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t3n 36

Komfort und Leistung aus einer Hand: Marktüberblick Dedicated Managed Server

    Komfort und Leistung aus einer Hand: Marktüberblick Dedicated Managed Server
Dedicated Managed Server. (Bild: mastaka, Lucky Guys / iStock)

Ein eigener Server verspricht hohe Performance – er kostet allerdings auch Zeit für Wartung und Updates. Wer sich bei seiner Server-Lösung lieber nicht um die Aktualisierungen kümmern will, der sollte auf ein Angebot inklusive Management zurückgreifen. Der Marktüberblick über die aktuellen Managed-Server-Angebote zeigt, welche Kriterien dabei wichtig sind.

Hinweis: Dieser Artikel stammt aus dem t3n Magazin Nr. 36. In Artikel und Tabelle genannte Daten und Preise können sich daher inzwischen geändert haben.

Rund um die vielen verschiedenen Server-Lösungen am Markt gibt es eine Reihe an Namensverwirrungen. „Dediziert“ etwa ist ein Wort, das häufig im Zusammenhang mit dem eigenen Server auftaucht. Das bedeutet einfach, dass der angemietete Server nur eine bestimmte Funktion übernimmt. Es handelt sich genauer um eine tatsächliche physikalische Maschine, die nur für einen Kunden da ist, der ein entsprechendes Paket bei einem Anbieter gebucht hat. Bei allen Produkten in dieser Marktübersicht handelt es sich um solche dedizierten Server-Lösungen. Sie grenzen sich von virtuellen Servern ab, von denen mehrere gleichzeitig auf einer Maschine laufen oder die in einem virtuellen Serververbund, der so genannten Cloud, ihren Platz finden.

Am Anfang steht zunächst die Frage, ab wann man einen eigenen Server benötigt. Der Wunsch nach eigenem Metall – frei nach dem Motto aktueller Baumarktwerbung – ist dabei kein geeigneter Motivator. Denn zu Gesicht bekommt man das gute Stück nie. Hauptmotivation für einen dedizierten Server sind die hohe Leistung und eine volle Serverkontrolle.

Achtung bei der Auswahl: Root-Server und Managed-Lösung liegen hier bei 1&1 etwa direkt nebeneinander.
Achtung bei der Auswahl: Root-Server und Managed-Lösung liegen hier bei 1&1 etwa direkt nebeneinander.

Housing, Rootserver, Managed: Unterstützung gewünscht

Bei der Serverkontrolle kommen wir zur nächsten Abgrenzung, nämlich der zwischen managed und nicht-managed. In der Realität gibt es hier verschiedene Zwischenstufen. Die unterste Dienstleistungsstufe ist bei B2B-Hostern und Rechenzentren das so genannte Housing. Dabei wird ein Server mit ins Rack des Hosters aufgenommen, der eigentlich dem Kunden gehört. Der Kunde ist also bis hin zur Hardware für den Server verantwortlich.

Die nächsthöhere Kategorie nach dem Housing ist die Anmietung eines Rootservers. Wie der Name schon sagt, hat der Kunde hier Root-Rechte, kann also frei schalten und walten. Wichtigster Vorteil ist, dass er eigene Dienste installieren kann, beispielsweise einen Tomcat oder andere Applikationsserver. Auch die Basiskonfiguration von Webserver, PHP und Co. übernimmt bei einem Rootserver der Kunde. Allerdings kümmert sich der Hoster bei einem Rootserver auch nicht um die Aktualität des Betriebssystems, er führt also keine Updates durch.

Um in den Genuss von Updates seitens des Hosters zu kommen, entscheidet sich der Kunde für eine Managed-Lösung. Das sieht man beispielsweise bei 1&1 ; hier gibt es in derselben Oberfläche entweder die freie Wahl eines Betriebssystems – mit Aufpreisen nur für kommerzielle oder seltenere Betriebssysteme – oder alternativ die Wahl eines Managed-Systems. Andere Hoster wie beispielsweise Hosteurope bieten beim Management auch noch Detailkonfigurationen.

Das dort angebotene Infrastructure Management entspricht im Grunde den Verpflichtungen, die ein Hoster bei einem Rootserver ebenfalls hat. Es umfasst beispielsweise den Austausch einer defekten Festplatte. Separat zubuchbar ist für knapp 35 Euro das Operations Management für erweiterten Support.

Einen besonderen Ansatz hat Hostnet im Angebot: den Spagat zwischen Managed- und Root-Server. Das beinhaltet unter anderem die Möglichkeit, einen eigenen Webserver betreiben zu können und damit den deaktivierbaren Apache-Dienst zu ersetzen. Der Apache wird derweil von Hostnet weiter aktualisiert.

Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte: Welche Leistung zählt

Wer sich für einen eigenen Server entscheidet, hat bestimmte Erwartungen an die Leistung. Um die Angebote nach ihrer Leistung beurteilen zu können, sollte man sich die Details anschauen. Es gibt meist drei zentrale Angaben zur Serverleistung: den Prozessor, den Arbeitsspeicher, die Festplatten oder, etwas charmanter formuliert, das Storagesystem.

Die meisten Lösungen verwenden einen oder zwei Prozessoren, die sich wiederum nach Taktung und Menge der Prozessorkerne unterscheiden. Die Prozessorkerne spielen eine wichtige Rolle, sobald Rechenleistung auf verschiedene virtuelle Maschinen auf dem Server verteilt werden soll.

Vorsichtig muss man hier allerdings bei der Vergleichbarkeit sein: Durch so genanntes Hyper-Threading lässt sich bei Intel-Prozessoren eine hardwareseitige Parallelverarbeitung verwenden, die dann virtuell die Zahl der Kerne verdoppelt. Diese Angabe erfolgt bei einigen Hostern zusätzlich in Klammern.

Dazu gibt es noch einen so genannten Turbo-Boost bei der Taktfrequenz, der bei genug Strom und geringer Temparatur den Takt hochregelt. Zum Einsatz kommen entweder Intel- oder AMD-Prozessoren. Der Standard – vor allem bei hochwertigeren Lösungen – ist jeweils die Serverlinie der Hersteller. Bei Intel ist das also der „Xeon“ und bei AMD der „Opteron“. Angebote mit auch im Desktop-Bereich eingesetzten Prozessoren – wie beispielsweise dem Intel Core i3 als Dual Core – sind nur für kleineren Leistungsbedarf sinnvoll einsetzbar.

Der Arbeitsspeicher: Passend zur späteren Anwendung

Das zweite wichtige Kriterium ist der Arbeitsspeicher. Hierbei ist vor allem die Größe entscheidend. Dabei unterscheidet sich der Bedarf stark nach der späteren Ausrichtung der Anwendung. Wenn die Applikation beispielsweise Inhalte im Arbeitsspeicher zwischenspeichern soll, ist der Gigabyte-Bedarf naturgemäß deutlich höher.

Auch für Datenbanken oder eine Livesuche sollten Website-Betreiber genug Reserve einplanen. Manche Hoster geben noch detailliertere Informationen zu der Art des Arbeitsspeichers. Allerdings haben die Unterschiede hier weit weniger Bedeutung als diejenigen in Bezug auf die Prozessoren.

Bei Hostnet kann man einen eigenen Webserver betreiben und damit den deaktivierbaren Apache-Dienst ersetzen.
Bei Hostnet kann man einen eigenen Webserver betreiben und damit den deaktivierbaren Apache-Dienst ersetzen.

Unsere Kriterien

Für den Marktüberblick wählen wir wie gewohnt einen Querschnitt durch die Hosterlandschaft. In Sachen Betriebssystem liegt unser Fokus auf Linux im Zusammenspiel mit PHP und MySQL. Wenn ein Hoster – was die meisten tun – mehrere Angebote offeriert, greifen wir jeweils zu einem meist eher größeren Paket, das als Basis einen auf den Servereinsatz spezialisierten Prozessor wie den Intel Xeon oder den AMD Opteron bietet, mindestens 32 GB Arbeitsspeicher enthält und zwei Festplatten im RAID besitzt.

Frei wählbar: Bei Hosteurope gibt es Konfigurationsfreiheit wie direkt beim Hardware-Verkäufer.
Frei wählbar: Bei Hosteurope gibt es Konfigurationsfreiheit wie direkt beim Hardware-Verkäufer.

Eine große Bedeutung kommt dagegen den Unterschieden beim Festplattenspeicher zu. Im einfachsten Fall besteht die Lösung nur aus einer einzelnen Festplatte. Da die Platte allerdings der Teil der Hardware ist, der am schnellsten kaputt geht, liegt hier das größte Risiko für einen Serverausfall. Deswegen bieten die meisten Hoster so genannte RAID-Systeme an. RAID steht für „Redundant Array of Independent Disks“, das System speichert die Informationen dabei redundant auf mehreren Festplatten, sodass die Informationen nicht verloren sind, wenn eine der Platten mal ausfallen sollte.

Links und Literatur

  1. 1und1 – Dedicated Server
  2. Hosteurope – Dedicated Server
  3. Hostnet – Dedicated Managed Root Server
  4. Domainfactory – Managed Hosting
  5. Parallels Plesk
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