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Marketing-Experte Neil Patel: Der Mann mit der Eigenmarke

    Marketing-Experte Neil Patel: Der Mann mit der Eigenmarke

(Foto: Neil Patel)

Schon zu Schulzeiten gründet Neil Patel sein erstes Unternehmen. Heute, mit gerade einmal 31 Jahren, zählt er zu den einflussreichsten Online-Marketers weltweit. Wie hat er das geschafft?

Einen Beraterauftrag von der Allianz, für eine achtstellige Summe? Braucht Neil Patel nicht. „Das ist mir egal“, sagt der Marketing-Experte, als t3n ihn auf der Bits and Pretzels trifft. Er werde den Auftrag ablehnen. Dass er sich eine solche Aussage leisten kann, liegt an seinen Auftraggebern. Er habe zwar „nur zwei Kunden“, sagt der Marken-Profi. Aber das sind zwei ganz große: Amazon und Google. Das reicht ihm. Denn er hat sich ein anderes Ziel gesetzt.

Neil Patel will nicht (nur) Marken von Unternehmen vorantreiben, er will sich selbst als Marke etablieren. Sie werde ihm später helfen, das nötige Geld aufzunehmen, um große Deals zu machen, sagt er. Sein Ziel: „Irgendwann will ich mein Geld in große Unternehmen investieren, die nicht vorankommen. Ich kurbele deren Wachstum an und verkaufe meine Anteile wieder.“ Als Beispiel für eine solche Firma fällt ihm Surveymonkey ein. „Ich glaube, ich könnte ihnen helfen, schneller zu wachsen. Noch habe ich aber nicht genug Geld, das ist ein Milliarden-Unternehmen.“

Aber Patel ist auf dem Weg dorthin. Er hat sich als Berater einen Namen gemacht, Unternehmen gegründet, er zählt mehr als 222.000 Twitter-Follower und rund 340.000 Facebook-Likes (Stand Oktober). Seine Websites Quicksprout.com und Neilpatel.com, auf denen er Tipps zu Content-Marketing, Social Media und Linkaufbau gibt, erreichen laut Similarweb mehr als zwei Millionen Besucher pro Monat. Mit seinen Webinaren auf Neilpatel.com verdient er nach eigener Aussage derzeit vollautomatisiert 10.000 Euro pro Tag. Das Wall Street Journal bezeichnet ihn als „Top-Influencer“, Forbes wählte ihn unter die besten Online-Marketers und das Entrepreneur Magazine bescheinigte ihm, eine der brillantesten Firmen der Welt gegründet zu haben. Wie hat er das geschafft?

Der Aufstieg von Neil Patel beginnt im zarten Alter von zwei Jahren. Seine Familie zieht aus England nach Orange County, Kalifornien. Heute sagt er: „Wenn du nichts hast und nichts verlieren kannst, tust du, was auch immer nötig ist. Das ist der Vorteil eines Immigranten.“ Kein Wunder also, dass Neil Patel durch familiäre Vorbilder geprägt selbst Unternehmer wird und auf dem Schulhof seiner Highschool selbstgebrannte Audio-CDs verkauft.

Als ihm weder CDs noch gebrauchte Autoteile ein konsistentes Einkommen bescheren, wechselt Patel vorübergehend die Seiten: Er wird Angestellter der „Knott’s Berry Farm“, einem Freizeitpark in Buena Park, Kalifornien. Der heutige Multimillionär sammelt Müll und putzt Toiletten, den Traum vom großen Geld vor Augen. „Wenn du das machst, realisierst du, dass du nichts zu verlieren hast“, erinnert er sich rückblickend. Er ist damals 15 Jahre alt.

Eine Reihe kurioser Zufälle, geprägt von jugendlichem Wahnsinn und viel Ehrgeiz, führen Patel ins Internet. Inspiriert von den hohen Stundenlöhnen, die der Chef seiner Schwester als Berater für Oracle-Produkte in Rechnung stellt, sucht Patel als Teenager nach Jobangeboten, unter anderem auf Monster. Ohne Qualifizierung eine Sackgasse, aber der finanzielle Erfolg von Monster motiviert Patel zur Entwicklung einer eigenen Jobbörse namens Advice Monkey. Der damals 16-Jährige steckt 5.000 US-Dollar Erspartes in die Firma. „Ich dachte, wenn man eine Website startet, kommen die Besucher automatisch“, erzählt er heute kopfschüttelnd. „Als sie fertig war, kam aber niemand.“

Um die Besucherzahlen seiner Jobbörse zu steigern, beauftragt er mehrere Marketing-Agenturen – ohne Erfolg. „Ich war frustriert und hatte kein Geld mehr, also musste ich selbst lernen, wie man Besucher gewinnt“, erinnert er sich. Autodidaktisch lernt Patel, was es über digitales Marketing zu lernen gibt. In dieser Zeit in den früheren 2000ern, in der Suchmaschinen meist nur Verzeichnisse sind und soziale Netzwerke wenig Reichweite haben, ist das machbar. Seine Jobbörse wird populärer, aber nie erfolgreich. „Ich hatte Besucher, habe aber nicht verstanden, wie man damit Geld verdient“, so Patel. Advice Monkey scheitert.

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Eine Reaktion
Rodja Krukow

Schon seit längerem ist Neil Patel auch für mich persönlich zu einer der schillerndsten und inspirierendsten Figuren der Marketing Szene geworden. Mal davon abgesehen, dass er sehr sympathisch rüberkommt, er besitzt die Fähigkeit sehr komplexe Zusammenhänge so wiedergeben zu können, dass die breite Masse auch nach dem lesen seiner Erläuterungen noch der Meinung ist es nachvollziehber verstanden zu haben.

Ich ziehe meinen virtuellen Hut vor jemandem mit soviel durchhaltevermögen, Risikobereitschaft und Fachkompetenz. Hoffe ihn mal auf einer Messe zum Fachsimpeln anregen zu können, daß wäre wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen.......

MfG, R. Krukow (Berlin)

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