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Radio Frequency Identification – RFID: „Das Internet der Dinge“

Aus dem
t3n Magazin Nr. 4

06/2006 - 08/2006

Das so genannte "Internet der Dinge", die „alles durchdringende“ und „allgegenwärtige“ „totale Vernetzung" von intelligenten Objekten, könnte in ein paar Jahren Realität werden. Radio Frequency Identification, kurz RFID, wird es möglich machen, mit weitreichenden Folgen. Das Internetprotokoll IPv4 wird durch die neue Version IPv6 ersetzt werden müssen, da der Adressraum von 400 Milliarden IP-Adressen nicht mehr ausreichen wird. RFID ist die Schlüsseltechnologie, die uns alle vor völlig neue Möglichkeiten, Herausforderungen und Risiken stellt.

RFID ist eine Technik zur berührungslosen Übertragung von Informationen, die mit Hilfe eines sog. Transponders (Tag) und eines Lesegeräts (Reader) ausgetauscht werden. Je nach Zweck – von einfachen Logistikaufgaben bis zur Erfassung von persönlichen Daten – gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen RFID-Systemen, die sich in ihrer Technik stark voneinander unterscheiden. Zu den wichtigsten Kriterien, die neben dem Zweck als Entscheidungshilfe für den Einsatz der unterschiedlichen Techniken herangezogen werden, gehören:

  • Bauform
  • Gewicht
  • Sendereichweite
  • Speicherplatz
  • Anschaffungspreis
  • Wartungsaufwand
  • Wiederbeschreibbarkeit

Allen RFID-Systemen gemein ist, dass die gewünschten Informationen mit Hilfe des Transponders, einer Antenne sowie einem digitalen Speicher gesendet, empfangen und geschrieben werden. Im Folgenden soll ein Einblick in die RFID-Technologie, die Anwendungsmöglichkeiten sowie die weitreichenden Konsequenzen gegeben werden.

Frequenzen

RFID-Systeme werden gelegentlich auch als Funkerkennungssysteme bezeichnet, da die Funktionsweise auf elektromagnetischen Wellen und Strahlen beruht. Die Frequenzbereiche der Wellen sind sehr unterschiedlich und lassen sich in drei Frequenzbänder aufteilen:

  1. 30 – 500 kHz Low Frequency
  2. 10 – 15 MHz High Frequency
  3. 850 MHz – 5,8 GHz Ultra High Frequency

RFID-Transponder im niedrigen Frequenzbereich (30 - 500 kHz LF) sind besonders kostengünstig in der Herstellung. Sie werden unter anderem in der Lagerverwaltung, bei Zugangskontrollen, Diebstahlsicherungen und Wegfahrsperren eingesetzt. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist sehr gering, sodass es bei größeren Datenmengen zu längeren Übertragungszeiten kommt. In vielen Fällen handelt es sich um 64-bit-Read-Only-Technologien, die nur das Auslesen der auf dem Transponder gespeicherten Daten erlauben. Im hohen Frequenzbereich (10 - 15 MHz HF) kommen häufig die so genannten Smart-Label-Transponder zum Einsatz. Sie senden meistens im 13,56 Mhz Bereich, der sich allem Anschein nach als Standard für die Smart-Label-Transponder durchgesetzt hat. Sie sind sehr flach und können in Papier einlaminiert und somit als herkömmliche Etiketten verwendet werden.

Die Reichweite und Datenübertragungsraten sind gegenüber dem Niedrig-Frequenzbereich deutlich höher. Darüber hinaus ermöglichen die höhere Taktfrequenz und die Übertragungsgeschwindigkeit den Einsatz von Verschlüsselungsverfahren. Der Barcode wird zukünftig vom Smart-Label-Transponder abgelöst werden.

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