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.NET als Open Source: Mono

Aus dem
t3n Magazin Nr. 4

06/2006 - 08/2006

Kompilierte Webanwendungen in einer modernen Infrastruktur zu hosten, bedeutet nicht mehr zwingend, Java einsetzen zu müssen. Nach einigen Jahren der Entwicklung hat Mono die notwendige Reife, ASP.Net-Seiten auf praktisch jeder Plattform ausführen zu können. Darüber hinaus bietet es eine moderne Umgebung ohne unnötigen Ballast. Mono hat das Zeug dazu, eine der Hauptentwicklungsplattformen im Open-Source-Bereich zu werden.

Mono ist die Open-Source-Umsetzung des Microsoft .Net-Frameworks. Um Mono zu verstehen, muss daher zunächst der von Microsoft ursprünglich verfolgte Ansatz erläutert werden. Microsoft hatte sich mit der Entwicklung von .NET zweierlei Ziele gesetzt: Zum einen sollte das bekannte COM-Komponente-Framework ersetzt und zum anderen ein Gegenentwurf zu Suns Java-Plattform geschaffen werden. Zunächst hatte Microsoft, mangels einer Alternative zu Java, von Sun entsprechende Lizenzen erworben und ein Paket mit dem Namen J++ geschnürt. J++ ist im Verlauf der Weiterentwicklung jedoch vom Sun-Standard abgewichen, da immer mehr Windows-spezifische Erweiterungen Einzug fanden. Das führte dazu, dass Sun und Microsoft sich nicht auf ein weiteres Lizenzabkommen einigen wollten. Dementsprechend arbeitete man bei Microsoft fern der Öffentlichkeit bereits an einer Java-ähnlichen Technologie, die schließlich 2002 unter dem Namen .NET präsentiert wurde. Dieses stellte sich zwar in seinen Einzelbestandteilen als nichts wirklich Neues dar, in seiner Gesamtheit war es jedoch ein homogenes und fortschrittliches Konzept. Vor allem hatte man aus vielen Design-Fehlern verschiedener Ansätze radikale Konsequenzen gezogen.

Das Framework bediente sich bekannter Konzepte von Java, erweiterte und veränderte diese. Man vollzog eine strikte Trennung zwischen Programmiersprache und Laufzeitumgebung. So konnten verschiedene Programmiersprachen (am Anfang Visual-Basic.NET und C#) miteinander kooperieren. Das Java-Konzept des Bytecodes griff man auf, änderte es aber dahingehend, dass er besser auf registerbasierten Prozessoren zu optimieren ist und grundsätzlich JIT-kompiliert wird. Trotz des plattformunabhängigen Charakters dieser Technologien verstand Microsoft unter der in dem Zusammenhang propagierten Plattformunabhängigkeit lediglich die Kompatibilität zu allen Windows-Versionen. Diesen Umstand griff Mono auf. Weitere typische .NET-Eigenschaften sollen daher im Folgenden auf Basis von Mono erläutert werden.

Mono (spanisch für Affe) ist ein inzwischen von Novell geführtes Open-Source-Projekt. Der Begründer Miguel de Icaza – Initiator des GNOME-Projektes – hatte ursprünglich das Ziel, eine moderne Entwicklungsplattform für GNOME zu realisieren. Die Umsetzbarkeit eines solchen Vorhabens wurde anfangs angezweifelt, inzwischen ist Mono jedoch kompatibel zu .Net 1.0. Dabei war die schiere Größe des .Net-Frameworks (in der Version 1.0 über 5000 Klassen) nicht die größte Hürde. Probleme bereitete vor allem die starke Windows-Ausrichtung bestimmter Klassen. Trotz alledem ist Mono inzwischen ein großes und aktives Open-Source-Projekt [1] mit reger Community und schnell wachsender Anhängerschaft.

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