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Rootserver im Marktüberblick: Volle Leistung und maximale Kontrolle

Aus dem
t3n Magazin Nr. 37

09/2014 - 11/2014

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Volle Leistung und maximale Kontrolle! Das verspricht ein eigener Rootserver, der Bolide unter den Hosting-Leistungen. Weil sich die Arbeit des Hosters auf den Erhalt der Infrastruktur reduziert, ist diese Leistung zwar durchaus bezahlbar. Doch ein Unternehmen muss sich auch sicher sein, die Wartung und Verantwortung übernehmen zu wollen. Ein Marktüberblick.

Rootserver im Marktüberblick: Volle Leistung und maximale Kontrolle

(Grafik: ChrisGorgio / iStock)

Rootserver bieten maximale Kontrolle und Leistung. Doch die Wahl des richtigen Hosters und Angebotspaketes will gut überlegt sein – immerhin kommt mit solch einer Lösung auch die Verantwortung des kompletten Serverbetriebs auf das Unternehmen zu. Der Begriff „Root“ steht nämlich für den administrativen Vollzugriff auf das System. Das bedeutet: Der Kunde hat den Server komplett unter seiner Kontrolle, der Hoster liefert in der Hauptsache die Hardware und Internet-Anbindung. Wie in vielen anderen Angebotsbereichen von Hosting-Unternehmen auch gibt es in Sachen „Rootserver“ so einige Namensverwirrungen.

Den Namensverwirrungen auf der Spur

Die Bezeichnung „Rootserver“ hat sich für einen eigenständigen, nicht virtualisierten Server etabliert: Dabei handelt es sich tatsächlich um eine physikalische Maschine, die dem Kunden zur Verfügung steht. Dies ist auch mit dem Wort „dediziert“ gemeint. Allerdings gibt es auch dedizierte Managed Server. Im Gegensatz zum Rootserver nimmt hier der Hoster Updates am Betriebssystem, dem Webserver und der Technologie vor.

Namensverwirrungen: Bei Serverloft sind „RootServer“ ein virtuelles Produkt, eigene Hardware gibt es als „Dedizierten Server“. (Screenshot: serverloft.de)
Namensverwirrungen: Bei Serverloft sind „RootServer“ ein virtuelles Produkt, eigene Hardware gibt es als „Dedizierten Server“. (Screenshot: serverloft.de)

Interessanterweise gibt es mit dem Hoster Serverloft aus der folgenden Übersichtstabelle auch eine Abweichung: Hier ist das Produkt „Rootserver“ nur ein virtueller Server. Die „echten“ Rootserver bietet er als „Dedizierte Server“ an. Bei ECS Webhosting gibt es Rootserver nur mit einem Management-Paket. Der Anbieter 1&1 nennt alle Server „Dedicated Server“; ob sie als Managed oder Rootserver zur Verfügung stehen, steuern die Kunden über eine Einstellung auf der Seite des entsprechenden Servers.

Das spannendste Kunstwort liefert der Dienstleister Hostnet mit dem „Dedicated Managed Root Server“. Gemeint ist damit eine Mischung aus Rootserver und Managed Server. Hier können die Kunden eigene Dienste installieren. Dennoch aktualisiert und wartet Hostnet die vorinstallierten Dienste. Andere renommierte Anbieter bieten keine Rootserver, sondern nur Lösungen mit Management.

Der Unterschied zwischen Rootservern und Managed-Lösungen liegt in den Eingriffsmöglichkeiten: Für alle normalen Fälle – sprich Websites mit den Basistechnologien PHP, MySQL oder auch anderen Programmiersprachen wie ASP.NET, Perl, Python – sind Managed-Lösungen ausreichend und die bessere Wahl.

Der Grund: Die meist automatisierte Aktualisierung des Hosters funktioniert deutlich besser als die Aktualisierung auf Seiten des Kunden, der meist nur für einen oder wenige Server verantwortlich ist. Die Praxis zeigt, dass eigene Rootserver – auch bei Unternehmen mit größeren IT-Abteilungen – oft deutlich der Zeit und den kritischen Sicherheits-Patches hinterherhinken.

