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Frameworks und Gratis-Tools, die Webentwicklern das Leben erleichtern

Aus dem
t3n Magazin Nr. 26

12/2011 - 02/2012

Immer mehr Endgeräte, zahlreiche Konfigurationen und wachsende Ansprüche der Nutzer zwingen zu aufwändigen Internet-Auftritten, optisch wie technologisch. Open-Source-Frameworks und Gratis-Tools wollen deshalb Web-Entwicklern das Leben erleichtern. Was bleibt, ist die Qual der Wahl. Ein Wegweiser.

Frameworks und Gratis-Tools, die Webentwicklern das Leben erleichtern

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Foto: joexx/Photocase

Die Idee ist fixiert, die Entwicklung beginnt, es folgen die bekannten Aufgaben: Layout von Logik trennen, eine passende Datenbank finden und die Browser-Unabhängigkeit gewährleisten. Doch das Rad rollt bereits, warum also neu erfinden? Und die angebotenen und Tools sind keineswegs überladene Alleskönner. Vielmehr tendieren die Hersteller zu spezialisierten Lösungen, die keine Leistungseinbußen durch zuviel Funktionalität mit sich bringen. Es gilt daher die Devise: Je spezifischer die Anforderung, desto passender das Framework. Der Vielzahl der Angebote entsprechend erhebt dieser Rundgang keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern liefert auf den folgenden Seiten und in der anschließenden Tabelle einen Überblick der wichtigsten Vertreter.

CSS und HTML

Gerade bei der Browser-Unabhängigkeit gibt es viel zu tun. Da verwundert es kaum, dass gerade auf diesem Gebiet zahlreiche Bibliotheken um die Gunst der Entwickler buhlen. Etwa, um das Design zu vereinheitlichen. Darum kümmern sich CSS-Frameworks wie „960 Grid System“. Das Framework teilt eine 960 Pixel breite Seite in zwölf oder sechzehn Spalten ein. Über CSS-Klassen werden HTML-Blockelemente dann auf die Spalten verteilt, um ein stets einheitlich ausgerichtetes Gerüst zu erhalten.

Eher Geschmackssache sind CSS-Frameworks, die für ein typografisch einheitliches Bild sorgen oder Formulare „verschönern“. Um entsprechend Einfluss nehmen zu können, enthalten manche solcher Bibliotheken HTML-Templates. Sie sorgen zudem für optimierte Tabellen, W3C-konforme HTML-Mails oder bringen mit „Hacks“ technologisch humpelnde Browser wieder auf die Beine.

In eine gänzlich andere Kerbe schlagen „less“ und „Sass“: Sie erlauben den Einsatz von Funktionen, Variablen und Verschachtelungen in eigenem CSS-Code [1]. Das erleichtert etwa den Umgang mit Farbcodes oder mehrfach eingesetzten Effekten.

JavaScript

Ebenfalls der Browser-Unabhängigkeit geschuldet sind JavaScript-Frameworks. Sie verkürzen und vereinheitlichen Standard-Befehle der Skriptsprache, etwa den mühseligen Zugriff auf einzelne HTML-Elemente via „document.getElementById('id').style.display = 'none'“. Die Bibliothek „Prototype“ macht daraus ein simples „$('id').hide()“. Natürlich unabhängig vom verwendeten Browser und inklusive diverser Abfragen, ob das Element überhaupt existiert.

Neben derartiger Entwickler-Freiheit liegt die Stärke der JavaScript-Frameworks vor allem in der Usability: Tabellen sortieren, Inhalte verstecken und Formular-Eingaben auf ihre Richtigkeit prüfen funktioniert ohne Server-seitigen Code und mittels weniger Zeilen JavaScript. Auch AJAX, die portionierbare Server-Kommunikation durch die Hintertür, Drag and Drop und diverse Animationen sind mit den Bibliotheken möglich.

Rich Internet Applications (RIA)

Von einer Rich Internet Application ist die Rede, wenn der Nutzer mit der Seite interagieren kann, als befände er sich in einer Desktop-Anwendung. In die Klasse der „RIAs“ rutschen also sämtliche Frameworks, die das Erstellen solcher Applikationen unterstützen. Dass in dieser Kategorie mit „jQuery UI“ ein Namensvetter des JavaScript-Frameworks „jQuery“ auftaucht, ist also nur mitnichten Zufall: Die RIA-Version der Bibliothek enthält neben CSS- und JavaScript-Bibliothek ordnerweise Bilder und Symbole, die je nach Farbschema der eigenen Seite eingebunden werden.

Doch nicht nur mit HTML, CSS und JavaScript sind Anwendungen realisierbar, auch über Browser-Plugins wie Flash oder Silverlight ist ein beinahe natives Erlebnis möglich. Entsprechend warten Adobe und Microsoft mit Frameworks auf, um die Entwicklung solcher Applikationen zu erleichtern. Vorraussetzungen dafür sind neben einem entsprechend motivierten Benutzer vor allem ein Betriebssystem und ein Browser, die das Plugin auch zulassen. Was nach einem lächerlichen Apple-Adobe-Streit klingt, erlangt durch die stetig steigende Zahl mobiler Geräte neue Bedeutung.

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