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Leitfaden für die internationale Warenbeschaffung: China-Sourcing

    Leitfaden für die internationale Warenbeschaffung: China-Sourcing

(Foto: Photocase / Mr. Nico)

Immer mehr Händler beschaffen ihre Waren direkt aus China – und sparen sich teure Zwischenhändler. Wie es geht, was es bringt und wann es Erfolg verspricht.

Alibaba.com aufrufen, Waren suchen, finden und bestellen – fertig? Ganz so einfach ist die Warenbeschaffung aus China leider nicht. Und doch beginnen viele deutsche Händler ihr China-Sourcing heute genau so. Die Zeit der Mittelsmänner im China-Geschäft ist – auch dank neuer digitaler Plattformen wie Alibaba – vorbei. Chinesische Händler verkaufen zunehmend direkt über solche B2B-Marktplätze und liefern deutschen Unternehmen damit einen guten Ausgangspunkt für die Recherche nach Produkten und Herstellern aus dem Reich der Mitte. Immer mehr deutsche Unternehmen wickeln ihre China-Beziehungen daher eigenständig ab. Eine Entwicklung, die auch kleinen Händlern und Marken Chancen bietet. Wer allerdings nicht nur sporadisch über Alibaba bestellen, sondern langfristige Geschäftskontakte aufbauen und so von den chinesischen Innovationen und Preisen profitieren will, sollte einige strategische Grundlagen beachten. Deutsche Händler sollten sich zunächst mit den rechtlichen Aspekten des China-Sourcings vertraut machen. Ein Hersteller ist normalerweise derjenige, der ein Produkt produziert. Doch auch Importeure von Waren aus dem außereuropäischen Ausland werden, zumindest auf dem Papier, zu Herstellern – und unterliegen damit den gleichen rechtlichen Pflichten und Risiken.

Ein Beispiel: Ein Unternehmer hat ein Ladegerät in China gefunden und möchte es importieren. Schon ist er Hersteller und muss zum Beispiel das Produkt bei der Stiftung EAR registrieren und dort eine WEEE-Nummer beantragen. Obwohl das Unternehmen also eigentlich Händler ist, hat ihm der Gesetzgeber Herstellerpflichten auferlegt. Gegen einen Großteil der damit verbundenen Risiken können sich deutsche Händler allerdings mit einer Produkthaftpflichtversicherung schützen.

Darüber hinaus gilt: „Wenn der Händler Produkte aus dem außereuropäischen Ausland importieren möchte – mit oder ohne Eigenmarke –, sollte er in jedem Fall sicherstellen, dass die Konformitäten erfüllt sind“, erklärt Rechtsanwältin Heidi Kneller-Gronen. Damit ist gemeint, dass die eingeführten Produkte den Anforderungen der hiesigen Sicherheitsrichtlinien genügen müssen. Dafür muss nach EU-Recht der Importeur geradestehen. Ob das der Fall ist, könnten Unternehmen entweder vor Ort von speziellen Instituten prüfen lassen, so Kneller-Gronen, oder sich ein Muster bestellen und die Prüfung hier in Deutschland durchführen. Auch Dienstleister stehen dabei hilfreich zur Seite. „Diese können die genauen Pflichten für das neue Produkt benennen und übernehmen auch die Konformit.tsprüfungen. Besonders sensibel sind Produkte für Kinder, Ernährungs- und Gesundheitspräparate sowie Elektrogeräte“, erklärt sie. Die Gefahren seien nicht zu unterschätzen, warnt die Rechtsanwältin: Nicht korrekt geprüfte Waren könnten möglicherweise zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden führen, sodass Händler schlimmstenfalls „unübersehbar hohen Forderungen gegenüberstehen“.

Handels- oder Markenstrategie?

Ebenfalls wichtig vor dem Start: die Frage der passenden Strategie. Hierzu müssen Händler entscheiden, ob sie als Handelspartner eines chinesischen Unternehmens oder einer chinesischen Marke agieren wollen – im Folgenden Handelsstrategie genannt – oder ob das China-Sourcing ihrer eigenen Marke zugute kommen, also eine Markenstrategie verfolgt werden soll.

Händler, die im Rahmen einer Handelsstrategie bereits existierende Markenartikel in China kaufen, erhalten keine WhiteLabel-, sondern Markenprodukte und vertreiben diese auf dem deutschen oder europäischen Markt. Besonders vielversprechend ist diese Strategie, wenn der deutsche Händler den Vertrieb auf dem europäischen Markt als alleiniger Vertreter führt. Eine solche exklusive Partnerschaft setzt voraus, dass Händler und Hersteller beziehungsweise Markeninhaber direkt miteinander verhandeln und sehr eng zusammenarbeiten, zum Beispiel durch abgestimmtes Marketing, gemeinsame Distributionsmaßnahmen oder spezielles Verpackungsdesign.

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