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Neue Template-Eingine für FLOW3 und TYPO3 4.x: Fluid – Templating leicht gemacht

Aus dem
t3n Magazin Nr. 16

06/2009 - 08/2009

Mit Fluid steht TYPO3-Entwicklern ab Version 4.3 eine neue Template-Engine zur Verfügung, die auch Bestandteil von FLOW3 ist. Sie ist leicht zu lernen, sehr flexibel und extrem erweiterbar. Der folgende Artikel erläutert Grundlagen und stellt die Konzepte hinter Fluid vor.

TYPO3-Entwickler setzen beim Thema Templating meist auf die populäre markerbasierte Variante, die schon sehr lange fester Bestandteil von TYPO3 ist. Andere haben bereits mit Smarty, PHPTAL oder anderen Template-Engines gearbeitet und fragen sich nun womöglich, weshalb es noch einer weiteren Template-Engine bedarf. Ein Beispiel zur Ausgabe einer Liste von Blogposts soll verdeutlichen, woran es bislang hakt:

Klassisches Templating

// Im Template

###CONTENTS###
<ul>
###SUBELEMENT###
    <li>###TITLE###</li>
###SUBELEMENT###
</ul>
###CONTENTS###

// in PHP

$subEl = getSubpart(“SUBELEMENT“);
$out = ‘‘; foreach ($recordList as $record) {
    $out .= substituteMarker($subEl, ‘TITLE‘, $record[‘title‘]);
}
return substituteSubpart($template, ‘SUBELEMENT‘, $out);

Listing 1

Wie man sieht, ist sehr viel Code für eine einfache Aufgabe wie die Ausgabe einer Liste notwendig – außerdem existiert keine saubere Trennung zwischen Präsentations- und Anwendungslogik.

Nachdem klar war, dass TYPO3 in Zukunft eine neue Templating-Lösung benötigt, hat das Kernentwickler-Team viele verschiedene Template-Engines unter die Lupe genommen – alle hatten jedoch gemeinsame Nachteile:

  • nicht komplett objektorientiert programmiert (PHP 4)
  • komplizierte oder unlogische Syntax
  • PHP im Template erlaubt
  • mangelhafte und unsaubere Erweiterbarkeit

Hier setzt Fluid [1] an: Die Template-Engine besitzt eine neue, intuitive Syntax, die extrem flexibel und erweiterbar ist, aber trotzdem leicht erlernt werden kann. Das folgende Beispiel soll anhand eines Blogs verdeutlichen, wie effizient Entwickler mit Fluid arbeiten können.

Objekte traversieren leicht gemacht

Im Controller können Variablen mit Hilfe von „$this->view->assign('blogTitle', 'Mein erster Blog');“ zugewiesen werden. Um den Inhalt einer Variablen im Template auszugeben, ist die {...}-Syntax vorhanden: {blogTitle}.

Einfache Variablenausgabe

// Im Controller:
$this->view->assign('blogTitle', 'Mein erster Blog');
// Im Template:
<h1>{blogTitle}</h1>

Listing 2

Darüber hinaus ist es möglich, sich „durch Objekte durchzuhangeln“, indem man einen Punkt verwendet: „{blog.title}“ führt zu einem Aufruf von „$blog->getTitle()“, „{post.author.name}“ analog zu „$post->getAuthor()->getName()“.

Objekte traversieren

// Im Controller:
$this->view->assign('blog', $blog);
// Im Template:
<h1>{blog.title}</h1>

Listing 3

Standard-ViewHelper nutzen

Nun wollen wir das obige Beispiel erweitern und eine Liste von Blogpostings ausgeben. Dafür greift man in Fluid auf so genannte „ViewHelper“ zurück. Im Template werden diese mit Hilfe von speziellen Tags aufgerufen. Das folgende Listing gibt alle Beiträge eines Blogs aus:

ViewHelper aufrufen

<f:for each="{blog.posts}" as="post">
	<h2>{post.title}</h2>
	<p>{post.teaser}
		<f:actionlink action="show" arguments="{post : post.uid}">mehr...</f:actionlink>
	</p>
</f:for>

Listing 4

Das spezielle Tag „<f:for>“ ist ein solcher ViewHelper. Mit ihm kann über Arrays iteriert werden, um die einzelnen Elemente auszugeben. Im obigen Beispiel gibt es noch einen zweiten ViewHelper namens „<f:actionlink>“, der verwendet wird, um einen Link auf die Detailansicht auszugeben.

Häufig benötigte ViewHelper wie Schleifen, Links, Formulare oder Localization [2] liefert Fluid mit. Jede Extension kann allerdings ihre eigenen ViewHelper definieren und nutzen.

