Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

t3n 46

Wie Händler und Marken ihre Produktplatzierung verbessern: SEO für Amazon

    Wie Händler und Marken ihre Produktplatzierung verbessern: SEO für Amazon

(Grafik: Flaticon / Madebyoliver)

Amazon ist für viele Nutzer die erste Adresse, wenn es um die Produktsuche und das Online-Einkaufen geht. So nutzen Unternehmen mit Marktplatzoptimierung (MPO) von Produkten die Amazon-Reichweite.

Für mehr als 50 Prozent [1] der Internet-Anwender ist Amazon die erste Anlaufstelle für ihre Produktsuche – und nicht die klassischen Suchmaschinen wie Google oder Preisvergleichsportale wie Idealo. Hinzu kommen die 30 Prozent Marktanteil [2], die Amazon zum stärksten E-Commerce-Player auf dem deutschen Markt macht. Das sind Zahlen, die massive Auswirkungen haben. Es ist kein Wunder, dass Händler und Marken diesen Vertriebskanal also nutzen und ihre Produkte dort gut platzieren wollen. So hat sich in den letzten Jahren die Optimierung von Produktplatzierungen bei Amazon als eine eigene Disziplin innerhalb des E-Commerce-Performance-Marketing etabliert: Die Marktplatzoptimierung (MPO). Denn nur, was bei relevanten Suchbegriffen relativ weit oben steht, klicken und kaufen die Nutzer auch häufig.

Ranking-Faktoren bei Amazon

Amazon setzt bei der Produktsuche auf den intern entwickelten A9-Algorithmus. Beim Ranken von Produkten unterscheidet dieser zwischen zwei Hauptkategorien von Faktoren. Zum einen sind dies die Relevanz-Faktoren. Sie geben an, wie wichtig ein Begriff für ein Produkt ist. Die wichtigsten Ranking-Faktoren, die die Händler und Marken direkt beeinflussen können, sind die Produktinformationen und alle Elemente, die Suchbegriffe enthalten können. Dazu gehören Produkt-Title, -merkmale, -eigenschaften und -beschreibung sowie Händlername oder Marke. Und sie können pro Produkt Suchbegriffe im Amazon-Backend hinterlegen. Zum anderen bestimmen die Performance-Faktoren, wie weit vorne Amazon ein Produkt auflistet. Dazu zählen die Conversion Rate, die Klickrate, die Kundenzufriedenheit und der Umsatz, den ein Produkt generiert hat.

Bei jeder Suche prüft der A9-Algorithmus die Übereinstimmung der Suchphrase mit dem Gesamtkatalog aller bei Amazon angebotenen Produkte. Er checkt zunächst die Relevanz-Faktoren und dann alle Performance-Faktoren. So stellt Amazon sicher, dass ein Produkt zur Suchphrase passt und das Interesse anderer Nutzer erfüllte, weil sie es gekauft haben. Nur wenn beide Faktoren gut sind, taucht ein Produkt in den oberen Suchergebnissen auf.

Google und Amazon: Der feine Unterschied

Wie Google hütet Amazon das Geheimnis seines Algorithmus streng. Daher gibt es keine offiziellen Stellungnahmen, wie er im Detail funktioniert. Sicher ist, dass Amazon bei weitem nicht so viele Ranking-Faktoren nutzt wie Google mit seinen über 200. Doch auch um Produkte für die Amazon-Suche zu optimieren, müssen Unternehmen zunächst verstehen, wie Nutzer beide Suchmaschinen im Alltag einsetzen.

So sieht ein Beispiel eines nicht optimierten Produktes bei Amazon aus: Der Hersteller hat beim Title und der Produktbeschreibung wertvollen Optimierungsspielraum verschenkt. (Screenshot: Amazon)
Google kann mittlerweile komplexe Fragestellungen und ganze Suchphrasen interpretieren und beantworten – Amazon dagegen nur kurze, prägnante und produktbezogene Suchen mit einer klaren Kaufabsicht ausführen. Amazon-Nutzer suchen in der Regel nicht nach Begriffen wie „günstig“, „kaufen“ oder nach Anleitungen wie „iPhone Akku wechseln“. Wer seine Produkte optimieren will, sollte daher die Intention eines Amazon-Nutzers nicht vergessen: Er will sich über ein Produkt informieren, um es zu kaufen.

Richtig optimieren: Produkttitel und Produktmerkmale

Bei der Produktoptimierung gibt es zwei Ansätze: Erstens die Ranking-Optimierung, also die Optimierung des eigentlichen Produktes. Diese ist vor allem für Hersteller und Marken von Bedeutung. Zweitens gibt es die Optimierung der Buybox – also dem Bereich auf der Produktdetailseite mit dem Button „In den Einkaufswagen“. Er spielt vor allem bei Produkten mit mehreren Verkäufern eine zentrale Rolle.

Im weiteren soll ausschließlich die Ranking-Optimierung im Fokus stehen. Dazu müssen sich Händler und Marken mit dem Produkt, den Konkurrenten und dem potenziellen Käufer auseinandersetzen: Welche Alleinstellungsmerkmale hat das eigene Produkt? Auf welche Begriffe optimieren die Konkurrenten? Und wie suchen Amazon-Kunden eigentlich nach dieser Art von Produkt? Zu Beginn jeder Optimierung müssen Unternehmen dann eine Keyword-Strategie entwickeln, die folgende Elemente definiert.

