Die benötigten Werkzeuge jenseits der IDE und des Java-Compilers werden vom Android SDK bereitgestellt, das inzwischen in der Version 1.0 verfügbar ist [4]. Teil dieses SDKs ist auch ein Emulator, der das Ausführen von Anwendungen unter Quasi-Hardware-Bedingungen ermöglicht und weitgehende Debugging-Unterstützung bietet. Java-Entwickler werden sich bei der Entwicklung von Android-Anwendungen schnell zu Hause fühlen. Sie können sowohl ihr vorhandenes Wissen als auch ihre bewährten Werkzeuge weiterverwenden. Das ist sicher ein großer Vorteil von Android, der dem System mittelfristig eine große Auswahl an Anwendungen bescheren wird. Einen kleinen Ausblick auf das Interesse von Entwicklern und die Möglichkeiten der Plattform bot der Android Developer Challenge, ein Wettbewerb, der im Frühjahr 2008 ausgerufen wurde und derzeit in die zweite Runde geht. In der ersten Runde gab es stolze 1.700 Einsendungen – und das lange bevor an echte Hardware auch nur zu denken war. Einzig eine frühe Version des SDKs stand den Teilnehmern zur Verfügung. Nichtsdestotrotz haben viele Anwendungen auf sehr innovative Weise die Möglichkeiten des mobilen Internets, von Location-Based Services und des Social Networkings ausgelotet. Für Entwickler mit Interesse an Android ist die Entwickler-Website erste Anlaufstelle. Neben dem SDK und zahlreichen Videos finden sich dort auch Infos zu der ersten Wettbewerbsrunde und der anstehenden zweiten.
Fazit
Android ist die erste vollständige Softwareplattform für Mobiltelefone, die sowohl komplett Open Source ist als auch über eine entsprechende Unterstützung aus der Industrie verfügt. Damit steht sie in direkter Konkurrenz zu Systemen wie Windows Mobile oder Symbian, aber auch zu OpenMoko, das im Unterschied zu Android den Hardware-Aspekt einbezieht. Natürlich sind mehr Geräte als das G1 erforderlich, um Android zu einem Erfolg werden zu lassen, aber sowohl Philosophie als auch Technologie der Plattform sind vielversprechend.


Jörg Pleumann verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich mobiles und eingebettetes Java. Er ist bei der Noser Engineering AG (www.noser.com) in Winterthur, Schweiz, als Projektleiter im Bereich Android tätig. Noser Engineering ist Gründungsmitglied der Open Handset Alliance und war an der Entwicklung von Android beteiligt. Die Firma hat große Teile der Core-Libraries beigesteuert und kümmert sich derzeit um Test, Applikationsentwicklung und Portierungen.


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