Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Jimdo-Gründer Springub im Portrait: „Arbeit muss Spass machen“

Aus dem
t3n Magazin Nr. 29

09/2012 - 11/2012

Seit Kurzem ist Christian Springub aus den USA zurück. Ein Jahr lang baute er in San Francisco das Zweigbüro für den Website-Baukastendienst Jimdo mit auf, nun genießt er wieder die „norddeutsche Raubeinigkeit“. Auch die Investorensuche im Silicon Valley verlief erfolgreich – bis die Jimdo-Gründer selbst einen Rückzieher machten. Aus dieser Zeit hat Springub eine Menge gelernt.

Jimdo-Gründer Springub im Portrait: „Arbeit muss Spass machen“

IMG 6811 bearb
Christian Springub (Jimdo)

Während sich Springub um den Aufbau des USA-Geschäfts kümmerte, hat sich auch im deutschen Hauptquartier viel getan: 110 Leute arbeiten mittlerweile im Hamburger Jimdo-Büro, das langsam aus allen Nähten platzt und deshalb schon um eine komplette Büroetage erweitert wurde. Trotzdem ist es für Springub gar nicht so einfach, den passenden Ort für ein Interview zu finden: Überall wuseln Mitarbeiter umher. Zum Glück ist im „Aquarium“ noch Platz, ein kleiner Raum, der kuschelig eingerichtet und nur über das Aquarium-Fenster mit der quirligen Bürowelt verbunden ist. Der Rückzugsraum ist eine Maßnahme von Magdalena Bethge, die bei Jimdo als „Feel-Good-Managerin“ angestellt ist. Der zweite Luxus, den sich das Hamburger Startup gönnt, ist ein eigener Koch: Schon vor Jahren haben die Gründer Amaradjan 'Sam' Samake versprochen, ihn eines Tages als Koch anzustellen, seit Ende letzten Jahres ist es nun soweit.

Mit dem Aufbau des USA-Büros hat sich Springub nicht nur einer beruflichen Herausforderung gestellt, sondern sich auch einen persönlichen Traum erfüllt: Ein Jahr lang im Ausland leben, in eine andere Kultur eintauchen, weg vom Gewohnten. Was andere nach der Schule machen oder während des Studiums, hat er jetzt nachgeholt. Ziemlich verständlich bei so einem geradlinigen Lebenslauf: Erstes kleines Business schon während der Schulzeit, Zivildienst, danach die Gründung von Jimdo. Von Austoben keine Spur – das fanden auch seine Eltern. „Sie konnten nicht verstehen, dass ich nicht studieren will“, lacht Springub. „Sie hatten keine Angst um meinen beruflichen Werdegang, sondern davor, dass ich meine Jugend nicht genug genieße.“

Gründen oder Studieren?

Bildschirmfoto 2013 02 26 um 12.34.36
Christian Springub liebt das Essen von Sam - alle anderen auch.
Diese Sorge ist für Springub unbegründet. Jimdo sei genau das, was er machen wolle, und zwar heute noch genauso wie 2004. Schon als Schüler entdeckt der Norddeutsche den Unternehmensgeist in sich und verkauft jeden Sonntag auf dem Flohmarkt Krempel, den er auf den Dachböden sämtlicher Bekannter zusammensammelt. „Dabei ging es mir nie um Geld, es hat mir einfach Spaß gemacht“, erinnert er sich. Mit 16 beginnt Springub, zusammen mit seinem Schulfreund und heutigen Mitgründer Fridtjof Detzner Websites zu bauen. „Nach der Schule habe ich mir die Frage, ob ich lieber gründen oder studieren will, eigentlich nur proforma gestellt“, gibt er zu. Als es mit Jimdo losgehen soll, holen sich die beiden noch Matthias Henze ins Boot, der zu der Zeit BWL studiert. Während sich Henze mit Finanzen und dem Businessplan herumschlägt, schrauben Springub und Detzner am Produkt. Der erste Firmenstandort ist auf dem Hof von Detzners Eltern; da die restlichen Söhne schon ausgezogen sind, bekommt jeder sein eigenes Zimmer. Während der Woche entwickeln die drei Jimdo, am Wochenende macht jeder, was er will. Work-Life-Balance sei ihnen von Anfang an wichtig gewesen. Für Springub selbst bedeutet dies vor allem Freunde treffen. „Ich habe überhaupt keine wirklichen Hobbies, sondern bin einfach gerne mit Menschen zusammen und mache mit, was sie machen – egal ob Skifahren oder Wandern.“

1 3
Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
Eine Antwort
  1. von Patzi am 26.02.2013 (13:42 Uhr)

    Mit dem Produkt hab ich so meine Probleme (ich finde Homepagebaukästen schrecklich!) aber Respekt vor der Leistung und dem, was Springub & Partner geschaffen haben.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Ähnliche News
Jimdo für iOS: App ermöglicht Anfängern jetzt auch das Bloggen
Jimdo für iOS: App ermöglicht Anfängern jetzt auch das Bloggen

Das Unternehmen Jimdo aus Hamburg ist bekannt für seinen Website-Baukasten. Jetzt wurde Jimdo für iOS im App Store veröffentlicht. Die App soll das einfache und schnelle Erstellen von Websites mit … » weiterlesen

Das neue Jimdo: Deutscher Website-Baukasten erstrahlt im neuen Glanz
Das neue Jimdo: Deutscher Website-Baukasten erstrahlt im neuen Glanz

Der beliebte Website-Builder Jimdo hat sein Produkt komplett überarbeitet. Die Nutzer erwartet nun ein komplett neu gestalteter Editor und vor allem neue, modernere Templates zum Bauen ihrer … » weiterlesen

#YOLO – oder was? Wie MC Fitti im Web Karriere macht
#YOLO – oder was? Wie MC Fitti im Web Karriere macht

Das Web hat MC Fitti zur Marke gemacht. Der Spaßmacher trifft den Nerv einer ganzen Generation und lässt sich kaum in eine Schublade stecken. Was verbirgt sich hinter dem bärtigen Dauergrinsen? » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n-Newsletter t3n-Newsletter
Top-Themen der Woche für Web-Pioniere
Jetzt kostenlos
anmelden
Diesen Hinweis verbergen