Aber diese eine nagende Frage bleibt: Wie finanzieren wir das alles eigentlich? Google ist hier eine der Ausnahmen. Diese Firma verdient mit ihrem Anzeigensystem so viel Geld, dass sie sich viele sündhaft teure Spielwiesen vom Schlage YouTube oder Google Maps leisten kann. Die Geschwindigkeit, in der der Suchmaschinenriese neue Projekte auf den Markt wirft, ist gelegentlich atemberaubend. Dass manches davon im Sande verläuft oder sogar wieder eingestellt wird, tut dem keinen Abbruch. Im Gegenteil: Nur durch dieses Experimentieren stoßen die Googlianer vielleicht wieder auf eine Geldgrube wie Google AdWords. Und sie besetzen Markt um Markt, Idee um Idee.
Ein anderer Ansatz ist Open Source. Es sieht auf den ersten Blick wie eine Variante des AAL-Prinzips aus, nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass es hier nicht den einen Nutznießer gibt. Jeder kann Open-Source-Produkte verwenden, weiterentwickeln oder sogar verkaufen. Dazu müssen allerdings die Regeln der Gemeinschaft eingehalten werden: Wer etwas nimmt, muss auch etwas geben. Dass man auch darüber eine Firma aufbauen kann, ist ebenfalls Thema in diesem Heft.
Als heißer Kandidat fürs Geld verdienen im Netz gilt manchen wiederum „Freemium“, die Kombination aus kostenlosen Inhalten und Funktionen sowie einem kostenpflichtigen Premiumbereich. Prinzip: Das meiste kann jeder frei nutzen, die wirklich interessanten Features gibt es nur gegen Bares.
Und wenn das alles nichts hilft, dann gibt es noch immer jenes wundersame Allheilmittel, das alle Lücken im Businessplan schließt: die Werbung. Aber, mal ehrlich: Reklame als Internet's Next Businessmodel? Sexy ist das nicht gerade.
So gesehen: Es gibt einige, die Geld mit ihren Angeboten verdienen und andere, die das nicht tun. Das erfolgreiche Businessmodel schlechthin existiert nicht. Und woran erinnert das? Genau: an die ganz normale freie Wirtschaft. Monetäre Füllhörner wie Google AdWords sind dort ebenfalls selten. Den Rest bestreiten passende Produkte, gezieltes Marketing und betriebswirtschaftliches Geschick.
Langweilig? Aber wahr.



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