Während die Weiterentwicklung und Wartung des Systems zentral abgewickelt wird, erfordert die Struktur des Forschungsnetzwerks, dass einzelne Aufgaben an Arbeitsgruppen delegiert werden. Dies ist nötig, da jede Gruppe eine individuelle Herangehensweise an die Nutzung der bereitgestellten Tools hat.

Um den Administrationsaufwand möglichst gering zu halten, wurden so genannte Workpackage-Administratoren eingesetzt. Diese sind speziell auf den Gebrauch von trainiert und verwalten den jeweiligen Arbeitsbereich einer Arbeitsgruppe. Dies machte es aber auch nötig, sämtliche Prozesse genau zu definieren, um beispielsweise die einheitliche Gestaltung einer Website zu erhalten.

Entwicklungsprozess

Aufbauend auf den Erfahrungen bei der Entwicklung der FCI wurde der Entwicklungsprozess neu gestaltet. Für die Anforderungsanalyse und die Umsetzung wurde zunächst das Wasserfallmodell [1] eingesetzt. Es zeigte sich aber schnell, dass dieser Ansatz nicht ausreichend flexibel ist, da man auf Veränderungen in der Projektstruktur nicht schnell genug reagieren kann. Aus diesem Grund kommt nun eine Kombination aus dem Wasserfall- und dem Spiralmodell [2] zum Einsatz. Dabei folgt der Entwicklungsprozess in den ersten Schritten dem Wasserfall-Modell. Für die Phase der Instandhaltung und der kontinuierlichen Verbesserung wird dann der iterative Prozess des Spiral-Modells herangezogen. Um alle beteiligten Entwickler und Administratoren über Änderungen der Software auf dem Laufenden halten zu können, musste die Dokumentation des Systems gründlicher werden. Dazu wurde erneut auf ein Wiki zurückgegriffen, in dem alle Änderungen und Anleitungen erfasst werden.

Neben den Entwicklungsprozessen müssen auch die Nutzer mit in die eigentliche Entwicklung eingebunden werden. Dies ist nötig, da sich Projekte in ihrer Art und Weise stark unterscheiden können. Um eine optimale Unterstützung der Nutzer zu erreichen, kann man beispielweise mit Hilfe von Umfragen versuchen zu erfahren, welche Tools benötigt werden. Dabei ist es wichtig, derartige Informationen kontinuierlich zu ergänzen, da sich Anforderungen über die Zeit verändern können. Darüber hinaus muss man sich überlegen, wie man die Nutzer optimal an die bereitgestellten Tools heranführt. Bei weniger komplexen Fragestellungen eignen sich beispielsweise Online-Hilfen. Wir mussten jedoch feststellen, dass eine zusätzliche aktive Schulung der Benutzer nötig ist. Dies kann etwa in Form von Workshops geschehen. Außerdem sollten alle Hilfen und Anleitungen konkrete Anwendungsbeispiele beinhalten.

Beim Design eines Portals dieser Art sollte beachtet werden, dass die Form der Funktion folgt. Bei der Umsetzung sollte dabei auf unnötige Gestaltungsobjekte verzichtet werden, um einen schnellen Seitenaufbau gewährleisten zu können. Bei der Navigation und den Tools muss außerdem darauf geachtet werden, dass diese intuitiv und interaktiv verwendbar sind, um die Nutzer bei ihrer Arbeit maximal zu unterstützen.

Fazit

Die Entwicklung einer Plattform für wissenschaftliche Netzwerke ist eine große Herausforderung, deren Komplexität sich jedoch durch genaue Analysen und die Einbeziehung der Benutzer in den Entwicklungsprozess gut bewältigen lässt. Aufgrund des individuellen Charakters eines jeden Projekts ist es wichtig, die Entwicklungsprozesse an die jeweiligen Anforderungen anzupassen. Obwohl sich das in der Theorie leicht anhört, ist es in der Praxis oft nur schwer zu verwirklichen – das erläuterte Vorgehensmodell soll bei derartigen Problemen Hilfestellung bieten.

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