Die „natürliche“ Marktauslese steht erst noch bevor. Schließlich sind die nachgelagerten Kosten für Werbung, Vertrieb und Marketing bei den neuen Playern oftmals viel entscheidender als die rein internetbasierte Entwicklung, auch wenn diese den hohen Berg an Lizenzkosten vermeiden hilft.

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Olivier Dobberkau, Geschäftsführer der TYPO3-Agentur d.k.d, sieht in der Finanzkrise keine Gefahr für sein Geschäftsmodell.

Olivier Dobberkau, Geschäftsführer der Frankfurter TYPO3-Agentur d.k.d., sieht in der Krise indes keine Gefahr: „Im Gegensatz zur Dotcom-Blase befürchte ich keine großen Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell. TYPO3 hat sich als Enterprise Content Management System bewährt und die Nachfrage nach Qualität ist eher gestiegen. Statt Kosten zurückzufahren, stellen wir neue Mitarbeiter ein.“

Einerseits wird immer mehr zum Mainstream, andererseits etablieren sich neue Nischen. Marktanalyst Axel Oppermann von der Experton Group gibt trotz gewisser Unwägbarkeiten eine ganz klare Prognose ab: „Ich gehe davon aus, dass Anbieter und Dienstleister im Bereich Open-Source-Software kurz- und mittelfristig durch die wirtschaftliche Abschwächung profitieren werden.“ Denn die Unternehmen gingen infolge der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestärkt in den nächsten Aufschwung hinein, den der Experte in etwa drei bis fünf Jahren erwartet.

Deshalb ziehe die Krise eine Schubkraft nach vorne für die Anbieter von Open-Source-Lösungen nach sich, so Opermann. Noch weiter vor wagt sich Bertrand Diard, CEO von Talend Open Data Solutions, einem Spezialisten für die Datenintegration. „Einer meiner Freunde aus dem Venture-Capital-Bereich erzählte mir kürzlich, dass seiner Meinung nach nur noch alternative Modelle für den Einsatz von Software, wie Open-Source-Software und Software-as-a-Service, die vom Markt geforderte Rendite erbringen können.“

Der Integrationsspezialist begründet diese optimistische Erwartung mit den niedrigen finanziellen Spielräumen und einer geringeren Zahl von Angestellten. Diese stelle Anwenderunternehmen vor die Herausforderung, innovativere Lösungswege zu orten, um ihre spezifischen IT-Bedürfnisse zu erfüllen. Diese Suche führe zu Veränderungen dahingehend, wie Menschen und Organisationen mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen umgingen. „Unternehmen greifen zunehmend zu Open-Source-Software und SaaS. Die Geschäftsmodelle wandeln sich, um genau dies zu ermöglichen“, fasst Diard zusammen.

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