SAGA ist ein in Zusammenarbeit von Experten aus Wirtschaft und Verwaltung entwickeltes und fortgeschriebenes Dokument, das zum einen Standards festlegt, die bei der Entwicklung beziehungsweise Anwendung von E-Government-Anwendungen zu berücksichtigen sind und zum anderen geeignete Tools, Werkzeuge und Plug-Ins empfiehlt. Darüber hinaus werden Informationen über Produktlebenszyklen mittels „white, grey und black lists“ bereitgestellt.
Mit Unterstützung des vom Bundesinnenministerium etablierten SAGA-Expertenkreises werden themenbezogen die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse aufgenommen und der Diskussionsprozess vorangebracht. Tauchen Fragen oder Problemstellungen auf, die durch herkömmliche Techniken nicht gelöst werden können, werden Aufforderungen zu Vorschlägen (RFP - Request for Proposals) an den autorisierten Expertenkreis versandt, um Lösungsmöglichkeiten zu ermitteln. Die Vorschläge werden in einem geschlossenen Forum eingestellt und diskutiert.
Im Oktober 2006 ist SAGA in der Version 3.0 erschienen. Die neue Version beinhaltet unter anderem Mindestanforderungen bezüglich der Offenheit von Standards für die Aufnahme in SAGA sowie konkretisierte Beschreibungen hinsichtlich des Einsatzes von SAGA im Rahmen von Ausschreibungen. Dadurch werden Auftraggeber und Auftragnehmer unterstützt, SAGA-konforme E-Government-Anwendungen zu entwickeln. Die aktuellen Versionen sowie weitere unterstützende Dokumente, Informationen und Links sind auf der KBSt-Homepage frei zugänglich [3].
Der Migrationsleitfaden – praktische Entscheidungshilfe für IT-Verantwortliche
Neben dem Leitfaden für die Entwicklung und den Betrieb plattformunabhängiger Fachanwendungen bietet auch der so genannte Migrationsleitfaden vor allem den IT-Verantwortlichen in Behörden konkrete Orientierungs- und Entscheidungshilfe. Ursprünglich anlässlich des auslaufenden Supports für Windows NT erstellt, entwickelte sich der „Leitfaden für die Migration von Basissoftwarekomponenten auf Server- und Arbeitsplatzsystemen“ inzwischen zu einem renommierten Nachschlagewerk. Er wird bei IT-Migrationsvorhaben von IT-Fachleuten innerhalb und außerhalb der Verwaltung gern und häufig konsultiert und stößt auch international auf Resonanz. Es gab knapp 100.000 Downloads der ersten Version und Übersetzungen in zahlreiche Sprachen. In seiner aktuellen Version 2.1 wurde das Dokument um eine speziell auf die Migration von Software angepasste Methodik zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung samt interaktiven Muster-Erhebungsbögen erweitert. Sie können für die Definition spezifischer Migrationsszenarien genutzt werden. Damit bietet das gleichermaßen auf strategische und konkrete Handlungsfälle ausgerichtete Dokument umfassende wirtschaftliche sowie detaillierte technische Entscheidungshilfen bei einer geplanten oder gerade vollzogenen Migration von IT-Systemen. Es unterstützt die IT-Verantwortlichen bei ihrer konkreten Arbeit mit dem Ziel, den jeweils für eine Behörde günstigsten Software-Mix auf möglichst effiziente und wirtschaftliche Weise zu erreichen.




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