Die Entwicklung von auf Semantic-Web-Technologien basierenden Geschäftsmodellen schreitet hierbei kontinuierlich voran. Allerdings ist zu erwarten, dass der kommerzielle Roll Out in der ersten Phase vorrangig im B2B-Segment vonstatten gehen wird. „Index-Licensing“, also die (kostenpflichtige) Lizenzierung gut strukturierter Metadaten-Bestände, oder automatische „Annotation Services“ für unterschiedliche Fachthemen, Branchen oder Nutzergruppen sind erste Indikatoren dieser Entwicklung, die schwerpunktmäßig durch betriebliche beziehungsweise professionelle Nutzer getrieben ist.
Im B2C-Segment nähert sich die Werbewirtschaft über das Schlagwort „kontextualisierte Werbung“ dem Thema sukzessive an. Als Weiterentwicklung der wortbasierten Werbeformen wird hier das so genannte „Concept Advertising“ eine Rolle spielen, welches nicht nur den Bedeutungsgehalt eines Worts, sondern ebenso sinnvolle Relationen heranzieht, um Werbung effektvoll zu platzieren. Auf diese Weise wird man wohl bald nicht mehr darüber schmunzeln können, dass neben einem News-Beitrag zum Thema „Alkoholsucht“ eine Bierwerbung auftaucht. Semantik unterstützt hier die Qualitätssicherung von Werbeschaltungen und ermöglicht gleichzeitig die automatisierte Werbebewirtschaftung von Nischenthemen und des Long Tail.
Kritik und Machbarkeit
Eine oft zu hörende Kritik ist jedoch, dass das Semantic Web aus technischer und organisatorischer Perspektive zu komplex ist, um überhaupt realisiert werden zu können. „Wer soll das denn alles machen?“, heißt der Einwand, der unterstellt, dass weder die Systemadministratoren noch die Endnutzer für die Bedienung semantischer Systeme geschult oder einfach zu faul sind, um dem mit der nötigen Sorgfalt nachzukommen.
Andernorts wird davor gewarnt, dass die zunehmende Semantifizierung zu „MetaCrap“ führt, der erst recht keine Verbesserung von Suche und Datenintegration erlaubt und die erhofften Effizienzgewinne und Usability-Verbesserungen letzten Endes wieder konterkariert. Zudem bestehe die Gefahr, dass durch irreführende Annotationen die Spam-Problematik in eine neue Ebene gehievt werden könnte. Ebenso ist bisher weitgehend offen, inwieweit sich in einem Semantic Web die Anforderungen an Datenschutz, Urheberrecht und Wettbewerbsregulierung ändern werden. Experten attestieren hier jedoch bereits Handlungsbedarf auf Ebene der Gesetzgebung.







