„Die Rezession und der wirtschaftliche Abschwung sind eine Chance für Open-Source-Anbieter, ihre Lösungen stärker an den Mann zu bringen“, sagt Axel Oppermann von den Marktforschern der Experton Group. Woher kommt so viel Optimismus? Einer der simplen Gründe liegt in der schlanken Struktur statt einem aufgeblähten Apparat an Kosten und Personal. So arbeiten viele Unternehmen effektiv und kostengünstig. Ein Beispiel: SugarCRM, eine der bekannten Größen unter den Anbietern von Open-Source-basierten CRM-Lösungen, hat weltweit lediglich 165 Mitarbeiter beschäftigt.
Davon sind im Unternehmen „nur“ 40 Mitarbeiter mit der Programmierung beschäftigt. Die eigentliche Stärke liegt jedoch in der erweiterten Schlagkraft: So sind in der Developer-Community mehr als 15.000 Entwickler angemeldet. Diese arbeiten „quasi unentgeltlich“ für SugarCRM an mehr als 550 Projekten: „Ein entscheidender Vorteil gegenüber Microsoft und Co., die allein schon Tausende Entwickler beschäftigen und finanzieren müssen“, gibt Axel Oppermann zu bedenken.
Aus Kosten-Nutzen-Sicht der Unternehmen gibt es weitere Argumente mit Blick auf regelmäßige Kostenblöcke. Denn Tests, Implementierung und der laufende Betrieb verschlingen bei proprietären Lösungen viele Ressourcen im Bereich Zeit, Geld und Personal. „Ein abermals zunehmender Druck auf die IT-Budgets wird viele Open-Source-Hasser zu Open-Source-Testern und schließlich zu Open-Source-Freunden machen“, prognostiziert Oppermann.
Durchgehend optimistisch bewertet auch die Szene selbst die aktuelle Stimmungslage. Datenbankspezialist Ingres etwa sieht für die Nutzer proprietärer Software momentan das Risiko, dass sich aufgrund der Finanzkrise die Entwicklungszyklen verlangsamen oder sich gar manche neuen Features überhaupt nicht mehr realisieren lassen.



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