Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Shared Hosting für Profis: Professioneller Webspace zum kleinen Preis

Aus dem
t3n Magazin Nr. 35

03/2014 - 05/2014

Jetzt kaufen

Gerade bei kleineren Projekten reichen selbst Profis oft auch günstige Hosting-Lösungen, die keinen allzu hohen Anforderungen an die Performance genügen müssen. Wir geben einen Marktüberblick und erläutern, auf welche Faktoren bei der Auswahl besonders geachtet werden sollte.

Shared Hosting für Profis: Professioneller Webspace zum kleinen Preis
Shared Hosting für Profis. (Foto: caracterdesign / iStock)
Hinweis: Dieser Artikel stammt aus dem t3n Magazin Nr. 35. In Artikel und Tabelle genannte Daten und Preise können sich daher inzwischen geändert haben.

Unter Profis galten Shared-Hosting-Pakete lange Zeit als eher minderwertige Lösung. Das lag zum einen an den oft lausigen Leistungsdaten der jeweiligen Angebote, zum anderen an diversen nervtötenden Konfigurationsproblemen. Gerade im Bereich der PHP-Entwicklung setzten viele Anbieter auf Einstellungen wie etwa den berüchtigten Safe-Mode. Der versprach zwar Pseudosicherheit, machte allerdings auch gleichzeitig vernünftiges Entwickeln unmöglich. Darüber hinaus war der Safe-Mode mit den meisten Open-Source-Anwendungen von WordPress bis TYPO3 nur äußerst schwer in Einklang zu bringen.

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei, sodass dem Einsatz von Shared Hosting im professionellen Bereich nun auch von Seiten der Technologie nichts mehr im Wege steht. Das Szenario, das dieser Artikel näher beleuchtet, ist der Einsatz von Shared Hosting für selbst entwickelte PHP-Anwendungen und Open-Source-Systeme mit eher geringen Besucherzahlen und Anforderungen an die Performance. Das kann beispielsweise ein Blog sein, eine Microsite für eine Kampagne oder auch kleinere Anwendungen wie Online-Umfragen oder -Formulare.

Marktüberblick Shared Hosting: Unsere Kriterien

Die vorliegende Paketauswahl gibt einen groben Marktüberblick und bietet sich etwa als Ausgangspunkt für eigene Recherchen an. Sämtliche Informationen stammen aus den Angaben der Hoster zu ihren Paketen im Web und, wo nötig, aus Nachfragen als potenzieller Neukunde bei Livechat oder Hotline. Es wurden nur Pakete aufgenommen, die PHP mindestens ab Version 5.3 und eine MySQL-Datenbank ab 5.x bieten. Wenn ein Anbieter mehr als eine Datenbank anbietet, wurde ein Paket mit mindestens drei MySQL-Datenbanken gewählt, um zumindest zwei Test- oder Entwicklungsinstanzen parat zu haben. Wo es die Möglichkeit gab, wählten wir für unsere Marktübersicht ein Linux-basiertes Paket.

Zwar liegt der Sinn dieser Pakete sicherlich auch für viele Profis darin, unkompliziert bekannte Anwendungen wie WordPress und Co. betreiben zu können. Dennoch fehlen hier solche reinen „Anwendungsspezialisten“, die nur auf die Einrichtung von bestimmten Blogsystemen, CMS oder Webshops abzielen. In der auf den Artikel folgenden Tabelle sind allerdings die wichtigsten dieser Anwendungen enthalten, die per One-Click-Installation hinzugefügt werden können. In Sachen Speicherplatz muss man davon ausgehen, dass eine Anwendung, gerade zum Zeitpunkt der Entwicklung oder Weiterentwicklung, eben entwickelt, getestet und produktiv eingesetzt werden soll. Insofern sind 20 Gigabyte Speicher eine durchaus sinnvolle Mindestgröße. Sollte ein Anbieter nur Shared-Hosting-Pakete mit weniger Speicherplatz anbieten, haben wir das größtmögliche gewählt.