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8 Antworten
  1. von Mirco am 30.11.2009 (19:42 Uhr)

    GENAIL! Danke für den Artikel. Das Prinzip dieser Templates, den ViewHelperl etc. kenne ich bereits vom ZendFramework, wo es grandios funktioniert. Ich hoffe doch stark, das auch der Rest vom T3-Core mit den nächsten Versionen auf MVC umgebaut wird (das soll ja mit FLOW kommen soweit ich weiß). Bleibt am Ball, danke :-)

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  2. von Steffen Müller am 24.12.2009 (01:18 Uhr)

    Die API scheint sich ein wenig verändert zu haben:

    Statt
    class Tx_Blog_ViewHelpers_GravatarViewHelper extends Tx_Fluid_Core_AbstractViewHelper {
    muss es heißen:
    class Tx_Blog_ViewHelpers_GravatarViewHelper extends Tx_Fluid_Core_ViewHelper_AbstractViewHelper {

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  3. von Sebastian Kurfürst am 11.01.2010 (13:54 Uhr)

    Hallo Steffen,

    vielen Dank für die Korrektur, es wurden da noch ViewHelper in andere Positionen geschoben, da der Artikel weit vor Fluid 1.0 erschienen ist.
    Jetzt, mit Fluid 1.0, erachten wir die öffentliche API als stabil an.

    Viele Grüße,
    Sebastian

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  4. von cialis am 22.06.2010 (11:09 Uhr)

    Hallo und danke für den nützlichen Artikel. Genau das habe ich gesucht.

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  5. von me@foo.bar am 21.10.2011 (11:53 Uhr)

    Das ist aber nicht richtig durchdacht, oder? Da habe ich ne Syntax für Variablen {} und dann noch "View-Helper", die sich an XML anlehnen. Woher weiß denn die Variablen-Syntax, in welchem Kontext sie angewendet wird? (Also [CDATA] oder Attribut).

    Schon mal nen Blick auf TAL/Metal geworfen, wie man sowas richtig macht?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zope_Page_Templates

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  6. von ak am 11.02.2012 (16:30 Uhr)

    oh man!

    die jungs vom typo3-core team können es einfach nicht lassen. ich kann bis heute nicht nachvollziehen, wieso typoscript eingeführt wurde und ich weiss auch nicht warum jetzt wieder eine neue template sprache eingeführt werden soll... jaja, ich weiß. sicherheit, die bösen themer könnten ja sonst schlechten php code in die templates schreiben... jetzt mal ehrlich: auf grundlage von php noch eine extra script sprache obendrauf zu setzen (was wieder einen entsprechenden parser benötigt) ist FÜR MICH einfach schwachsinn und nicht nachvollziehbar... echt jetzt. was soll das?? welche gründe sprechen denn gegen die verwendung von php in templates???? ok - die deutsche korrektheit vielleicht oder das engere korsett für den themer... aber ansonsten müssen entwickler wieder eine neue syntax lernen, seiten müssen doppelt geparst werden (energie-kosten schon mal dabei bedacht?) und die so komplexe web-welt wird wieder um eine neue sprache erweitert... juhuu!!! ich weiß schon warum typo3 vor allem in deutschland angewendet wird... das passt einfach zum stock im arsch und zur korrektheit ;-)

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  7. von taliah am 15.02.2012 (18:46 Uhr)

    An sich eine ganz gute Idee, nur leider nicht ganz zu Ende gedacht. Und zugegebenermaßen, was als Nachteil gehandelt wird (PHP im Template möglich) ist meines Erachtens gar keiner. Siehe TWIGG-Engine (z. B. bei Symfony 2) - funktioniert prima und man kann für etwas kniffligere Sachen auch mal einen kleinen Workaround schreiben. Ist mit FLUID leider nicht möglich, da hängt es schon an einem einfachen String-Vergleich im Template - ich muss entweder einen View-Helper schreiben, oder, wenn mir das zu blöd ist, den zu prüfenden String vorher in eine Variable packen und dann mit an das Template übergeben.
    Schon irgendwie sehr seltsam sowas.
    Eigentlich schade, dass nicht doch der Schritt gemacht wird, der ja schon "fast" angedacht wurde: Einfach mal Symfony 2 mit TYPO3 verquicken. Leider kam man ja zu dem Schluss, dass doch schon zu viel Zeit in TYPO3 5 geflossen sei und man deshalb zwar Symfony 2 eigentlich gerne hätte, aber dann doch lieber selbst weiter stricken wolle. Ich kann es zwar irgendwo verstehen, dennoch glaube ich, dass die jetzige Entscheidung weit unpopulärer enden wird, als wenn man den Schlenker auf Symfony gemacht hätte. Ich als Entwickler hätte jedenfalls überhaupt nichts dagegen! ;)

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  8. von Sal Mcdonal am 20.02.2012 (23:13 Uhr)

    Its like you read my mind! You seem to know a lot about this, like you wrote the book in it or something. I think that you can do with some pics to drive the message home a little bit, but instead of that, this is magnificent blog. An excellent read. I'll certainly be back.

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