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Projektfinanzierung mit Hilfe von Online-Communitys: Crowdfunding für Kunst, Kultur und Medien

Viele Kunst- und Kulturprojekte stehen in Zeiten der Finanzkrise vor einem Problem, denn die Bereitschaft, in diese zu investieren, sinkt ständig. Mit der Hilfe von Sozialen Netzwerken ist es jedoch möglich, sich direkt an potenzielle Unterstützer und Fans zu wenden. „Crowdfunding“ als Finanzierungsmodell hält derzeit verstärkt Einzug in die Kreativ-Szene. Dieser Artikel beleuchtet, was man sich genau unter Crowdfunding vorstellen muss und wie es funktioniert.

Beim Thema Crowdfunding zeichnet sich seit einigen Monaten ein regelrechter Hype ab. Projekte wie Diaspora [1] beweisen, dass das Konzept funktioniert und Plattformen wie Kickstarter oder IndieGoGo tragen entscheidend zur Bewusstseinsbildung bei. Im deutschsprachigen Raum ist dieses alternative Finanzierungsmodell jedoch bisher kaum etabliert. Plattformen wie mySherpas [2] und startnext [3] wollen das ändern und rufen Projekt-Initiatoren aus allen Bereichen dazu auf, ihre Projekte von der Online-Community (mit-) finanzieren zu lassen.

Was ist Crowdfunding?

Crowdfunding bezeichnet einen Prozess der Projektfinanzierung, bei dem das Projekt online kleine Geldbeträge von einer (meist) anonymen Masse in kollektiver Zusammenarbeit einsammelt. Dabei ist das Phänomen – auch bekannt als Crowd Financing oder Crowd Sponsoring – am ehesten als Mittelding zwischen Sponsoring und Spende zu verstehen. Nur in Ausnahmefällen handelt es sich dabei um eine Investition oder einen Kredit.

Crowdfunding eignet sich für viele Bereiche, etwa um die Finanzierung sozialer Projekte voranzutreiben oder um Kunst- und Kulturprojekte zu unterstützen. Immer mehr Filme, CDs, Theaterstücke, Kunstaktionen und ähnliche Projekte werden auf diese Art realisiert. Über Systeme wie Flattr, Kachingle oder Spot Us hält das Konzept zudem im Online-Journalismus Einzug. Daneben verfolgen Plattformen wie Seedmatch, Innovatrs oder GrowVC einen verwandten Ansatz, um Business-Ideen und Start-Ups zu fördern.

Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten von Crowdfunding unterscheiden: einer „nicht Plattform unterstützten“ und einer „Plattform unterstützten“- Variante. Erstere galt lange Zeit als Standard. Dabei kam häufig der klassische „Spenden“- Button auf der eigenen Website zum Einsatz, oft stellten die Projektbetreiber zusätzlich eine Kontonummer für mögliche Unterstützer bereit. Via E-Mail, Blog-Eintrag, Verlinkung und Mundpropaganda verbreitete man das Projekt dann und hoffte auf eine möglichst breite Resonanz.

Als eines der prominentesten Beispiele dieses Ansatzes gilt The Age of Stupid [4], ein Documentary-Drama zum Thema Klimawandel. Die Crowdfunding-Methode des Projekts war nicht zuletzt aufgrund der äußerst transparenten Dokumentation so erfolgreich und wurde mittlerweile von zahlreichen Filmemachern, aber auch anderen Künstlern adaptiert und weiter entwickelt.

Crowdfunding-Plattformen

Erst vor rund zwei Jahren starteten mit IndieGoGo und Kickstarter die ersten auf Crowdfunding spezialisierten Plattformen am amerikanischen Markt. Beide stellen ein ausgeklügeltes Framework zur Kapitalbeschaffung via Internet zur Verfügung und sind bereits weit über die Grenzen der USA hinaus bekannt. Nach und nach entstanden mit Ulule, Rockethub, Invested.in oder FundBreak auch in anderen Ländern ähnliche Portale, die dort einen neuen Crowdfunding-Standard schufen.

Das Zeppelin Orchester hat seine Tour durch Ost-Europa mit Hilfe von Crowdfunding finanziert.
Das Zeppelin Orchester hat seine Tour durch Ost-Europa mit Hilfe von Crowdfunding finanziert.

All diese Plattformen haben eines gemeinsam: eine einfache Bedienung für den Projekt-Initiator. Mit wenigen Klicks kann man seine eigene Crowdfunding-Landing-Page einrichten. Diese dient als Basis für alle weiteren Aktivitäten und verschafft potenziellen Unterstützern einen Überblick über das Projekt. Dabei lassen sich die einzelnen Arbeitsschritte einer Kampagne folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Man erstellt eine Seite mit Informationen zum Projekt (Beschreibung, Video, Zielbetrag, Kampagnen-Laufzeit etc.).
  2. Man überlegt sich möglichst exklusive und kreative Prämien als Spenden-Anreiz.
  3. Via E-Mail, Twitter, Facebook und Co informiert man über die Kampagne und bittet entweder finanziell oder ideel um Unterstützung.
  4. Man schließt die Kampagne innerhalb der festgelegten Zeitspanne erfolgreich ab.
  5. Die Plattform überweist den Endbetrag abzüglich der Spesen (zwischen 3% und 10% der Endsumme) und Transaktionskosten (Amazon Payments, PayPal etc.).
  6. Man erbringt alle Gegenleistungen, die im Rahmen der Prämien versprochen wurden.

Als Unterstützer hat man die Möglichkeit, einen Betrag seiner Wahl zu spenden (ohne Gegenleistung) oder für seinen Beitrag eine vom Projekt-Initiator vorgeschlagene Prämie auszuwählen.

Links und Literatur

  1. Diaspora auf Kickstarter
  2. mySherpas
  3. Startnext
  4. The Age of Stupid
  5. Esther’s Birthday Present
  6. Präsentation: Crowdfunding im Filmbereich
  7. David Branin's Crowd-Funding Cheat Sheet

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V.R.
V.R.

Crowdfunding_Studie
Wir sind eine Studentengruppe der TU Ilmenau und führen eine Studie zum Crowdfunding durch und brauchen Eure Unterstützung: Erforscht wird im Speziellen die Motivation von Projektunterstützern.
Die Befragung dauert nur 10 Minuten und jeder kann teilnehmen. Danke!
http://www.unipark.de/uc/ik_tu​_komwi/218b/

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