Die Kriterien für die Paketauswahl waren, soweit verfügbar, die Unterstützung von Cronjobs, SSH-Zugriff, die Verwendung von .htaccess und die Anpassung von php.ini-Konfigurationen. SSL-Zertifikate mussten nicht direkt im Paket enthalten sein, hier wurde allerdings aufgenommen, ob eine Nachrüstung möglich ist. Dabei sollte bei der Bestellung genau hingeschaut werden, ob es sich um ein Shared-SSL-Zertifikat mit zentraler Domain des Hosters handelt oder ob Kunden ein eigenes SSL-Zertifikat einsetzen können.

Leistungen

Die Übergänge von Shared Hosting zu moderner Virtualisierungstechnologie, mit der virtuelle Server betrieben werden, ist fließend. Vergleichbar sind die Webhosting-Angebote nur, wenn es sich um vom Hoster verwaltete und aktualisierte Server handelt, also Angebote der Gattung „virtual managed“. Der technische Unterschied bei vielen Hostern liegt darin, dass bei den virtuellen Maschinen bestimmte Ressourcen garantiert sind, während sich beim Shared Hosting mehrere Kunden die Ressourcen auf einem Server teilen. Das Problem kann hier dann sein, dass ein einzelner Kunde viele Leistungen abzieht und für den Rest weniger übrig bleibt.

Welche Version hätten Sie denn gern? In der Accountverwaltung kann man bei einigen Hostern die gewünschte PHP-Version wählen, zum Beispiel hier beim Anbieter Mittwald.
Welche Version hätten Sie denn gern? In der Accountverwaltung kann man bei einigen Hostern die gewünschte PHP-Version wählen, zum Beispiel hier beim Anbieter Mittwald.

Einige Hoster gehen mit den Leistungsdaten deshalb transparent um oder lassen dem Kunden die Wahl, mit wie viel Power er sein Paket ausstatten möchte. Beispielsweise verwendet Domainfactory in seinem umfangreichen Konfigurator ein eigenes Sternesystem mit Prozentwerten, um anzuzeigen, wie viele Kunden pro CPU-Kern zugelassen werden. Gut daran ist, dass man sich hier auch bei einem recht standardisierten Shared-Hosting-Angebot aussuchen kann, wie viel Leistung man später benötigt. Allerdings sind die Leistungen nicht sonderlich transparent. So ist die Ausgangsbasis der Prozentwerte bei Domainfactory ein Wert von 75 Kunden pro CPU-Kern aus dem Jahr 2011, Angaben zum Arbeitsspeicher dagegen fehlen uns in der Angebotsübersicht.

Im Gegensatz dazu gibt etwa 1&1 bei seinem Paket „New Hosting Unlimited“ an, wie viel Arbeitsspeicher bereitgestellt wird. Allerdings ist die Formulierung von „bis zu 1,2 GB“ auch hier etwas schwammig und der Vergleich mit etwa der exakten Angabe von 150 MB RAM bei Mittwald nicht wirklich möglich.

Kostengünstige Basis-Hosting-Pakete wie etwa von 1&1 sind in Sachen Skriptsprachen mittlerweile erstaunlich gut aufgestellt und unterstützen neben PHP oft auch Python, Perl oder Ruby.
Kostengünstige Basis-Hosting-Pakete wie etwa von 1&1 sind in Sachen Skriptsprachen mittlerweile erstaunlich gut aufgestellt und unterstützen neben PHP oft auch Python, Perl oder Ruby.

Diese flexible Leistungskonfiguration einiger Shared-Hosting-Angebote erinnert ein wenig an Cloud-Hosting. Allerdings läuft bei Letzterem die Leistungsanpassung jederzeit automatisch und ohne Vertragsanpassung ab. Cloud-Hosting eignet sich deshalb optimal bei Projekten mit schwer prognostizierbaren Performanceanforderungen oder Lastspitzen, beispielsweise im Weihnachtsgeschäft. Shared Hosting dagegen hat seine Stärken bei langfristig konstanten Anforderungen.

Abonniere jetzt t3n-News über WhatsApp und bleib mobil auf dem Laufenden!
t3n-News via WhatsApp!
Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
17 Antworten
  1. von Markus Käkenmeister am 20.02.2014 (14:38 Uhr)

    Nach welchen Kriterien ist dieser "Marktüberblick" denn zustande gekommen? Die Auswahl an Anbietern erscheint mir eher beliebig.

    Zudem hätte man einen ähnlichen Text so schon vor fünf oder gar 10 Jahren veröffentlichen können. Ja, PHP & MySQL sind wichtig, SSL auch, sicher auch der Speicherplatz.

