Transaktionen – egal ob Kauf oder Verkauf. Eine Ausnahme bildet die 2014 veröffentlichte App Robinhood, die zum Start unter anderem von Snoop Dogg und Jared Leto unterstützt wurde und völlig kostenfreies Trading erlaubt. Einziger Haken beim komplett kostenlosen Robinhood: das Ganze funktioniert nur für US-Bürger über 18, die über eine Sozialversicherungsnummer verfügen.

Social Trading

Unter den Trading-Apps existieren auch Lösungen, die aus sozialen Netzwerken gewohnte Funktionen bieten. So stehen beispielsweise die Daten der Social-Trading-Plattform Wikifolio in der Finanzen100-App zur Verfügung. Auf der Plattform kann der Nutzer den Anlage-Entscheidungen anderer folgen und selbst Portfolios veröffentlichen. Wikifolio lässt sich kostenlos nutzen, aber auf gehandelte Zertifikate fallen Gebühren an. Dazu kommt noch eine Performancegebühr. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt eToro mit seiner Plattform und App. Auch hier können Investoren die Portfolios von besonders erfolgreichen anderen Nutzern kopieren. Manche der Hobby-Trader können satte Renditen von bis zu 600 Prozent vorweisen, doch das Ganze ist mit Vorsicht zu genießen.

Wie bei jedem Investment sind mit dieser Form der Geldanlage gewisse Risiken verbunden. Nur weil ein Anwender in der Vergangenheit so viele richtige Entscheidungen getroffen hat, dass ihm hunderte Nutzer folgen, bedeutet das nicht, dass der Erfolg auch in Zukunft anhält. Dennoch: die Verbreitung von Smartphones verändert derzeit das Trading für alle, die der Schwarmintelligenz mehr trauen als Fondsmanagern und Finanzberatern, die für ihre Dienste oft üppige Gebühren einstreichen. Wer es etwas traditioneller oder vermeintlich professioneller bevorzugt, kann auch auf GuruFocus Mobile und iBillionaire – oder ähnliche Lösungen – zurückgreifen. Auf der Plattform lassen sich auch Strategien von berühmten und erfolgreichen Fondsmanagern und Profis wie Warren Buffet und Carl Icahn kopieren.

Selbst die traditionelle Asset-Management-Industrie nimmt die kopierten Anlagestrategien mittlerweile ernst, da aktiv gemanagte Fonds gegen passive ETFs (Exchange Traded Funds) konkurrieren, die ganze Märkte abbilden und weit geringere Gebühren nach sich ziehen. Dadurch findet gewissermaßen ein Wandel statt. Zwar teilen klassische Fondsgesellschaften in Bezug auf offene Investmentfonds mit, wie das Geld der Kunden angelegt wird, aber mit den Social-Trading-Plattformen werden Investments und Strategien anderer Anleger noch transparenter. Beim Social-Trading ergibt sich allerdings ein ganz anderes Problem: Die Plattformen sind wenig bis gar nicht reguliert. Angaben müssen also nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen, was dazu führen kann, dass Front Running betrieben wird. Mit dieser Praxis lässt sich vertrauliches Wissen ausnutzen, um die Strategie der Follower vor Ausführung eines Auftrags zum eigenen Vorteil zu nutzen. Die Transparenz der Social-Trading-Plattformen wird entsprechend mit neuen Risiken – insbesondere Betrugsrisiken – erkauft.

Informationen zu den Finanzmärkten

Neben den reinen Trading-Apps existieren im Bereich Geldanlage noch eine Reihe von Anwendungen zur Information und zum Vergleich von Anlage-Klassen. Besonders zahlreich sind beispielsweise Angebote wie die Tagesgeld-App oder Vermittlungsangebote wie von savedo.de oder weltsparen.de. Hier lassen sich Tagesgeld- und Festgeld-Konten vergleichen. In der aktuellen Situation ist allerdings fraglich, wie sinnvoll derartige Anlagen sind. Sie eignen sich bei den aktuellen Zinsen und der Inflation eher dazu, Geld kurzfristig zu parken, als es – in der Erwartung von Gewinn – langfristig anzulegen. Bei dem derzeitigen Niedrigszinsniveau sollte man sich zuerst die Frage stellen, ob eine Cash-Anlage der richtige Ansatz ist, oder ob man – zumindest langfristig gedacht – nicht eher Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Rohstoffe kaufen sollte.

Apps wie MarketWatch von Dow Jones, Intelligent Investing von Forbes, Bloomberg, Frankfurter Börse, finanzen.net oder Yahoo Finance gewähren mobilen Zugriff auf Finanzmarkt-Nachrichten, Börsenkurse und Marktanalysen. Auch Apps für Einsteiger finden sich – etwa Simply Wall St aus Australien. Die App wandelt komplexe Informationen zu den Finanzmärkten in leicht verständliche Grafiken um. Wer sich für die aktuelle Stimmung an den Märkten interessiert, sollte sich Stockwits ansehen. Dabei handelt es sich um eine Art soziales Netzwerk für Börsianer, in dem sich beispielsweise Tweets von Investoren zu getätigten Anlagen oder zu Firmen einsehen lassen. Ebenfalls einen Blick wert ist die Plattform Seeking Alpha mit den zugehörigen Apps. Das Angebot sticht unter anderem aufgrund der teilweise sehr versierten Kommentare der Community aus der Masse heraus.

