von Dr. Christian Böttger, 03.12.2006

Freie Software organisiert die Arbeit in Gruppen: phpGroupWare

Aus dem
t3n Magazin Nr. 6

Technisch ist das Projekt in zwei Teile geteilt: Die API stellt ein eigenes Projekt dar, die Module hingegen die verschiedenen Anwendungen. Dadurch ist es möglich, neue Anwendungsentwickler schnell zu integrieren, ohne ihnen sofort Zugriff auf die sensiblen Teile der API geben zu müssen. Die API ist sehr umfangreich und innerhalb des Quelltexts gut dokumentiert. Alle Anwendungen und die API sind in geschrieben, wobei ein möglichst strikt objektorientierter Ansatz verfolgt wird. Es existiert ein eigenes Template-/Skin-System, das zurzeit durch XSLT ergänzt wird. Als Datenbank werden hauptsächlich MySQL und PostgreSQL eingesetzt. Auch andere Datenbanken sind möglich, sie werden aber nicht offiziell unterstützt. Einen eigenen Mailserver (MTA) bringt phpGroupWare nicht mit, arbeitet aber mit den allermeisten IMAP/SMTP-Servern zusammen und unterstützt außerdem LDAP. Eine Gruppe deutscher Entwickler hat eine SyncML-Synchronisation [4] als Ergänzung für phpGroupWare geschaffen, die auf JBoss und Sync4J aufbaut und zurzeit implementiert wird.

phpGroupWare aufsetzen

Das Projekt phpGroupWare ist grundsätzlich in PHP4 geschrieben. Derzeit werden die letzten Inkompatibilitäten mit PHP5 beseitigt. Um phpGroupWare zu betreiben, wird ein PHP4-fähiger Webbrowser (mind. PHP 4.1.2) benötigt, empfohlen wird ein Server. Um E-Mail vollständig nutzen zu können, sollten die php-imap-Extensions im verwendeten PHP-Modul vorhanden sein. Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, in der php.ini „register_globals“ auf „OFF“ zu setzen. Da phpGroupWare wie erwähnt keinen eigenen Mailserver mitbringt, wird der Einsatz von Courier, Cyrus und UWash für IMAP und POP3 empfohlen. Der Mercury32 IMAP Server ist nicht uneingeschränkt zu empfehlen, da bei diesem Server Probleme in der Anbindung aufgetreten sind. Die Mailauslieferung erfolgt über SMTP, eine spezielle Empfehlung für einen bestimmten Server gibt es nicht. Grundsätzlich kann jedes Betriebssystem verwendet werden, das diese Voraussetzungen erfüllt, neben Linux (32 und 64bit) also auch diverse UNIX-Derivate und Windows. Allerdings setzt der integrierte Zeit-Service, der zum Beispiel Alarmmails verschickt, ohne dass der Benutzer eingeloggt ist, einen Unix-artigen „cron“-Daemon voraus.

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