    Die Herausforderungen liegen doch heute ganz woanders: Schafft man mit IPs mit großer Nachbarschaft wirklich Sichtbarkeit? Rankt man gut? Wie sieht es mit der Antwortlatenz des Servers zu unterschiedlichen Tageszeiten aus?

    Wie wäre es mal mit einem Domainbeispiel einer Site, die geshared gehostet ist und zu den Top 1000 Sites in Deutschland gehört?

    Antworten Teilen
    • von Mellanie am 02.10.2014 (13:24 Uhr)

      Sehe eich auch so. Kein Host Europe, kein All Inkl... viele großen Anbieter ausgelassen und die Probleme mit Strato und 1&1 nicht vollständig aufgeschlüsselt. Entweder der Artikel dient wieder nur für Sponsored Links der Anbieter, oder ihr habt einfach keine Ahnung von guten Hostern.

      Antworten Teilen
  2. von Luca Caracciolo am 24.02.2014 (09:13 Uhr)

    Danke für den Kommentar. Generell wollen wir mit dem Artikel zu „Shared-Hosting-Paketen für Profis“ einen grundlegenden Überblick über die Thematik bringen und die unserer Meinung nach besten Anbieter im deutschprachigem Raum präsentieren. Bitte beachten: Es geht um einen Marktüberblick, nicht um einen Test – weshalb Werte wie beispielsweise die „Antwortlatenz der Server zu unterschiedlichen Tageszeiten“ nicht vergleichen wird.

    Antworten Teilen
  3. von tm:dev am 02.10.2014 (11:37 Uhr)

    allinkl.com fehlt leider. Bisher absolut zuverlässig und der Hoster meines Vertrauens ;-)

    Antworten Teilen
  4. von Jochen Weiland am 02.10.2014 (11:38 Uhr)

    Schlecht recherchiert, es werden teilweise Nettopreise genannt, die nicht als solche gekennzeichnet sind.

    Antworten Teilen
    • von tobias.hauser7777 am 10.10.2014 (14:17 Uhr)

      Hallo Jochen, danke Dir für Dein Feedback! Da die meisten Preisangaben auf Bruttobasis erfolgen, haben wir die Nettoangaben auf Brutto umgerechnet. Sollten wir hierbei einen Fehler gemacht haben, schick mir gerne eine PM, dann korrigieren wir das im Dokument.

      Antworten Teilen
  5. von andi am 02.10.2014 (11:53 Uhr)

    Wenn es shared hosting für Profis heißt, wundert mich wo all-inkl.com bleibt. Unschlagbarer Support und je nach Preis Super features. Zumindest kann ich keinen Grund entdecken, warum all-inkl nicht mit in der Liste ist.

    Antworten Teilen
  6. von toli am 02.10.2014 (11:58 Uhr)

    Bzügl. all-inkl.com kann ich mich nur anschließen. Gerade der Support ist für mich mittlerweile das ausschlaggebende Kriterium, dieser taucht in der Aufstellung überhaupt nicht auf.
    Beispiel: Supportanfrage 1&1 - lala Antwort nach 24h / Supportanfrage all-inkl.com - perfekte Hilfe nach max. 1-2h, meist aber schneller

    Antworten Teilen
  7. von strzlee am 02.10.2014 (12:42 Uhr)

    uberspace fehlt! imho der beste anbieter in dem Bereich und noch dazu pay-what-you-want!

    Antworten Teilen
    • von Donngal am 02.10.2014 (16:13 Uhr)

      Ganz genau. Als Profi geht an Uberspace für kleine Seiten kein Weg vorbei. DER Top-Hoster mit super Philosphie! Besser ist nur ein VServer. Wenn überhaupt.

      Antworten Teilen
  8. von Fanmade am 02.10.2014 (14:55 Uhr)

    All-Inkl ist - wenn man auf typische Anwendungen einschränkt - wirklich sehr zu empfehlen. Der Support ist einfach Klasse, ich habe da 95% meiner eigenen Projekte.
    Uberspace ist auch super, besonders wenn man mehr Features benötigt Node.js z.B. geht bei All-Inkl nicht, nur dafür habe ich noch einen Vertrag mit Uberspace gemacht.

