Man konnte und wollte sich nicht auf „Free Software“ einigen. Um also Freie Software als geschäftstüchtig und weniger mit Ideologien beladen zu vermarkten, entwarf Christine Peterson vom Foresight Institute den Begriff „Open Source“, denn „open“ impliziert im Englischen das, was wir in Deutschland unter „frei“ verstehen. Hinzu kam, dass der Begriff Bezug auf die Freilegung des Quellcodes nimmt und eine leichtere Vermarktung ermöglichte. Denn offensichtlich haben Menschen ein Vorurteil gegenüber „kostenlos“ - nach dem Motto: Etwas, das nichts kostet, kann qualitativ nicht gut sein. Das sahen Eric S. Raymond, Bruce Perens und Tim O'Reilly ebenso. Und so wurde schließlich Open Source auch zum Namensgeber der von Raymond, Perens und O'Reilly ins Leben gerufenen Open Source Initiative (OSI).
Unterschiede zwischen OSS und proprietärer Software
OSS unterscheidet sich in ganz wesentlichen Punkten von proprietärer Software, nicht nur in puncto freie Verfügbarkeit als Programm und Sourcecode. Auch die Auswahl an unterschiedlichen Lizenzmodellen und der Insolvenzschutz bieten Vorteile gegenüber kommerzieller Software. Die Sicherheit ist höher und die Entwicklungskosten sind niedriger.
Bei kommerzieller Software läuft der Kunde stets Gefahr, dass ein Hersteller in Konkurs gehen kann und ein Programm nicht mehr weiterentwickelt beziehungsweise unterstützt wird. OSS kennt dieses Problem nicht. Verschwindet der Entwickler einer OSS, können andere das Projekt aufnehmen und weiterentwickeln. So geschehen 1998 bei Netscape, das aufgrund der Dominanz von Microsoft auf dem Browser-Markt den Quellcode zum Netscape Navigator freigab. Das Projekt Netscape lebt heute als Mozilla-Projekt weiter und erfreut sich als Firefox-Browser großer Beliebtheit.
Die Entwicklungskosten trägt nicht eine Firma oder ein Entwickler, sondern sie verteilen sich weltweit auf einige Hunderte in den entsprechenden Projekten. Sie entwickeln aus Spaß am Programmieren in ihrer Freizeit oder gehören OSS-Projekten an, die von einer Firma mit dem Auftrag für Spezialsoftware angestoßen wurden und anschließend unter der GPL weiterentwickelt werden. Auch die Firmen profitieren davon, denn auf diese Weise erhalten sie mehr Leistung zurück. Die Software wird durch Aufträge um Module erweitert und in der Bedienung verbessert.






