Im November 2007 wurde mit der DataPortability Workgroup [3] eine offizielle Institution ins Leben gerufen, die einen allgemeingültigen Standard für die Portabilität von sozialen Netzwerken schaffen soll. Die Mission dabei: Der Nutzer soll die Kontrolle über seine eigenen Daten zurückerhalten. Neben den bereits genannten Mikroformaten kommen dabei Standards wie OpenID und OAuth (Authentifizierung von Benutzern und API-Zugriffen), RSS, OPML (Management von Abonnements), APML (Speicherung und Export von Interessen) und viele mehr zum Einsatz.

Das Aufsehen, das die Workgroup rund um Chris Saad erzeugt hat, ist gewaltig. Der Beitritt von Schwergewichten wie Facebook, Google oder Plaxo zeigt, dass es sich bei dieser Initiative nicht um eine Eintagsfliege handelt. Schon in einer frühen Phase werden so die Kräfte gebündelt, die nötig sind, um die notwendigen Netzwerkeffekte zu erzeugen und die gesteckten Ziele erreichen zu können.

Entscheidend wird sein, mit welchem Nachdruck eine Lösung erarbeitet wird. Schließlich wird mit der Möglichkeit, dass ein Nutzer die Plattform wechseln und dabei alle Daten mitnehmen kann, das Geschäftsmodell der etablierten Netzwerke angekratzt, die sich mit Werbung finanzieren. DataPortability ist ein Feature, das die Nutzer einfordern müssen. Wenn dies der Fall ist, werden die „Walled Gardens“ mitziehen müssen, um ihre Nutzer nicht zu verlieren.

Fazit

Die Emanzipation des Nutzers, der seinen „User generated content“ als geistiges Eigentum betrachtet, ihn den „Social Networks“ nur zur Verfügung stellt und ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass DataPortability ein Feature ist, das er von einem Plattformbetreiber einfordert, ist noch Zukunftsmusik. Es wird viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen, ehe es so weit ist. Festzuhalten bleibt allerdings, dass in den letzten Monaten, nicht nur durch die Gründung der DataPortability Workgroup, der Stein ins Rollen gekommen ist. Auch wenn Open Social und die Öffnung der Facebook-Apps für externe Websites nicht unmittelbar dem Zweck des freien Datenaustauschs dienen, so zeichnet sich doch ein Trend ab: offene Schnittstellen und offene soziale Netzwerke.

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