In der Regel bieten alle Anbieter von Online-Backups ähnliche Technologien an, um maximale Datensicherheit zu gewährleisten. Obligatorisch ist eine Datenverschlüsselung mit mindestens 256 Bit, die auf den eigenen Computern stattfinden sollte, damit die Daten das Unternehmen bereits verschlüsselt verlassen. Die meisten Anbieter komprimieren die Daten in diesem Zuge auch gleich, um Übertragungskapazitäten einzusparen. Ein weiterer essenzieller Bestandteil in puncto Sicherheit ist eine gesicherte Verbindung vom Firmencomputer zum Backup-Server im Rechenzentrum. In den meisten Fällen kommt hier eine 128-Bit SSL-Verschlüsselung zum Einsatz.

Auch der Standort des Rechenzentrums sollte bei der Wahl der Online-Backup-Lösung nicht vernachlässigt werden. Für ein deutsches Unternehmen ist in der Regel der Standort Deutschland erste Wahl, denn die deutschen Datenschutzbestimmungen sind weitaus restriktiver als beispielsweise in den USA, wo viele Online-Backup-Lösungen gehosted werden. Im Streitfall kommt bei einem deutschen Backup-Provider zudem die deutsche Rechtssprechung zur Anwendung, was ein entsprechendes Verfahren sicher erleichtern dürfte. Als weiches Argument für einen lokalen Anbieter kommt hinzu, dass die Daten etwas „greifbarer“ und die Ansprechpartner in Reichweite sind, was gerade bei einem großen Datenverlust von Vorteil sein kann.

Kostencheck

Eine Online-Backup-Lösung punktet mit einem sehr flexiblen Abrechnungsmodell, denn im Gegensatz zu herkömmlichen Backup-Methoden gibt es beim Online-Backup im Grunde keine Anfangsinvestitionen. Je nach Anbieter und Lösung gibt es zwei unterschiedliche Modelle: entweder eine feste, im Vorfeld vereinbarte monatliche Gebühr, meistens im Rahmen eines Laufzeitvertrags, oder alternativ die Abrechnung nach einem Pay-per-Use-Modell, eventuell in Kombination mit einer monatlichen Grundgebühr.

Bei klassischen Inhouse-Backup-Lösungen fallen besonders die Anfangsinvestitionen ins Gewicht, also Hardwarekosten (externe Festplatten, Datenband-Systeme, zusätzliche Server, Zubehör etc.), Softwarekosten (Lizenzkosten für Backup-Software, Betriebssysteme der Server, Applikationen auf den Servern, Datenbanken, Monitoring) und Implementationskosten (Installation, Integration, Trainings). Dazu kommen dann noch Verwaltungskosten (Support, IT-Mitarbeiter, Betriebskosten, Upgrades, Updates der Software), sprich ein großer Anteil der zu betrachtenden Kosten sind Anfangsinvestitionen, die getätigt werden müssen, um überhaupt die nötige Infrastruktur für eine entsprechende Lösung gewährleisten zu können.

Dazu kommen die stetige Betreuung der Hard- und Software, Endnutzer-Support und vor allem Wartung der Systeme. Nicht zu vergessen, dass der IT-Markt sehr schnelllebig ist und die genutzte Infrastruktur oftmals nach drei Jahren bereits überholt ist und große Investments anstehen, um die Systeme wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

Nachteile

Im Vergleich zu anderen Backup-Lösungen besitzen Online-Backups natürlich auch Nachteile. Einer ist sicherlich die regelmäßige Belegung von Upload-Kapazitäten. Durch geschickt gelegte Terminierung außerhalb der Arbeitszeiten kann man dieser entgegenwirken, kommt das nicht in Frage, bleibt nur eine Beschränkung auf eine gewisse Übertragungsrate, die genug Luft für alle anderen Uploads lässt.

Darüber hinaus beschränkt die maximal mögliche Downloadrate der Internetanbindung die Geschwindigkeit der Datenwiederherstellung, was allerdings nur bei sehr großen Datenvolumen einen wirklich bemerkbaren Nachteil darstellt. Um dies zu umgehen, bieten inzwischen viele Backup-Anbieter eine Lieferung der Daten auf einer externen Festplatte per Express-Zustellung auf postalischem Weg an. Die Zulieferungszeiten lassen sich meist durch individuelle Service-Level-Agreements im Vorfeld bestimmen.