    Antworten Teilen
  9. von Wordpress Fan am 02.10.2014 (23:05 Uhr)

    ohne anbieter wie all-inkl und uberspace ist das für mich nur sehr oberflächlich und keine wirkliche marktübersicht.

    schade das t3n nicht auch ausländische anbieter erwähnt wie zb hawkhost.com

    Antworten Teilen
  10. von Florian am 03.10.2014 (04:36 Uhr)

    Ich dachte, t3n ist für Profis, nicht für Leute die die sich ihre Vereinshomepage klicken.

    Wieso Strato und 1&1 hier stehen ist mir ein Rätsel, deren Fokus ist eindeutig Consumer und Heimanwender, es wird kein Support geleistet und auch nicht für gewerbliche/professionelle Kunden eingestanden.

    Bewährte, professionelle Business Hoster fehlen.

    Antworten Teilen
  11. von Christian M. Grube am 03.10.2014 (22:08 Uhr)

    Zu viele wichtige ausgelassen.
    Wie schon das erste Kommentar sagt.
    Vor allem All-inkl, oder OVH fehlen.
    Letzte bieten sogar einen Rootserver, kein VPS, für 4,99€ im Monat an.
    Welches sogar für manchen Technikbegeisterten sehr wichtig sein kann.
    T3N ich ewarte da bei einigen Beiträgen langsam etwas mehr Recherche und vor allem bessere Ausgewogenheiten der Auswahl betreffend.

    Technik im Webbereich erfordert nun einmal Wissen von Administratoren und so etwas sollte nicht Grafikdesinger in die Hand nehmen.
    Sorry

    Antworten Teilen
  12. von Molch am 05.10.2014 (14:54 Uhr)

    Haare sträuben sich auf meiner Glatze..
    Ich kann mich den vorrednern nur anschließen, so langsam verliert t3n seinen reiz für profesionelles..
    "Shared Hosting für Profis: Professioneller Webspace zum kleinen Preis" ist hier wirklich der fasche Titel. Passt eigentlich nur wenn man an die Werbung von denen denkt - dann macht der Titel wieder Sinn - aber nicht als zutrefende Aussage.
    Die hier in den Kommentaren genannten Anbieter sind wirklich mehr wert, als jene die der Beitrag aufzählt. Das wurmt mich schon wieder so, das ich wieder einmal ein kleines minus hinter die Redaktion und ihre recherche setzen muss.
    Liebe Redakteure - schaut bitte etwas genauer auf den Markt oder gebt nur noch eine Diskusionsüberschrift, damit die Leser den Beitrag mit ihren Kommentaren schreiben wie es wirklich ausserhalb von eurem Büro aussieht.

    Ihr steuert immer weiter auf die Sandbank zu - bitte etwas mehr, wenn es da heißt für "Profis, Professionell, etc."
    Bedenkt, kein Blog lebt ewig!

    LG Molch

    Antworten Teilen
  13. von tobias.hauser7777 am 10.10.2014 (14:16 Uhr)

    Danke für Euer Feedback und die Vorschläge! Bei einem Marktüberblick geht es meiner Meinung nach nicht um Vollständigkeit, sondern um einen Marktquerschnitt mit Hostern verschiedener Klassen und Größen. Dennoch, zumindest all-inkl sollten wir beim nächsten Mal aufnehmen. Die Diskussion um die Professionalität empfinde ich als hochemotional und damit schwierig. Ich hatte wie viele sicher auch schon negative 1und1/Strato-Erfahrungen, aber auch gute. Dennoch arbeite ich persönlich lieber mit einem kleinen Hoster. Nur kann man daraus m.E. kein seriöses Fazit ziehen. Wenn man das wollte, müsste man einen sehr umfangreichen Test dirchführen. Und selbst der kann wohl nur ein Szenario beleuchten, das man auch kaum repräsentativ nennen könnte.
    Der zweite Punkt ist der Einsatzzweck. Der Vergleich mit einem Rootserver ist m.E. nicht sinnvoll, denn gerade bei kleineren Sites möchte man doch such mit beruflichem Fokus keine Arbeit in Administration investieren, wenn man zum Shared Hosting greift. Der Artikel hat sich deswegen klar auf den Einsatzzweck für Microsites oder kleinere Websites konzentriert.

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?