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Google+: So nutzen Unternehmen das Netzwerk clever für ihre Kommunikation

Aus dem
t3n Magazin Nr. 30

12/2012 - 02/2013

Als im Juni 2011 eher still und leise den nächsten Versuch startete, im Bereich der ein Wörtchen mitzureden, waren die Skeptiker lauter als die Befürworter. Doch trotz aller Unkenrufe hat sich gut entwickelt und die Nutzerzahlen steigen kontinuierlich. Wir zeigen, wie Unternehmen Google+ clever für die interne und externe Kommunikation nutzen können.

Google+: So nutzen Unternehmen das Netzwerk clever für ihre Kommunikation

Zum Start von Google+ gab es noch keine offiziellen Unternehmensprofile, dennoch legten viele Marken und Unternehmen entsprechende Accounts an, auch wenn Google schnell klarmachte, dass diese Accounts später nicht übertragbar seien und man zum Start der offiziellen Seiten wieder von vorne anfangen müsste. Die Antwort auf die Frage, ob sich die Erwartungen an das Netzwerk erfüllen, ist nicht gerade einfach, kommt es doch sehr auf die Marke, den Unternehmensbereich, die Zielgruppe und nicht zuletzt auch das Engagement der Marke an. Wer sich schnelle Erfolge per Cross-Marketing erhofft hatte, wurde oftmals genauso schnell enttäuscht. Eine Facebook-Marketing-Strategie ist eben nicht 1:1 übertragbar, denn jedes Netzwerk ist anders, verhält sich anders und muss demnach auch anders bespielt werden.

Die richtige Strategie

Doch wie bespielt man ein neues Netzwerk richtig und geht das überhaupt? Ja, es geht, aber nur mit einer Strategie, in der man alle wichtigen Stellgrößen richtig analysiert und entsprechend justiert. Wer mit seiner Marke bei Google+ Gehör finden will, sollte sich zunächst einmal sicher sein, dass die eigene Zielgruppe auch in diesem Netzwerk unterwegs ist. Es spielt primär keine Rolle, wie groß das Unternehmen ist, sondern eher, welche Produkte und Dienstleistungen es anbietet. Ein Frisör auf dem Lande wird beispielsweise mit einer Google+ Page kaum große Kundenströme akquirieren können, während ein freiberuflicher Fotograf aus Berlin das Soziale Netzwerk durchaus erfolgreich nutzen kann.

Das A und O sind die geteilten Inhalte. Pressemitteilungen eignen sich ebenso wenig wie niedliche Katzenbilder. Ideal sind dagegen Beiträge, die sowohl informieren als auch unterhalten. Beispielsweise kann man die Entstehung eines neues Produkts in einer Bilderserie dokumentieren oder ein Video mit einem Hintergrundbericht kombinieren. Letztlich geht es darum, optisch ansprechende Beiträge zu erstellen, die zugleich interessante Informationen liefern. Da unterscheidet sich Google+ nicht sehr von anderen Plattformen.

Google+: Vorteile für Unternehmen

Ist die Zielgruppe auch bei Google+ anzutreffen, gibt es für Marken und Unternehmen einige besondere Funktionen, die eine direkte und zielgruppengenaue Kommunikation ermöglichen. Zum einen sind da die von Google gleich zum Anfang als herausragendes Merkmal angepriesenen Circles. Gedacht sind diese Kreise als Sortierungsmöglichkeit in beide Kommunikationsrichtungen. Marken können damit beispielsweise Kunden, Interessenten und Multiplikatoren in jeweils einen separaten Kreis sortieren und ihnen entsprechend ausgewählte Inhalte zukommen lassen.

google plus fuer unternehmen 1
Google+ kann sich für Unternehmen lohnen. Allerdings ist eine andere Strategie als bei Facebook gefragt.

Sinnvoll ist das in allen drei Fällen, weil diese drei Gruppen sehr unterschiedliche Erwartungen an die Marke und die von ihr verbreiteten Inhalte haben. Während Kunden sich Service- und Supportinhalte wünschen, um beispielsweise ein erworbenes Produkt noch besser nutzen zu können, erwarten Interessenten zunächst einmal allgemeine Produktinformationen, die sie für eine Kaufentscheidung benötigen. Die Multiplikatoren wiederum erwarten tiefergehende Informationen zu kommenden Produkten, die sie dann in ihren eigenen Kreisen streuen können.

Soweit die Theorie. In der Praxis scheint dieses Marketinginstrument aber noch nicht angekommen zu sein, denn schaut man sich die Google+-Pages vieler Unternehmen an, so sieht man nur in Ausnahmefällen nennenswerte Einkreisungen der Pagebetreiber selbst. Sie vertrauen in den meisten Fällen darauf, dass die Einkreisung ihrer Page schon ausreicht und vernachlässigen sträflich die Empfangsseite der eigentlich bidirektionalen Kommunikationsform. Auf die Konsumenten gehen sie allenfalls über die Kommentarfunktion ein, aber auch das kommt gefühlt noch viel zu selten vor.

Das zweite, sehr mächtige Marketing- und Kommunikations-Instrument sind Hangouts. Der Videochat lässt sich so vielseitig einsetzen, dass es sich alleine dafür schon lohnt eine Page aufzubauen:

  • Produktvorstellungen: Statt Pressemitteilungen an Journalisten zu verschicken, können Unternehmen ihren Kunden und Interessenten via Hangout on Air neue Produkte direkt im Bewegtbild demonstrieren.
  • Support-Sendungen: Regelmäßig wiederkehrende Fragen zu einem Produkt kann man in einer Hangout-Fragestunde direkt beantworten.
  • Workshops: Kunden könnte man zeigen, wie sie noch mehr aus ihrem erworbenen Produkt herausholen.

Darüber hinaus ist die eigene Kreativität gefragt. Warum nicht mal verschiedene Kollegen vorstellen und zeigen, woran sie gerade arbeiten? Oder einen Hangout on Air für die Entscheidungsfindung beim Designprozess nutzen? Alle Zuschauer können noch während der Übertragung ihr Feedback in den Kommentarbereich unterhalb des Hangout-Fensters hinterlassen, so dass später eine Auswertung möglich ist. Google zeichnet übrigens alle Hangouts auf, so dass diese gleich in den YouTube-Kanal des Unternehmens übernommen werden können. Die Hangouts lassen sich aber auch sehr schön zur internen Kommunikation einsetzen: Entfernt arbeitende Mitarbeiter, B2B-Kunden oder Freelancer für visuelle Besprechungen zu einem Hangout einzuladen und Google-Docs-Dokumente gemeinsam zu bearbeiten, ist problemlos möglich.

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Eine Antwort
  1. von Walter Schärer am 13.07.2013 (13:52Uhr)

    Kürzlich durfte ich die erfolgreiche Google+ Strategie des Schweizer Fahrrad-Spezialisten VeloPlus kennenlernen. Sie sind einer der grössten Schweizer Google+ Nutzer und scheinen eine interessante Nische gefunden zu haben...

    Sie differenzieren die Inhalte für verschiedene Social Networks klar und nutzen den zunehmenden Facebook-Frust durch die abnehmende Reichweite dortiger Posts für eine umso erfolgreichere Kommunikation auf Google+.

    Meine entsprechende Zusammenfassung habe ich bei webmemo.ch publiziert.

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