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8 Reaktionen
Smartinvestor
Smartinvestor

Was mir noch total fehlt ist eine Software zur Vermögensverwaltung, die alle Transaktionen (z.B. Wertpapieren(ver)Käufe, Ausschüttungen) automatisch von der Depotbanken herunterladen kann. Es ist doch echt steinzeitlich, dass man sich seit nunmehr über 20 Jahren regelmäßig hinsetzen muss, um alle total standardisierten Transaktionenabrechnungen mühsam aus dem Postfach zu holen, vollständig von Hand im Verwaltungstool einzugeben, zweimal auf Übertragungsfehler zu überprüfen und dann ab und an trotzdem stundenlangang nach Übeftragungsfehlern suchen muss, die man trotz sorgfältigster Übertragungsarbeit nicht vermeiden könnte. Wirklich Alles im üblichen Banking und Broking ist heutzutage hoch standardisiert und automatisiert und läuft in Sekundenschnelle ab. Nur der letzte Schritt der privaten Erfassung ebenso hoch standardisierter Wertpapiertransaktionen muss seit zig Jahren immer noch von Hand erfolgen. Das ist m.E. steinzeitlich ätzend! Bin daher von der Innovation speed der Fintech nicht wirklich angetan. oder habe ich da was übersehen?

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littlehoopoe
littlehoopoe

Bei mir sind Seite 1 und 2 genau das gleiche, hab ich die Übersicht übersehen?

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Tilo_Hammer
Tilo_Hammer

Super Übersicht und zeigt ganz klar - FinTech auf dem Vormarsch. Hier noch eine kleine Ergänzung für alle unter Euch die auch Ihre bestehenden Kredit-, Geldanlage- und Versicherungsverträge verwalten wollen.

Mit unserer feelix Finanz App bieten wir hier eine passende Lösung. http://www.myfeelix.de/

Ich bin gespannt was sich 2016 noch alles tut.

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Gute Fahrt
Gute Fahrt

YDNAB ist ziemlich gut, gibt es sogar auf steam ;)

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Dominic
Dominic

Mobile TAN-Verfahren sind auch mit 2 Apps unsicher, schaut euch folgendes Video vom 32c3 vor 2 Wochen an https://www.youtube.com/watch?v=SCMJmbuTQCM

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Malte
Malte

Hey Sébastien,

super Übersicht, danke!
Nur als kleine Anmerkung zu Cringle: Seit dem 20.08. sind bei Cringle auch keine Transaktionsgebühren mehr vorhanden und somit komplett kostenlos!
http://blog.cringle.net/post/127139211149/news-cringle-jetzt-kostenlos

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Matthias
Matthias

Hallo Malte,

wie genau finanziert sich Cringle denn dann, wenn es keine Gebühren gibt?

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christian.nitsche
christian.nitsche

Danke für die tolle Übersicht!

Zur Budgetierung, Erfassung der Ausgaben und der persönlichen Finanzplanung kann ich auf jeden Fall YNAB (You Don't Need A Budget) empfehlen, welches Ihr ja auch beschrieben habt.

Was YNAB so besonders macht ist die Methode, die die Software versucht zu vermitteln. Vier klare Regeln, die dafür sorgen, Struktur und Kontrolle in den eigenen Finanzhaushalt zu bekommen und sich somit mehr finanzielle Flexibilität, Übersicht und schlussendlich auch ein Stück Freiheit zu schaffen. Das ganze wird über die App hinaus in Video-Tutorials, Workshops und in einer Online-Community vermittelt und verfestigt. Ich finde, es funktioniert super!

In der kürzlich veröffentlichten Version 5 von YNAB, benötigt man auch keine Desktop Version mehr, sondern kann sich direkt online per Web-Oberfläche einloggen und seine Budgets verwalten. Ich persönlich benutze noch YNAB 4, welches mal bis vor kurzem noch für einen einmaligen Betrag erwerben konnte. Jetzt basiert YNAB auf einem Subscription-Modell für $5 im Monat.

YNAB bietet auch die Verbindung von Bank- und Kreditkartenkonten - leider aber nicht mit Konten aus Deutschland, mein größter Schwachpunkt.

Für die Verwaltung von Konten auf dem iPhone kann ich persönlich iOutbank empfehlen. Sehr mächtig und zuverlässig, ein Klassiker eben.

Ich persönlich wünsche mir einen Dienst, der ähnlich wie das amerikanische Vorbild Mint.com ermöglicht, meine ganzen Bankdaten zu synchronisieren und in einem äußerst schicken und benutzerfreundlichen User Interface zu steuern.
Das Ganze gepaart mit YNAB, einem Web Interface und einer vernünftigen wäre traumhaft! Leider habe ich noch nichts vergleichbares für den deutschen Markt finden können...

Viele Grüße

Christian

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