Wann ist ein Rootserver notwendig?

Was spricht also für einen Rootserver? Zu allererst die individuellen Anforderungen: Wer sein Betriebssystem selbst konfigurieren will oder besondere Dienste benötigt, kommt an einem Rootserver oft nicht vorbei. Ein Grund können hohe Performance-Anforderungen sein: Auf einem Rootserver lässt sich ein Fullpage-Cache wie Varnish einrichten. Auch eigene, leichtgewichtige Webserver wie nginx sind hier problemfrei möglich.

Selbst exotischere Konfigurationen im Bereich der Programmiersprachen sind denkbar. Für diese individuellen Anforderungen ist der Rootserver – oder auch eine kleine Farm an Rootservern – sicherlich die kostengünstigste Lösung. Wer das Patchmanagement dennoch scheut, kann mit einigen Hostern auch einen individuellen Service-Vertrag vereinbaren und sich eine Lösung maßschneidern lassen.

Der Kostenfaktor spielt auch beim Einsatz eines Rootservers im Reseller-Bereich eine große Rolle. Wenn man die Kosten etwa in 10, 20 oder gar 100 kleine Scheibchen aufteilt, amortisiert sich die große Maschine schnell. Hierzu bieten viele Hoster auch entsprechende Verwaltungsoberflächen für ihre Rootserver-Produkte an.

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7 Antworten
  1. von Leser am 14.01.2015 (13:32 Uhr)

    Ihr erstellt eine Marktübersicht ohne HostEurope?! *kopfschüttel*

    Wieso fehlen die denn?

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  2. von Patrick am 14.01.2015 (16:08 Uhr)

    Die totale Verwirrung bezüglich Root Servern und Dedicated Root Servern kann ich gut verstehen. Man muss teilweise schon sehr genau lesen, damit man wirklich auf der sicheren Seite ist. Hosteurope hat ja auch teils virtuelle Rootserver im Angebot. ;)

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  3. von Leser2 am 15.01.2015 (09:21 Uhr)

    Gibt's einen Grund, warum Domainfactory fehlt?

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  4. von Bastey am 15.01.2015 (11:00 Uhr)

    lahm!!

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  5. von Mondoshiva am 15.01.2015 (20:25 Uhr)

    Wieso fehlt da webtropia.com? Die haben eigentlich immer ein gutes Angebot in der Oberklasse?!

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  6. von RRL am 21.01.2015 (11:33 Uhr)

    Meiner Meinung nach gibt es hier ein Missverständnis zu den Begrifflichkeiten:

    root = voller Zugriff (Adminstration ohne Einschränkungen; oft per Konsole oder RemoteDesktop)
    managed = vom Betreiber gewartet (regelmäßige Updates, Backup)
    virtual = virtualisiert
    dedicated = garantierte Leistungen (z.Bsp. 2 CPU-Kerne, 4 GB RAM, ...)
    physical = richtige Hardware

    Oft wird mit "dedicated" die reale Hardware gemeint.

    Der Begriff "Root-Server" bedeutet noch lange nicht das es sich tatsächlich um einen wie von Ihnen so schön genannten "Boliden" handelt.

    Ich habe selbst mehrere kleine "virtual root" Server - also kleine virtualisierte Systeme mit teilweise nur 64 oder 128 MB RAM, einer "halben" CPU (also 50% Rechenleistung eines Prozessorkerns) ;)

    Ich habe im Zusammenhang mit "Rootserver" auch noch nie direkt eine physikalische Maschine gesehen - gibt es für diese Begriffsdefinition eine Quelle?

    "Dedicated Managed Root Server" heisst also nichts anderes als reale Hardware mit garantierter Leistung (da man den Server allein nutzt); vom Anbieter gewartete Software; mit vollem Zugriff auf das Betriebssystem. Tatsächlich eine eher gegenläufige aber nicht unmögliche Kombination. Sobald man selbst Veränderungen am System vornimmt ist das kein richtiger "managed" Server mehr.

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