Online-Backup in der Cloud

Wie bei vielen anderen Software-as-a-Service-Produkten bietet eine Cloud-Lösung auch beim Online-Backup interessante Vorteile. Inzwischen gibt es einige Lösungen, die als Storage-Plattform die Clouds von großen Anbietern wie Amazon oder auch eigene Plattformen nutzen. Der klare Vorteil gegenüber herkömmlichen Hosting-Varianten ist das Pay-per-Use-Abrechnungsmodell. Der Kunde zahlt monatlich nur die tatsächlich genutzten Leistungen, hat aber beinahe unbegrenzten Spielraum noch oben, was in puncto Flexibilität noch einen Schritt weiter geht als die ohnehin schon sehr flexible Vertragsgestaltung beim „klassischen“ Online-Backup. Allerdings stellt sich bei Cloud-Lösungen erneut die bereits angesprochene Frage nach dem Standort des Rechenzentrums.

Anbieterübersicht

Anbieter Beschreibung
Carbonite (www.carbonite-backup.de) Günstige Tarife, unbegrenzter Speicherplatz, einfache Bedienung, sehr wenig Konfigurationsmöglichkeiten, eher für Privatanwender interessant
Dogado (www.dogado.de) Großer Funktionsumfang, fortlaufende Sicherung geöffneter Daten, Daten liegen im eigenen Rechenzentrum in Düsseldorf, schnelle Anbindung
Humyo (www.humyo.de) Gesicherte Dateien und Verzeichnisse können anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden, Online-Speicherplatz erscheint direkt im Windows Explorer, bietet auch eine Business-Lösung
Iron Mountain (www.ironmountain.com) Lange Erfahrung im Bereich Dokumenten-Management, Lösungen für große Unternehmen, bietet auch Cloud-Backup-Lösung an
Jungle Disk (www.jungledisk.com) Daten können wahlweise auf Amazon S3 EU/US oder Rackspace Cloud Files gesichert werden, Pay-per-Use-Modell, sehr flexibel
Memopal (www.memopal.com) iPhone-App verfügbar, Wiederherstellen über WebDAV-Interface, Mischung aus Client und Webfrontend
Mozy (www.mozy.com) Sehr günstige Lösung, 2 GB Speicherplatz kostenlos, Online-Speicherplatz erscheint direkt im Windows Explorer, bietet auch eine Business-Lösung
Zmanda (www.zmanda.com) Daten werden auf die Amazon-S3-Cloud übertragen, bietet auch komplexe Netzwerk-Backup-Lösungen an

Fazit

In vielen Szenarien ist es sicher angebracht, eine gemischte Backup-Strategie zu fahren und neben dem Online-Backup auch andere Möglichkeiten der Datensicherung zu nutzen. Welche Lösung letztlich am besten zum eigenen Unternehmen passt, muss jeder selbst entscheiden. Die wichtigsten Kriterien sind hier im Artikel genannt und auch einige Surftipps zur Anbieterwahl. Entscheidend ist, dass man sich bei seinem Anbieter wohlfühlt – hier hat jeder sicher eigene Kriterien, die sich am besten in einem direkten Gespräch.

Die eigenen Daten haben für jedes Unternehmen einen immensen Stellenwert, der von vielen leider noch immer unterschätzt wird. Die besten Backup-Strategien fahren meistens Unternehmen, die bereits einem Datenverlust zum Opfer gefallen sind und ihre Schlüsse daraus gezogen haben. Auch wenn vielen ein Datenverlust unwarscheinlich erscheinen mag, letztlich kann es jeden treffen.

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2 Antworten

  1. von Der Dezember ist unser PR-Monat 18.12.2009 (15:36Uhr) 1.

    [...] kommt noch mein Artikel in der aktuellen Ausgabe der t3n mit dem Thema Online Backup – Innovative Datensicherung auf dem Vormarsch, der ebenfalls Anfang Dezember erschienen [...]

  2. von Meine Backup Strategie mit Drobo und Bac… 06.04.2011 (20:49Uhr) 2.

    [...] Derzeit kenne ich die beiden Anbieter Mozy und Backblaze. Ich habe mich damals nach einigen Tests für Backblaze entschieden gehabt. Beide Dienste kosten um die fünf Dollar im Monat. Eine gute Übersicht über die Möglichkeiten solcher Backup und Anbieter gibt es in einem Artikel von t3n. [...]

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