Ende November 2008 war es so weit: Mit der Veröffentlichung der Version 2.2 verfügt Ruby on Rails über eine integrierte API, die dem Entwickler die Arbeit deutlich erleichtert. Das Konzept ist gelungen, schlank und entschädigt Rails-Entwickler für alles, was vorher war.
Hands on!
Wie bei vielen Dingen, die man mit Rails macht, ist der Einstieg sehr einfach gehalten. Falls man noch nicht die aktuellste Version von Rails installiert hat, sollte man mit „sudo gem update rails“ die Version 2.2.2 installieren. Als nächstes sollte man in der Datei „environment.rb“ den Standardwert für die Lokalisierung festlegen. „:en“ (Englisch) ist vordefiniert, für eine deutsche Übersetzung legt man den Wert „:de“ fest.
config.i18n.default_locale = :de
Listing 1
Lokaliserungen werden im Rails-typischen Yaml-Format im Verzeichnis „config/locales/*.yml“ abgelegt. Die Dateien müssen nach dem Symbol benannt werden, also „de“, „en“ etc. Kernmethoden in der i18n-API sind „translate“ und „localize“. „translate“ dient der Übersetzung von Zeichenketten, „localize“ übernimmt die Formatierung zum Beispiel von spezifischen Datums- und Zeitobjekten. In den Yaml-Dateien werden sowohl Übersetzungen als auch Formate festgelegt.
de: title: "Hallo Welt" # Übersetzung einer Zeichenkette date: day_names: [Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag] abbr_day_names: [So, Mo, Di, Mi, Do, Fr, Sa] month_names: [~, Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember] abbr_month_names: [~, Jan, Feb, Mär, Apr, Mai, Jun, Jul, Aug, Sep, Okt, Nov, Dez] time: formats: default: "%H:%M Uhr" # Festlegung der Darstellung des Zeitformats am: "vormittags" pm: "nachmittags"
Listing 2
Es folgen Beispiele, die die Verwendung von „translate“ mittels Shortcut-Methode „t“ und „localize“ mittels Shortcut-Methode „l“ darstellen.
<%= t('title') %> # => Hallo Welt
<%= l(Time.now) %> # => 20:53 Uhr
Listing 3
Für die Lokalisierung von verschiedenen Formaten gibt es ein spannendes Projekt bei Github [6]. Sven Fuchs, einer der treibenden Kräfte des Rails-i18n-Projekts, stellt dort zahlreiche Yaml-Dateien mit Lokalisierungen zur Verfügung, sodass man eine Menge Zeit sparen kann, wenn man seine Seite internationalisiert. Aus dieser Quelle stammt auch der Inhalt der Yaml-Datei.
Fazit
Internationalisierung mit Rails bietet noch deutlich mehr Funktionen als hier vorgestellt. Da man zahlreiche Quellen im Netz findet, die sämtliche Details beschreiben, sei an dieser Stelle auf diese verwiesen, um dem Motto „Don't repeat others“ treu zu bleiben [7] [8] [9]. Rails 2.2 stellt eine tolle Weiterentwicklung in Bezug auf Internationalisierung dar. Entwickler bekommen damit eine abstrakte Schnittstelle an die Hand, die sie für ihre Zwecke nutzen und anpassen können. Die Anpassung ist dermaßen einfach, dass genügend Zeit bleibt, auch die kulturellen Aspekete der Internationalisierung zu bedenken.





![Diese Tools nutzen Entwickler für unterschiedliche Aufgaben [Infografik]](http://t3n.de/uploads/t3n-news-post-351639_symbolbild-werkzeug-tool_medium.jpg)