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Die ganze Stadt ist ein Startup: Shenzhen ist das Silicon Valley für Hardware-Firmen

Das Team von Voltstorage beim Fotoshooting auf dem Dach des HAX-Accelerators im Stadtteil Huaqiangbei. (Foto: Vitaly Vyazovsky)

Shenzhen ist das Silicon Valley für Hardware-Unternehmen. Warum es auch deutsche Gründer in die Millionen-Metropole zieht.

Bis vor einem Jahr wussten wir nicht mal, wo Shenzhen liegt“, gesteht Felix Kiefl vom Münchner Startup Voltstorage. Jetzt sitzt er mit seinem Mitgründer in einem Büro in ebenjener Stadt in Südchina und kann sich nicht vorstellen, wie sie ihr Produkt ohne das Ökosystem in und um Shenzhen weiterentwickeln hätten können.

Innerhalb von nur vier Monaten sind Kiefl und seine beiden Mitgründer Michael Peither und Jakob Bitner zu Shenzhen-Fans geworden. Das liegt daran, dass ihr Startup perfekt in die chinesische Metropole passt. Ihr Produkt, ein Energiespeicher für Privathaushalte mit Solaranlagen, ist in etwa so groß wie eine kleine Regentonne und besteht aus jeder Menge Kunststoff, Metall, Platinen und Chemikalien. Für die Macher von Produkten dieser Art – Hardware im weitesten Sinne, auch abseits von Elektronik – ist Shenzhen ein Schlaraffenland. „Die Geschwindigkeit, mit der wir hier unseren Prototypen bauen können, ist krass“, sagt Peither. „Du gibst morgens eine CAD-Datei ab, und am nächsten Tag hast du ein fertiges Teil in den Händen. Das geht in Deutschland einfach nicht. Es ist hier nicht nur billiger, sondern eben auch einfacher und schneller.“ In den vergangenen Monaten haben die drei Gründer von Voltstorage ihre Geschäftsidee, die sie während ihrer gemeinsamen Studienzeit an der TU München entwickelt haben, in einen funktionierenden Prototypen verwandelt, den sie Anfang Januar erstmals auf der CES in Las Vegas präsentiert haben. Ihr Energiespeicher soll günstiger, langlebiger und sicherer als die Produkte der Konkurrenz sein. Ab 2018 wollen sie damit unter anderem Tesla den Markt strittig machen.

Einer von Tausenden Verkaufsständen innerhalb der Elektronikmärkte von Huaqiangbei. (Foto: Vitaly Vyazovsky)

Im Frühjahr 2016 bewarben sie sich dafür bei einem amerikanischen Accelerator-Programm in Shenzhen, dem HAXAccelerator, und wurden prompt aufgenommen. Das Programm richtet sich ausschließlich an Hardware-Startups. Dabei ist keine Idee zu verrückt: Es gibt Roboter, die Hundekot entsorgen, Zuchtkästen für essbare Insekten und vernetzte Kleidungsstücke. Entsprechend abenteuerlich sehen die Schreibtische der einzelnen HAX-Startups in Shenzhen aus. Der riesige Raum, aus dem der Accelerator größtenteils besteht, wirkt eigentlich mehr wie eine Werkstatt als ein Büro. Wer einen gut sortierten Werkzeugkasten sein Eigen nennt, den Geruch von Lötzinn mag und weiß, was ein Arduino ist, der wird sich in den Räumen von HAX wohlfühlen.

Neben den aktuell 16 Teams im neunten Jahrgang des Accelerators belegen mehr als die Hälfte des Platzes Ehemalige. Wer einmal bei HAX aufgenommen wurde, kann lebenslang zurückkommen und hat immer einen Arbeitsplatz in Shenzhen sicher. Neben den herkömmlichen Arbeitsplätzen gibt es natürlich auch eine richtige Werkstatt. Dort stehen simple Werkzeuge wie Lötkolben, Multimeter und 3D-Drucker, aber auch riesige und sehr spezielle Maschinen wie Wasserstrahlschneider, CNC-Fräsen und Automaten zur Bestückung von Leiterplatten.

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