Auch an anderen Stellen legen die Macher von OpenOffice.org Wert darauf, dass das System offen und flexibel bleibt – und weiter wird. So steht die Rechtschreibkontrolle jetzt beispielsweise als API bereit, anstatt sie in jedes Programm einzeln zu integrieren. Das macht beispielsweise die neue, kostenpflichtige Duden-Korrektur möglich, die direkt innerhalb des Programms ihren Dienst verrichten kann. Für den Normalnutzer sind solche Veränderungen nicht unbedingt sichtbar, sie stellen aber sicher, dass OpenOffice.org auf künftige Entwicklungen reagieren kann.
Ein anderes Beispiel ist die „Lightning“-Extension. Eigentlich war für die Version 3.0 von OpenOffice.org ein Pendant zu Microsofts Outlook eingeplant, also eine Kombination aus E-Mail-Programm, Kalender und Adressbuch. Anstatt hier selbst zu entwickeln, arbeitete man mit Mozilla zusammen, um dieses Ziel nun mit einer Kombination aus OpenOffice.org, Thunderbird und Lightning zu erreichen. Diese wird nun gemeinsam beworben.
Nativ auf dem Mac
Und nicht zuletzt: Mac-Nutzer haben jetzt eine native Version für die Aqua-Oberfläche von Mac OS X. Zuvor konnten sie OpenOffice.org nur über die X11-Oberfläche nutzen oder mussten auf NeoOffice zurückgreifen. „Diese Portierung war eine sehr aufwändige Sache und wird es auch noch bleiben“, erklärt Thomas Krumbein. Die Aktivität in der Community hat dafür den Ausschlag gegeben. Von hier kamen die Anstöße. Zuletzt hat sich Sun Microsystems selbst in die Entwicklung eingeklinkt. Und tatsächlich macht OpenOffice.org unter Mac OS X 10.5 Leopard bereits einen sehr guten Eindruck.
Zukunft von OpenOffice.org
An sich ist OpenOffice.org bei den Funktionalitäten an einem Punkt angekommen, der nur noch wenige Wünsche offenlässt. Dementsprechend sind wichtige Ziele für die nächste Zeit auch: mehr Stabilität, bessere Kompatibilität und höhere Performance. „Auch Sicherheit wird großgeschrieben“, sagt Thomas Krumbein. Sicherheitslöcher werden möglichst gestopft, bevor sie Schwierigkeiten bereiten können. Im Zuge dessen werden auch Funktionalitäten auf den Prüfstand gestellt. So können in Impress inzwischen keine JavaApplets mehr ausgeführt werden.
Ansonsten geht es darum, die Liste mit Bugs und anderen Problemen abzuarbeiten. „Ein Office-Programm an sich ist ausgereizt, da gibt es keine großen Highlights mehr“, sagt daher auch Thomas Krumbein. Und wenn doch etwas gefordert ist, steht sicherlich bald eine passende Extension zur Verfügung.