Die Wahl des Produkt-Titles und der Produktmerkmale zeigen, dass dieser Hersteller sein Produkt für Amazon gekonnt optimiert hat. Ein gut optimierter Produkt-Title sollte möglichst die Marke, den Produktnamen und -typ, das Material, die Farbe und eventuell die Größe enthalten. Darüber hinaus können besondere Eigenschaften des Produkts sowie passende Keywords wichtig sein. (Screenshot: Amazon)

Produkt-Title

Aus der Sicht der Nutzer und der Plattform ist der Produkt-Title das wichtigste Bestimmungselement. Wie das Produktbild fällt er sofort ins Auge. Außerdem ist er das wichtigste Ranking-Kriterium für den Amazon-Suchalgorithmus. Deshalb sollte der Produkt-Title nicht nur gut lesbar sein, sondern auch die wichtigsten Keywords und Informationen enthalten, um eine hohe Click-Through-Rate zu gewährleisten.

Ein gut optimierter Produkt-Title sollte die Marke, den Produktnamen und -typ, das Material, die Farbe und Größe enthalten. Darüber hinaus können besondere Eigenschaften des Produkts sowie passende Keywords wichtig sein. Ein guter Produkt-Title wäre demnach „Philips GC3811/70 Azur Performer Dampfbügeleisen, 2,400 W, 160 g Dampfstoß, SteamGlide Plus, weiß / türkis“. Ein schlechter Produkt-Title „Philips GC-3811/70“.

Allerdings ist der Produkt-Title auf 200 Zeichen inklusive Leerzeichen begrenzt. Er darf keine ASCII-Zeichen Typ 1 oder Sonderzeichen enthalten. Darüber hinaus sollten Anbieter auf Artikelnummern verzichten, da Nutzer diese so gut wie nie als Suchbegriffe verwenden.

Produktmerkmale

Die Produktdetailseite von Amazon stellt die Produktmerkmale sehr prominent dar, sie sind direkt unter dem Preis zu finden. Diese Bullet-Points sind für das Ranking und die Conversion wichtig. Deshalb sollten Marken in den Produktmerkmalen neben den wichtigen Produkteigenschaften auch relevante Keywords unterbringen. Keyword-Stuffing gilt es zu vermeiden, ein störungsfreier Lesefluss ist erstrebenswert.

Unter anderem sollten sie hier die USPs des Produktes herausstellen. Außerdem ist es empfehlenswert, Keywords zu verwenden, die noch nicht im Title vorkamen. Preis- oder Versandangaben sollten hier dagegen keinen Platz finden.

Gute Produktmerkmale sind zum Beispiel „2.400 W für schnelles Aufheizen des Bügeleisens“, „Unsere erstklassige SteamGlide Plus-Bügelsohle für optimales Gleiten“ oder „Automatische Dampfregelung mit passendem Dampf für jedes Kleidungsstück“. Schlechte Produktmerkmale wären dagegen etwa „Philips“ oder „Leichte Schilde“. Der Text ist pro Bullet-Point auf 150 Zeichen inklusive Leerzeichen begrenzt. Unternehmen sollten darauf achten, dass Keywords nicht doppelt in Singular- und Pluralform vorkommen, denn eine Wiederholung der Schlüsselworte steigert keineswegs die Relevanz.

Marketplace Analytics ist ein auf Amazon spezialisiertes Tracking-Werkzeug, das es Herstellern und Marken leichter macht, ihre Produkte erfolgreich für den Marktplatz zu optimieren. (Screenshot: Marketplace Analytics)

Maik Metzen
Maik Metzen

ist Geschäftsführer der Online-Marketing-Agentur Performics. Er leitet die Bereiche internationales Linkmarketing, PPC/SEA sowie das Controlling und ist für strategische SEO-Themen und Content-Marketing verantwortlich. Er spricht auf internationalen Konferenzen und ist Co-Autor des Buches „SEO: Strategie, Taktik und Technik“ (performics.de).

Matthäus Michalik
Matthäus Michalik

ist seit über fünf Jahren Senior-Berater bei Performics. Er ist für strategische sowie technische Search-Themen und Amazon-Optimierung verantwortlich und berät Marken und Hersteller bei internationalen Amazon-Strategien. Matthäus spricht auf internationalen Konferenzen und verfasst Fachartikel (amazics.de).

Links und Literatur

  1. Über 50 Prozent nutzen Amazon für…
  2. Wie erfolgreich ist Amazon wirklich?
  3. Keyword-Suche für Amazon
  4. A+ Content

Finde einen Job, den du liebst

Eine Reaktion
Thomas

Amazon "SEO" ist dann genauso unspektakulär wie Google "SEO" - oder anders gesagt: So wie SEO nur "Abfall" einer gut gemachten Webseite ist, so ist Amazon SEO auch nur der Abfall einer guten, informativen Produktbeschreibung, die mehr als nur ein abgeschriebenes Datenblatt darstellt.

Ich sehe jetzt schon Heerscharen (mal wieder) arbeitsloser SEOs und SEO Spamtexter Amazon fluten, die uns für 3 Jahre mit unlesbaren Hackstücktexten foltern, bevor Amazon hier die Reißleine zieht.

Antworten
Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden