Die beliebtesten Twitter-Nutzer im deutschsprachigen Raum [10], gemessen an der Zahl der Follower, sind Sascha Lobo (saschalobo) und Markus Angermeier (kosmar), denen jeweils über 1.000 Leute folgen. Sascha Lobo veranstaltete während der Berliner Konferenz re:publica 2008 eine Party, zu der nur seine Follower geladen waren. Von seinen damals 830 Followern erschienen 120 auf der Party, die auch nur per Twitter angekündigt wurde. Dieses Konzept ging als „Followerparty“ in die Twitterhistorie ein. Schon bald organisierten sich weitere Treffen in Deutschland mit Hilfe von Twitter.
Twitter wird jedoch nicht nur von Privatleuten genutzt und befüllt. Auch immer mehr Unternehmen entdecken das 140-Zeichen-Kurzbloggen für sich. Tara Hunt, eine amerikanische Internetberaterin, unterscheidet zwischen verschiedenen Typen des Firmentwitterns („Corporate Twitter“) und nennt auch gleich Beispiele:
- Promotional Tweets (firmeneigene Produkte werden beworben)
- Personal Tweets (nicht firmenrelevante Nachrichten, die von persönlichem Interesse für den twitternden Mitarbeiter sind)
- Conversional Tweets (einfache Unterhaltungen)
- Contests (von der Firma ausgetragene Wettbewerbe)
In ihrem Blog bietet sie weitere gute Tipps für Unternehmen, die das Twittern anfangen wollen [11]. Dr. Benedikt Köhler unterscheidet anders [12]. Für ihn gibt es drei verschiedene Arten des Unternehmenstwitterns:
- Feed (neue Inhalte eines RSS-Feeds werden automatisch zu neuen Tweets)
- Links (ähnlich zu Feed, z. B. per Twitter-Tool neue Blog-Einträge automatisch twittern)
- Dialog (siehe „Conversional Tweets“ oben)
Dass man Twitter-Benutzer auch hinterfragen sollte, besonders Twitteraccounts von Firmen, zeigt die Geschichte der Boulevard-Zeitung Hamburger Morgenpost, kurz MoPo. Es gab ein enorm positives Echo, als bekannt wurde, dass nach der WELT auch die MoPo einen Twitter-Account für ihre Redakteure eröffnet hatte. Kurz nach dem Hype kam die ernüchternde Wahrheit: Der Account war gar nicht von der Redaktion eröffnet worden. Frank Niggemeier, Chefredakteur der Morgenpost, bestätigte, dass der Account nichts mit der Redaktion zu tun hat. Auch die Betreiber des Accounts, die bis heute unbekannt sind, räumten den Schwindel ein. Durch das Medienecho, das die Aktion auslöste, wurde erreicht, dass viele Leute auf die Sparpläne und den geplanten Stellenabbau des MoPo-Eigentümers Mecom Group sowie den Protest der Mitarbeiter dagegen aufmerksam wurden.







