von Andreas Becker,
online veröffentlicht am 04.12.2006
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Ein Statusbericht über die Verbreitung von TYPO3 in Thailand: Hindernisse überwinden

Aus dem
t3n Magazin Nr. 6

Thailand hat bisher in Bezug auf Software hauptsächlich durch die hohe Anzahl und Qualität von Raubkopien auf sich aufmerksam gemacht. Nicht zuletzt deswegen führt TYPO3 in Thailand ein absolutes Schattendasein. Es gibt viel zu tun, um das Content Management System dort und in weiteren asiatischen Ländern auf den Weg zu bringen. Die ersten Schritte sind aber bereits getan.

Wer bei Google „TYPO3“ und „Thailand“ eingibt, findet nicht viel Stichhaltiges: entweder deutsche Firmen und Organisationen, deren Seiten mit erstellt wurden und die über Thailand informieren oder deutschsprachige TYPO3-Freunde, die einen Teil des Jahres in Thailand verbringen. Am 12. Oktober 2005 fragte Elmar Hinz auf der TYPO3-Mailingliste: „Is TYPO3 used in asia at all?“ Es meldeten sich Srijan aus Indien, die inzwischen mit einer Galerie-Extension von sich reden gemacht hat und Gideon aus Hongkong. Beide arbeiten noch heute mit TYPO3. Darüber hinaus schrieben Kazou Hodota aus Japan, der seine Website mit TYPO3 erstellen wollte und Xen2host aus Thailand, der erster TYPO3-Hoster in Thailand werden wollte. Beide erstellen ihre Seiten inzwischen mit anderen Mitteln. Auch ein Blick auf die Websites der auf typo3.org als „Consultancies“ gelisteten Firmen lässt vermuten, dass TYPO3 in Thailand kaum bekannt ist. Die Thai-Norwegian Chamber of Commerce scheint inzwischen auf ein anderes CMS umgestiegen zu sein, ebenso die Thailand Golf Association. Thai Visa arbeitet noch mit TYPO3 in Version 3.5, lediglich stufbangkok.net setzt auf die aktuelle Version 4.0.

2005 erstellte die UNESCO Bangkok eine komplette Webpräsenz mit TYPO3 und organisierte das erste TYPO3-Training in Bangkok. TYPO3 wird hier aufgrund seiner UTF-8-Unterstützung und der Erweiterbarkeit anderen Content Management Systemen vorgezogen. Das ist wichtig, da die Darstellung von Thai und Chinesisch auf internationalen Seiten unabdingbar ist, neben Englisch und anderen europäischen Sprachen. Meist wird auch noch Koreanisch und Japanisch verlangt, insbesondere auf touristischen Seiten.

Open Source gegen Raubkopien

Da in Thailand im Grunde jede noch so teure Software als Raubkopie für umgerechnet etwa fünf Euro zu erwerben ist, verzichten viele Firmen darauf, sich mit der Frage nach einem kostenlosen Content Management System (CMS) zu beschäftigen. Zudem sind Ergebnisse mit TYPO3 nicht so schnell zu erzielen wie zum Beispiel mit Dreamweaver oder GoLive. Wenn ein Interessierter in einem Forum nach TYPO3-Spezialisten fragt, bekommt er meist die Antwort, er solle doch besser alles „handcoden“.

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