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Freie Software wird immer wichtiger: Linux und Open Source im Mittelstand

Aus dem
t3n Magazin Nr. 4

06/2006 - 08/2006

Die Open-Source-Community bewegt sich aus der Nische heraus. Sie feilt an funktionalen und kostengünstigen Lösungen, die gebündelt und mit wenig Aufwand auch kleineren Unternehmen zugänglich gemacht werden sollen.

Im Linux-Park während der diesjährigen CeBIT erlebte das Buzzword "Virtualisierung" seine Sternstunde. Distributor Red Hat gab bekannt, künftig Virtualisierungsfunktionen in seine Enterprise- Linux-Plattform zu integrieren. Die technologische Basis hierfür bildet die von der Open-Source-Gemeinschaft entwickelte Xen-Technik, die ab Ende des Jahres verfügbar sein soll. Dennoch ist Virtualisierung für viele Unternehmen noch Neuland. Hersteller wie Novell umwerben ihre Klientel hauptsächlich mit dem Kostenargument. Virtuell vernetzte Rechnerkapazitäten sollen sich rechnen, da die Hardware größerer Unternehmen nicht einmal zur Hälfte ausgelastet sei.

Der Hype um dieses Thema täuscht jedoch kaum darüber hinweg, dass mittelständische Unternehmen das Augenmerk weniger auf aufwendig vernetzte Virtualisierungstools und exzeptionelle Rechnerleistung legen, sondern vor allem auf funktionale und kostengünstige Lösungen. Und hier liegt der Pinguin gut im Rennen. Nach den jüngsten Erhebungen von IDC im Februar 2006 weist das Betriebssystem seit gut drei Jahren zweistellige Wachstumsraten auf und hat inzwischen mit einem Umsatzvolumen von 5,7 Milliarden Dollar einen soliden dritten Platz im Gesamtmarkt erobert. Das Kostenargument greift bereits: Die Marktforscher gehen davon aus, dass Windows-Server ohne Anwendungsprogramme noch in zwei Jahren doppelt so teuer sind wie ein vergleichbarer Linux-Server.

Eine Umfrage der Marktforscher von Techconsult bestätigt den Trend auch für die heimische IT-Szenerie. Demnach setzen derzeit immerhin fast ein Drittel der deutschen Unternehmen auf dem Server und etwa acht Prozent auf dem Client als Betriebssystem ein. Vor allem High-End-Datenbank-Servern und Applikationsservern für die betriebliche Ressourcenplanung (ERP) sowie das Kundenbeziehungsmanagement () räumen die Experten große Chancen ein. Aber auch Web-, File- und Printserver gewinnen Marktanteile hinzu. Einziger Wermutstropfen in diesem optimistischen Szenario: Für die Entscheider ist es gelegentlich schwierig, den umfassenden Marktüberblick zu gewinnen und die richtigen Kriterien bei der Auswahl der optimalen Lösung zu bestimmen.

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