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Lorem Ipsum ist doof: Mit echten Daten das optimale Design umsetzen

    Lorem Ipsum ist doof: Mit echten Daten das optimale Design umsetzen

(Screenshot: t3n)

Wer mit echten Daten an die ersten Layouts und Konzepte herangeht, spart auf lange Sicht nicht nur Zeit. Blindtexte führen oft dazu, dass das Design am realen Content scheitert.

Konzept-, Design oder Mockup-Phase – wie man den Anfang eines Projektes nun auch nennt, es geht hierbei um einen Entwurf in irgendeiner Form. Doch, um es mit Steve Jobs zu sagen: „Design ist nicht nur, wie es aussieht oder sich anfühlt. Design ist, wie es funktioniert“. Deswegen kann niemand im luftleeren Raum arbeiten. Designer müssen sich schon in dieser frühen Phase das Endergebnis bewusst machen.

Die Lorem-ipsum-Falle

„Lorem ipsum“ ist der Blindtext, der wahrscheinlich am weitesten verbreitet ist – und er ist eine schlimme Krankheit der Branche. Denn der Blindtext verursacht gleich mehrere Probleme: Erstens handelt es sich dabei um Phantasielatein. Damit ist der Text schon in seiner Optik nicht repräsentativ für die späteren Inhalte. Stattdessen sollten Designer lieber deutsche Blindtexte nutzen, die von den Wortlängen, Buchstabenkombinationen, Umlauten und Sonderzeichen viel näher am Ergebnis liegen.

Das sehr viel schwerwiegendere Problem ist zweitens allerdings, dass die Designer über die Textmenge entscheiden: Wie viele Worte des Blindtextes enthält eine Überschrift? Wie lang ist ein Teaser? Wie viele Absätze passen in den Entwurf, damit es gut mit der Box harmoniert, die sich in den Inhalt einbetten soll? Diese Entscheidungen sollten nicht dem ästhetischen Gefühl eines Gestalters unterliegen, sondern auf den Anforderungen der tatsächlichen Inhalte basieren. Ansonsten kann es nämlich teuer werden. Denn Blindtexte können sonst zu Layouts führen, die herzlich ungeeignet für die späteren Inhalte sind: Textbereiche sind dann etwa zu klein oder Bildbereiche zu groß für die eigentliche Länge und Qualität der Inhalte. Oder ein bestimmtes Element wiederholt sich im Realfall dann so oft, dass es den ganzen Entwurf zerschießt.

Falsche Annahmen und ihre Folgen

Webdesigner sollten ihre Entwürfe daher so früh wie möglich mit unterschiedlichen Inhalten füllen. Sie werden mit einem robusteren Konzept dafür belohnt. Natürlich lassen sich in dieser Phase nicht alle Probleme und Sonderfälle aufdecken. Ein Beispiel: Enden privates und geschäftliches Konto mit den gleichen zwei Ziffern, führt das bei Amazon-Bestellungen zu Problemen, da der Online-Händler zur Unterscheidung teilweise nur die letzten beiden Ziffern anzeigt. So ein Sonderfall kann durch Echtdaten auffallen – das ist dann allerdings Glückssache.

Mit dem Sketch-Plungin Data Populator können Designer mit wenigen Mausklicks aus Platzhaltern eine Grid-Ansicht mit echten Daten erzeugen. (Screenshot: t3n)

Vielmehr geht es beim Design mit Echtdaten darum, gängige Stolpersteine zu umgehen, etwa: Wie lang sind die Produkttitel wirklich? Wie viele Zeichen haben die Blogposts? Und wie viele Suchergebnisse lassen sich auf einmal anzeigen?

Die Arbeit mit Echtdaten deckt aber nicht nur Fehler auf, sondern ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen fast von Anfang an. Dazu ein Beispiel: Das Redesign einer Website sollte Publikationen mit unterschiedlich langen Titeln und Worten abbilden. Dabei gab es Ausreißer in beide Richtungen, wobei der Titel „Ägypten“ naturgemäß einfacher ins Layout passte als „Rezension von: Thomas J. Fehrmann: Die Effektivität interregionaler Kooperation. Eine vergleichende Untersuchung der Handlungsfähigkeit von Regionalorganisationen am Beispiel von ASEAN“ und ähnliche Titel. Letzteres kam zwar selten vor, aber doch regelmäßig.

Die Recherche der Echtdaten zu Beginn der Designphase – die hier nicht sehr aufwendig war, weil es sich um einen Relaunch handelte – zeigte also sehr gut, was das fertige Design leisten musste und war damit eine der wichtigsten Komponenten im Gestaltungsprozess. Zwar kann es nicht das Ziel sein, dass jeder Sonderfall perfekt ins Layout passt und wunderschön aussieht. Doch das Design muss so funktional sein, dass es für solche Fälle vorbereitet ist. Da muss im Zweifelsfall dann auch mal das Ego des Designers zurückstehen.

Woher nehmen? Notfalls stehlen

Alle Designer kennen Projekte, bei denen sie am Ende nur auf die endgültigen Inhalte warten. Die Kunden liefern nur sehr schleppend Informationen oder Beispielinhalte. Oder es handelt sich sogar um etwas vollkommen Neues – etwa eine App – ohne echte Nutzerdaten. Wie kommen Designer in diesen Fällen zu realistischen Testdaten für die ersten Entwürfe?

Links und Literatur

  1. Mockeraroo
  2. Content Generator
  3. Data Populator
  4. Craft
  5. Patternlab

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