t3n Magazin: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Wirksamkeit von netzpolitik.org inzwischen gemacht?
Markus Beckedahl: Das größte Problem ist, dass ich nicht genug Ressourcen habe, um alle thematischen Baustellen abzudecken. Da wünsche ich mir manchmal spezialisierte Blogs wie in den USA, die das leisten können. Aber Themen wie die Online-Durchsuchung und die Vorratsdatenspeicherung haben wir sehr früh und intensiv bearbeitet. Vor allem bei der Vorratsdatenspeicherung konnten wir viel dazu beitragen, dass es so ein Massenthema geworden ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Journalist aus dem Bereich uns liest. Wir sind ein Vorfilter und können auf die Weise Agenda-Setting betreiben.
t3n Magazin: Wie schätzen Sie die „Freiheit des Netzes“ aktuell ein?
Markus Beckedahl: Sie ist so bedroht wie nie zuvor und das von verschiedenen Seiten gleichzeitig.
t3n Magazin: Von wem geht die größte Gefahr aus?
Markus Beckedahl: Ich würde sagen: noch immer von der Unterhaltungsindustrie. Das Urheberrecht ist die zentrale Gesetzgebung in der digitalen Gesellschaft, aber es ist nicht den neueren Entwicklungen angepasst. Es ist vor allem so, dass starke Kräfte von Seiten der Unterhaltungsindustrie versuchen, diegesellschaftlichen Realitäten dem Urheberrecht anzupassen. Eigentlich müsste man aber natürlich das Urheberrecht den gesellschaftlichen Realitäten anpassen.
t3n Magazin: Wie sehen diese Realitäten aus?
Markus Beckedahl: Dazu gehört beispielsweise, dass wir alle „Kopierwerke“ in unseren Computern und Handys haben. Dass wir zum ersten Mal Kultur und Wissen richtig austauschen können. Aber sobald ein 13-Jähriger anfängt, Collagen zu basteln und ins Netz zu stellen, kann das eine Urheberrechtsverletzung sein. Momentan werden Gesetze immer mehr verschärft, dabei bringt das alles nichts. Die Menschen hören nicht auf, ihre Computer und das Internet zu nutzen. Also müssen die Gesetze noch weiter verschärft werden. Dieses Wettrüsten führt zu immer mehr Kollateralschäden. Die Politik wiederum ist da zu unsouverän und glaubt alles, was von den Lobbygruppen kommt.


















[...] ein Interview mit Markus Beckedahl von netzpolitik.org zur bedrohten Freiheit des Netzes geführt. Man kann es jetzt kostenlos online lesen. Darin erklärt Markus Beckedahl, was ihn dazu bringt, sich für das Thema Netzpolitik zu engagieren [...]
[...] hat mich in der aktuellen Ausgabe 15 zu Netzpolitik interviewt. Das steht jetzt auch online: „Die Freiheit des Netzes ist so bedroht wie nie zuvor“. Markus Beckedahl ist der Macher hinter netzpolitik.org. Schon seit vielen Jahren beschäftigt [...]
[...] Linktipp praktisch in eigener Sache: Interview mit Markus Beckedahl zur gefährdeten Freiheit des Netzes - veröffentlicht im aktuellen t3n Magazin, seit heute für alle online zu [...]
[...] Markus Beckedahl von netzpolitik.org im Interview: „Die Freiheit des Netzes ist so bedroht wie nie... t3n Magazin: Was kann ich tun, um mich zu engagieren? [...]
[...] „Eine Ausweitung auf andere Zwecke ist nicht beabsichtigt“, heißt es in dem Papier. Beabsichtigt nicht, aber natürlich möglich und nach Ansicht von Kritikern sogar sehr wahrscheinlich. Schließlich gibt es keinen logischen Grund, warum nur eine Art illegaler Netzinhalte gesperrt werden sollte und nicht z.B. auch Filesharing-Portale. „Sobald die Filter bei der Kinderpornographie da sind, werden ganz viele andere auch vor der Tür stehen. Da gibt es heute schon viele, die etwas wünschen: Die einen wollen die Nazis aus dem Netz raushaben, andere wollen alle Urheberrechtsprobleme aus dem Netz raus haben“, hatte Markus Beckedahl von netzpolitk.org im Interview mit t3n erklärt. [...]
[...] “Die Freiheit des Netzes ist so bedroht wie nie zuvor.” Markus Beckedahl von netzpolitik... [...]
[...] das ich Ende 2008 geführt habe, hat viel von dem vorweggenommen, worüber wir heute diskutieren: Die Freiheit des Netzes ist so bedroht wie nie zuvor. Interessengruppen wie die Musikindustrie oder auch viele Politiker sehen das Internet in erster [...]
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[...] So ist Markus Beckedahl langjähriges Mitglied der Grünen und ihrer Jugendorganisation. Zwar bezeichnet er sich heute als “klassische Karteileiche”. Und doch zieht er erheblichen [...]