von Tassilo Pellegrini, 02.12.2008

Fortschritt mit (r)evolutionärem Potenzial: Grundlagen des Semantic Web

Aus dem
t3n Magazin Nr. 14

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In weiterer Folge eignen sich Semantic-Web-Technologien für die Verbesserung Service-orientierter Architekturen. Unterschiedliche Web Services und Applikationen können mittels semantischer Beschreibungen leichter gefunden, auf ihre Kompatibilität getestet und im Bedarfsfall effizienter integriert werden. Vormals getrennte Datenbestände und Datenbanken wachsen über den Semantic Layer zusammen, verringern die Fehleranfälligkeit und den Arbeitsaufwand der Datenportabilität und erhöhen die Effizienz der Informationsarbeit. Obwohl die Machbarkeit semantischer Web Services noch kontrovers diskutiert wird, testet die British Telecom bereits seit einigen Jahren deren Einsatz für die Identifikation, Diagnose und Behebung technischer Netzwerkprobleme. Zusätzlich unterstützen die Services den Kunden-Support und sollen die Service-Qualität verbessern.

Semantic Web auf dem Weg in den Massenmarkt

Ohne Zweifel stellt das derzeit noch eine Nischenerscheinung dar. In den vergangenen Jahren haben sich eine Reihe von Startups etabliert, die basierend auf W3C-Standards und der Integration unterschiedlicher bedeutungsverarbeitender Softwarekomponenten neue Applikationen und Services auf den Markt gebracht haben. Deren kommerzielle Tragfähigkeit muss sich nun beweisen.

Auf der anderen Seite haben große Player wie Yahoo, Microsoft, Thomson, Oracle, Sun Microsystems und British Telecom ein klares Commitment zu Semantic Web bekundet oder entsprechende Konzepte ohne großes öffentliches Aufsehen bereits internalisiert, wie am Beispiel Google nachzuvollziehen ist. Insbesondere in der Medizin und der Medienbranche sind Semantic-Web-Technologien auf dem Vormarsch. Im letzten Fall bekennen sich etwa Reuters, Dow Jones, die New York Times oder die BBC zum Semantic Web. Auch im deutschsprachigen Raum ist die Medienbranche in Bewegung, hält sich aber gerne bedeckt. Dies darf auch nicht verwundern, denn Daten und Datenstrategien sind aus unternehmerischer Perspektive oftmals zu „intim“, um sich damit in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Zeichen weisen jedoch untrügerisch in die Richtung, dass Semantic-Web-Technologien sukzessive in bestehende Architekturen und Anwendungen integriert werden und so auf leisen Sohlen ihren Weg in den Massenmarkt finden. Im Rahmen der „Semantic Web Initiative“ von Drupal [9] soll im nächsten Release des Content Management Systems eine serienmäßige Integration von RDFa [10] erfolgen. Dieser Semantic-Web-Standard für Mikroformate ermöglicht die maschinenverarbeitbare Annotation von bestimmten Content-Entitäten. Beispiel: Zahlenwerte können automatisch als Preise, als Konfektionsgrößen, als Altersangabe oder Autokennzeichen ausgewiesen werden. Mehr noch: Ganze Dokumenttypen, wie etwa Jobausschreibungen, können mittels eines Schemas semantisch angereichert und leichter auffindbar gemacht werden, wie etwa Drupal-Gründer Dries Buytaert in einem aktuellen Blogpost [11] verdeutlicht: „Imagine a standard Drupal node-type called 'job'. The fields in the job node-type would have RDF properties associated with them mapping to salary, duration, industry, location, and so on. Creating a new job posting on a Drupal site would generate RDFa that semantic search engines like Yahoo's SearchMonkey would pick up and the job would be included in their world-wide job database.”

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